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.357 Magnum

Kurzwaffenkaliber


Patronenbezeichnung:
.357 Magnum

Kaliber:
.358/ 9,12mm

Einsatzbereich:
Zivile Verteidigung, Fangschuss

Erscheinungsjahr:

1935

Hülsenabmessungen:

L3: 32,77mm

Gasdruck:

3000bar CIP

Geschossgewicht:

125-180grs

Geschwindigkeit:

Vo 470m/s                            158grs Geschoss

Energie:

Eo 1129 Joule                         aus 6" Lauf

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Geschichte und Eckdaten
Die Entwicklung der Randpatrone .357 Magnum wurde 1935 von Smith & Wesson aus der .38 Special mittels einer Neukonstruktion mit einem höherem Leistungspotential gleichen Kalibers, einer 3mm längeren Hülse und einem deutlich höheren Gebrauchsgasdruck von 3000bar (C.I.P.) verwirklicht. Sie stellt bis zum heutigen Tag ein potentes Kurzwaffenkaliber mit beeindruckenden ballistischen Leistungen dar. Insbesondere dann, wenn Geschossgewichte von 10,2 Gramm verwendet werden.


Die .357 Magnum kompensiert die eklatante Leistungsschwäche der .38 Spezial. Bereits zu Anfang der 1902 erschienenen Patrone
hatten Polizei und Sicherheitskräfte ihre Probleme mit der Patrone. Tatsächlich sind die Geschosse der .38 aus kurzläufigen Waffen mit einem Stummellauf von 2-2,5" Länge so langsam, dass man sie bei guten Lichtverhältnissen, von seitlichen Blickwinkel beobachtet, durchaus fliegen sehen kann. Auch die Durchschlagskraft der Geschosse einer .38 Spezial ist entsprechend bescheiden. Bereits etwas dickere Holzbretter (3-4cm Stärke) können sie leicht zum Stillstand bringen.  


Wer einen .38er Revolver zur Nachsuche auf wehrhaftes Wild wie z.B. Sauen mitnimmt, braucht vor allem 2 Dinge:
1. Ausgesprochen gute Schießfertigkeiten+ guteNerven und

2. die Möglichkeit für eine schnelle medizinische Erstversorgung.

Im jagdlichen Betrieb macht die .357 Magnum bei den Revolvern mit Abstand den größten Anteil der
geführten Kurzwaffenkaliber aus. Die Patrone lässt sich sehr angenehm schiessen und ist völlig problemlos zu beherrschen. Leistungstechnisch gesehen sind Lauflängen von mindestens 4", besser allerdings 6 Zoll, sinnvoll. Ein 4-zölliger .357er kann mit einem 158grs schweren Geschoss und einer starken Ladung immerhin 700-800 Joule (S.P.I. 66) erbringen und mit dem richtigen Pulver aus 6" Lauflänge sogar über 1000 Joule (S.P.I. 86).  

Erfahrungen mit JASW


    

Von links nach rechts:
.357 Magnum mit 148grs WC und 158grs Semi-Wadcutter Bleigeschoss (gegossen) für präzise Trainingsladungen. 3. Patrone SPEER 158grs Teilmantel- Flachkopfgeschoss als Gebrauchsladung zum Fangschuss.
F
ür maximale Penetration 158grs Vollmantel (WINCHESTER 158grs Vollmantel-Kegelspitz) und S&B Vollmantel TC Fabriklaborierung.

Das Kaliber im jagdlichen Einsatz
Ein Revolver im Kaliber .357 Magnum eignet sich grundsätzlich als Fangschußwaffe zur Jagd.


Der Wirkungseffekt mit 10,2 Gramm schweren Teilmantelgeschossen ist bei seitlichen Rumpftreffern im Bereich der Blattschaufeln oder der Kammer im Bereich der Herzgegend je nach Wildart recht zufriedenstellend, allerdings setzt die tödliche Wirkung mitunter erst mit einer deutlichen Verzögerung ein (manchmal bis zