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Wiederladen Teil 2 Ausrüstung

Munitionstechnik

"Sinnvolle" Ausrüstung- Was ist das?  
Im Internet kann man auf manchen Webseiten gutgemeinte Ratschläge lesen, welche Werkzeuge und Wiederladekomponenten "tatsächlich" brauchbar seien und welche nicht. Dort machen auch Sätze die Runde wie z.B.: "Wiederladen- Was man wirklich braucht"  bzw. "Das braucht man wirklich".

Dann folgen Auflistungen von Werkzeugen und Komponenten, bei denen man als versierter Wiederlader nur den Kopf schütteln kann. Das ist so, als ob man einem Autofahrer vorschreiben würde, welches Auto mit welcher Ausstattung für ihn in Frage kommt und welches nicht?!

Also, was heißt jetzt in diesem Zusammenhang "sinnvoll"? Ganz einfach: Nur das, was tatsächlich zweckmäßig und immer auf die
s p e z i e l l e n
Anforderungen der individuellen jeweiligen Anwendung für den Wiederlader ausgerichtet ist. Dies bedeutet wiederum, dass die unterschiedlichsten Geräte und Werkzeuge in Frage kommen können, und das in einer riesigen Bandbreite.


Hier Pauschalaussagen zu treffen und generell empfehlenswerte oder nicht empfehlenswerte Komponenten mit bestimmten Marken oder Modelle aufzulisten, zeugt von Vielerlei, nur nicht von Fachkompetenz.

Qualitative Komponentenauswahl  
Wiederladen verlangt einen bestimmten Qualitätsstandard, der aber individuell ausgewählt sein muss. Hier nur auf die teuersten Produkte zu setzen, ist genauso unnötig, wie es falsch sein kann, sich für Billigware oder scheinbar günstige Varianten zu entscheiden. Dies gilt inbesondere für die Werkzeuge und Geräte der Kernkomponenten. Daher unser Tipp: Lassen Sie sich direkt und umfassend von Fachleuten beraten, die über eine jahrzehntelange Erfahrung aus der aktiven Praxis verfügen.

Einen seriösen Anbieter erkennt man auch daran, dass ein guter Beratungsservice vom Inhaber selbst oder durch kompetente Mitarbeiter angeboten wird. Diese Beratung ist eine Dienstleistung, die berechnet werden muss. Die Kosten, die bei dieser Beratung entstehen, werden meistens kalkulatorisch über die Produkte erfasst. Um der Unsitte durch die schwarzen Schafe mit der Internet-Abgrasmentalität,
die nach der Logik "Alles-haben-wollen,-aber-nichts-dafür-bezahlen-möchten" * agieren, einen konsequenten Riegel vorzuschieben, sind mittlerweile einige Anbieter dazu übergegangen, die Kosten für erbrachte Beratungsleistungen anderweitig umzulegen oder z.B. beim Kauf des/der Produkte/s anzurechnen.


Dies hilft seriösen Anbietern mit einer guten Fachberatung, ein faires Preisniveau zu halten und reduziert den Anteil an Rückläufern beanstandeter Produkte. Es gebietet auch die gegenseitige Fairness zwischen Kunden und Anbieter und fördert ein ehrliches Verbraucherverhalten.

* Das sind dann diejenigen, die sich in Produktbewertungen anschließend völlig entrüstet darüber beschweren, was das für ein Schrott ist, den sie da gekauft haben...   


Sogenannte "Produktbewertungen" in E-Shops von Käufern stellen für Suchende zur Kaufentscheidung leider keine echte Entscheidungshilfe dar, da die meisten Kommentatoren nicht über den notwendigen Hintergrund für qualifizierte technische Aussagen verfügen.


Hebelpressen für das jagdliche Wiederladen
Als Hauptgerät jeder Wiederladeausrüstung kann eine gute Ladepresse ein Lebensbegleiter für den Wiederlader sein. Allerdings kursieren dazu im Netz so viele Irrtümer und Unwahrheiten, dass man ohne profundes Fachwissen schnell zu einem Fehlkauf verleitet werden kann. An erster Stelle sind abstruse oder utopische Vorstellungen in Bezug auf das erforderliche Präzisonsniveau, Ausführung und Qualität zu nennen.


Eine mechanische Hebelpresse ist ganz sicher nicht der alleinige Schlüssel für präzise schiessende, selbstgeladene Patronen. Aber sie bestimmt maßgeblich den Ablauf und den Komfort der Arbeitsschritte.


Eine falsch gewählte Presse kostet vor allem Eines: Viel Zeit! Es bringt einem Wiederlader gar nichts, sich eine Presse anzuschaffen, die zu groß oder unergonomisch ist, egal wie gut sie auch verarbeitet ist (von einem unnötig hohen Preis ganz zu schweigen).                 

Zur Anschaffung dieses Gerätes sollte man sich zuerst die Frage stellen, welche Kaliber man laden möchte und in vor allem in welchen Stückzahlen. Wer sich als jagdlicher Schütze oder Jäger in erster Linie Patronen für die Jagd und zum Training herstellen möchte, ist mit einer Einstationenpresse bestens versorgt. Es lassen sich damit auch Kurzwaffenkaliber mit relativ geringen Stückzahlen (d.h. unter 500 Schuss p.A.) laden. Wer mehr an Patronen als z.B. >300 Gewehrpatronen und/ oder >1.000 Kurzwaffenpatronen im Jahr verschiesst und den technischen Ablauf vereinfachen und den Zeitaufwand verkürzen möchte, kann auch zu einer Mehrstationenpresse für den gleichzeitigen Einsatz von mehreren Matrizen greifen.

Technischer Aufbau einer Einstationenpresse

Die Konstruktion einer ausreichend stabilen Einstationen-Ladepresse auf der Basis der Erkenntnisse aus jahrzehntelanger Wiederladepraxis sieht im Detail so aus:
- Stabiler Gußrahmen mit breiter, voll gegossener Auflagefläche, mind. 12mm stark, 3-4 Bohrungen Ø12mm zur Befestigung für Schrauben M10 oder M12 (nicht kleiner)
- 2 ausreichend starke Umlenkhebel (Stahl oder hochfestes Aluminium) in 25-30mm Breite und 10-12mm Stärke    
- Arbeitshöhe des Rahmenfensters innen: 115-120mm, bei Patronen ab einer L6 von 100mm Rahmen 135-160mm
- Abstand Hülsenhalter bis Matrize >102mm
- Arbeitsbreite des Rahmenfensters innen bei O-Rahmen: 70-80mm
- Pressenhubstange aus Stahl, Durchmesser 25-30mm
- Hebelstange Ø16-18mm, Länge 300-400mm
- Abstand der Mittelachse der Pressenhubstange zum Rahmen rechts: mind. 30mm (der Ø muss im unteren wie im oberen Bereich ausreichend frei sein)
- Pressenhub: 85mm bis .300 Win. Mag., 95mm 9,3x74R bis .505 Gibbs, 105mm bis .500-465 N.E., 120 bis 145mm bis .450+ .475 N.E. Nr.2, .50 BMG, große Wildcats  

Diese Kriterien erfüllen durchaus einige Standardpressen der amerikanischen Hersteller. Man muss nicht zwangsläufig zu riesengroßen oder sündhaft teuren Ladepressen greifen, um z.B. große Magnum- oder Expresspatronen wie .338 RUM oder .450 Rigby laden zu können.


Es ist übrigens falsch, dass große Patronen beim Kalibrieren zwangsläufig viel Kraft benötigen, oft sogar deutlich weniger als ein Mittelkaliber. Hinweis: Es gibt durchaus einige "unscheinbare" Langwaffenkaliber, die einer Ladepresse höchste Belastungen und einen wesentlich größeren Kraftaufwand abverlangen!

Man sollte sich auch deshalb keine zu große Presse anschaffen, weil sich durch den langen Hub die Ladezeiten ünnötig verlängern.


Das Wichtigste für das Handling einer Ladepresse ist der ausreichende Platz um die Pressenstange, um in jeder Position die Hülse im Bereich des Hülsenhalters zu greifen und zu führen. Eine gute Ladepresse hat auch im seitlichen Bereich um den Hülsenhalter genug freien Raum für die Bestückung und die Entnahme, d.h. der Rahmen muss an dieser Stelle unbedingt weit genug zurückgesetzt sein. Dieser Fakt ist enorm wichtig und wird von vielen unterschätzt.  


Amerikanische Ladepressen


LEE Breech Lock Challenger

Dem amerikanischen Hersteller geht es bei seinen Produkten hauptsächlich um Einfachheit, Zuverlässigkeit und Preiswürdigkeit. Und das schafft er tatsächlich. Mit durchdachten und minimalistischen Konstruktionsprinzipien fertigt LEE hochwertige Kalibrier-, Hülsenbearbeitungsmatrizen genauso wie Einstationen- und automatische Ladepressen zu äußerst fairen Preisen, ohne mit minderwertigen Materialien zu arbeiten oder sich schlechter Fertigungsqualität aus Fernost zu bedienen.

Die Challenger-Presse ist eine ausreichend starke Presse mit einem O-Rahmen. Der Rahmen besteht aus hochfestem Aluminium, der eine höhere Streckgrenze als Stahlguss aufweist. Sie ist mit einer guten Umlenkhebelmechanik ausgestattet und hat eine gute Kraftübertragung. Qualitativ wartet die Mechanik mit erfreulich geringen Toleranzen im Bereich der Hubstange und eine Längenverstellfunktion auf. Natürlich kann man die Challenger mit dem Breech Lock-Schnellwechselsystem ausstatten und die Matrizen mit einer kurzen Drehung in der Presse arretieren.

Das Preis-Leistungsverhältnis für die Challenger ist bestens. Es gibt keinen Hersteller, der eine Einstationen-Handhebelpresse in dieser Größe und Qualität für rund 100€ (!) fertigt. Vollauf geeignet für die überwiegende Mehrheit aller jagdlichen Wiederlader und jagdsportlichen Schützen.    

RCBS SUMMIT

Von der amerikanischen Traditionsfirma für Wiederladewerkzeug kommt diese durchdachte und innovative Hebelpresse.


Interessanterweise ist man bei dieser Konzeption von der klassischen Bauform mit O-Rahmen und Zuführung der Hülse zum Trägerwerkzeug zur oberen Rahmenbrücke über die Hebelmechanik der von unten kommenden Schubstange abgegangen. Denn hier bewegt das obenliegende Hebelgestänge den Werkzeugblock mit der Matrize, der über eine massive Säule geführt wird, von oben nach unten.


Der unschlagbare Vorteil dieser Ladepresse ist der absolut uneingeschränkte Zugriff zum Arbeitsbereich rund um den Hülsenhalter. Positiv hervorzuheben sind auch die große Kraftübersetzung, die Führung und der lange Hub für große Patronen.

Leider hat auch diese Presse einen entscheidenden Nachteil:
Sie zwingt den Bediener förmlich zum s t e h e n d e n Laden, da die oben am Turm angebrachte Hebelmechanik in der Ausgangsposition den Hebel weit nach oben ragt.


Da man das Wiederladen entspannterweise in sitzender Position betreibt, bevorzugen wir und die meisten Wiederlader bei einer ergonomischen Arbeitshöhe die Griffposition am Pressenhebel etwa in Schulterhöhe, womit für die meisten Wiederlader diese ansonsten sehr gut durchdachte Presse leider ausscheidet.


Für diejenigen, die das nicht stört und die sich mit dieser Technik anfreunden können, ist der Preis zwischen 260 und 300 Euro noch akzeptabel.


REDDING Ultra Mag
Auch diese Presse ist eine interessante Alternative zu den "normalen" Pressen mit O-Rahmen. Die Hubstange ist zwar wie bei den normalen Pressen im unteren Teil des Rahmens geführt, das Gestänge ist allerdings nicht wie bei anderen Pressen üblich, unten am Rahmen angebracht, sondern am oberen Rahmenkopf neben der Matrize. Dadurch wird ein nach vorne offener C-Rahmen realisiert, der bei Krafteinwirkung in der Hebelbewegung von den beiden links und rechts liegenden Hebeln in entgegengesetzter Richtung abgestützt ist und den Kraftverlauf stabilisiert.


Die Vorteile dieser Presse sind der große Arbeitsbereich nach vorne zum Hülsenhalter hin und die Eignung für große Kaliber mit einer langen L6. Dies ist auch gleichzeitig der Nachteil der Ladepresse. Wer keine langen Magnum- bzw. Großwild-Expresspatronen verlädt, muss sich wegen dem langen Hub auf unnötig lange Bewegungen und Ladezeiten einstellen.


Leider ist auch der Preis viel zu hoch, fast 400 Euro sind für eine Hebelpresse aus Guss mit simpler Mechanik, auch wenn diese etwas anders gebaut ist, einfach zu viel.                            

HORNADY L-N-L IRON PRESS
Diese Ladepresse ist seit 2016 in Deutschland verfügbar. Die Hebelpresse ist eine massive+ stabile Konstruktion aus einem geschlossenen Rahmen aus massivem Stahlguß mit reduzierten Führungstoleranzen zur sauberen Führung des Hauptzylinders. Was diese Presse von den meisten anderen auf dem Markt erhältlichen Einstationenpressen mit geschlossenem Rahmen unterscheidet, ist ihr frei zugänglicher Arbeitsbereich rund um die Arbeitshauptsäule.


Mit 180° Öffnungswinkel realisiert der A-Rahmen dieser Presse eine sehr gute Ausnutzung des Arbeitsraumes um den Hülsenhalter bei einer O-Rahmenpresse, die in Bezug auf die Form an ein A erinnert. Am Hebelgelenk ist eine zusätzliche Feder montiert. Wie bei der normalen Version kann das Ein- und Ausschrauben der Matrizensätze entfallen, wenn der Adapter für den Drehwarzenverschluss (Lock-and-Load System) montiert ist.

Die Presse hat außerdem ein Zündhütchensetzsystem und verschiedene Halter für weitere Werkzeuge auf dem Pressenkopf wie z.B. Zündglockenreiniger und Hülsenmundentgrater.
Durch diese Ausstattung kann man den Ablauf der einzelnen Bearbeitungsschritte bei der Serienhandhabung zur Presse hin führen (leider gibt es auch hier einen entscheidenden Nachteil). Hülsenhalter passen u.a. die handelsüblichen, spezielle Halter sind nicht erforderlich. Man merkt, dass sich bei dieser Entwicklung einige schlaue Köpfe Gedanken gemacht haben, die über sehr viel Erfahrung beim Wiederladen verfügen. Man ist die Sache technisch versiert und handhabungstechnisch praktikabel angegangen.


Der grösste Vorteil ist die freie Zugänglichkeit zur Hülse ohne eine störende Säule des Pressenrahmens. Auch wenn man bei der Iron-Press grundsätzlich von einer empfehlenswerten Hebelpresse sprechen kann, ist das Preis-Leistungsverhältnis bei einem VKP um 300€ aus unserer Sicht grenzwertig.


Turban Präzipress
Ein paar Worte zu sog. "High End"- Ladepressen im oberen Preissegment:
Ein deutscher Anbieter, die FA. Turban, bietet Ladepressen in 3 versch. Versionen an. Eine 2-Säulen Rahmenversion "Präzipress" mit 105mm Hub und zwei 3-Säulen Rahmenversionen mit je 120mm und 140mm Hubweg. Die Pressen orientieren sich stark an den amerikanischen Vorbildern, der RCBS Ammo Master und der HORNADY .50 BMG-Presse. Mechanisch gesehen bleibt die PP eine Hebelpresse nach dem gleichen, einfachen Prinzip mit einem Handhebel, einer Hubstange und 2 Umlenkhebeln.

Der Hauptunterschied ist jedoch die ausschl. Verwendung von hochwertigen Materialien wie z.B. zerspantem Vergütungsstahl mit geschliffenen Säulen, Randschichthärtung sowie einer zusätzlichen OF-Beschichtung und einer mitlaufenden Brücke, die den Pressenstempel in allen Positionen während des Hubes zusätzlich führt.

Es ist zwar begrüßenswert, dass sich endlich ein deutscher Maschinenbauer der Sache angenommen hat, aber: Der Hauptnachteil bei dieser Presse ist der Umstand, dass man hier ein technisches Gimmick zuviel angebracht hat und dadurch einen
viel zu hohen Preis generiert hat. Nicht, dass echtes "Made in Germany" die Sache wert wäre, aber: Selbst versierten Wiederladern sind VK's zwischen 750 und 1.000€ für eine einfache mechanische Hebelpresse eben ein deutlicher Happen zuviel.


Man hätte auf einige Dinge problemlos verzichten können, ohne dabei irgendwelche Präzisionseinbußen mit der wiedergeladenen Munition zu haben. Das zeigen viele Ergebnisse mit selbstgeladener Munition, ausgezeichnete Streukreise sind ohne Probleme auch mit Ladepressen und einem Pressenspiel zwischen 0,1-0,2mm machbar. Hier sind andere Dinge entscheidend.  

Das grösste Manko bei der Präzipress ist der konstruktive Aufbau. Aus p
raktischer Sicht ist ein optimaler Zugriff in Form eines notwendigen Freiraumes beim Ladevorgang nicht gegeben.


Nachteile
- Eingeschränkter Arbeitsbereich
- Größere Ladezeiten
- Viel zu hoher Preis


Neue High-End Hebelpresse

Fachleute der Metallbranche konnten die Kalkulation aus den Informationen, die der Hersteller bereitwillig ins Netz gestellt hat(t)e, auslesen. Inzwischen ist einer der ersten Konkurrenzanbieter mit einer weiteren Präzisionshebelpresse am Markt.


Und diese Presse ist ein gutes Beispiel dafür, wie man mit modernen Fertigungsmethoden eine Presse bauen kann, die 1. hervorragend konstruiert, 2. noch besser ist als die Turban-Presse und deutlich weniger kostet.


Empfehlungen zum Kauf von Hebelpressen
Aus den oben aufgeführten Gründen ist im Moment die Wahl einer Hebelpresse eines amerikanischen Anbieters aus dem mittleren bis oberen Preissektor für den anspruchsvollen Wiederlader weitaus sinnvoller.


Für die Hälfte des Preises einer teuren Turban PräziPress sind einige solide und präzise Geräte am Markt, die sehr robust, präzise und zuverlässig sind und kaum Wünsche offen lassen. Welche Ladepressen nach unseren Erfahrungen die besten für jagdliche Wiederlader sind, können Sie u.a. in unserem neuen Kapitel =>Wiederladen und mehr<= lesen.

Wie bereits oben erwähnt, ist es besser, die Ersparnis bei den Ausgaben für eine Presse in Maßnahmen zu investieren, die wirklich präzisionsfördernd sind, und da gibt es beim Wiederladen einige!


Zündhütchen setzen  
Eigentlich ist es unverständlich, warum die Auffassungen, wie man beim Bezündern von Hülsen vorgehen soll, unter Wiederladern so unterschiedliche Meinungen herrschen. So kursieren im Netz diverse Hinweise, dass "Zündhütchen mit möglichst viel Kraft und immer so tief wie möglich in die Zündglocke gedrückt werden sollten". Zündhütchensetzgeräte bräuchte man überhaupt nicht, da die Zünder "nicht mit Gefühl  zu setzen" wären.


Anmerkung: Dann machen wir das bei JASW (und sicherlich sehr viele andere Wiederlader) mit dem Setzen der Zündhütchen irgendwie doch falsch und haben mit unserer Setztechnik seit mehr als 3 Jahrzehnten offensichtlich nur Glück gehabt... Und hier kommt das schöne Sprichwort ins Spiel: "Es g i b t keine Zufälle..."   

Das Zündhütchen in einer Hülse ist grundsätzlich immer eine Passung in einer bestimmten Toleranzlage. Da jede der beiden Komponenten innerhalb eines speziellen Toleranzbereiches gefertigt wird, ergeben sich auch unterschiedliche Konstellationen. Nach unseren Erfahrungen gibt es tatsächlich sehr große Unterschiede in Bezug darauf, wie sich diese Paarung gestaltet. Es hat auch einen unmittelbaren Einfluss darauf, wie das Zündhütchen überhaupt gesetzt werden kann. Hier gibt es einige Kombinationen, die große Probleme bereiten.

Nichtdestotrotz muss ein Zünder immer korrekt, d.h. mit dem geeigneten Arbeitsgerät und vor allem mit der richtigen technischen Umsetzung platziert werden. Beachtet man dies, wird man mit der entsprechenden Auswahl, Behandlung und Lagerung keine Enttäuschung erleben und gute Ergebnisse mit einer sehr hohen Sicherheit der Zuverlässigkeitsquote erzielen. Wer hier Geld einsparen will und meint, mit der oben beschriebenen Gewaltmethode arbeiten zu müssen, wird früher oder später sein Lehrgeld dafür zahlen müssen.



Nächstes Kapitel
=>Wiederladedaten<=

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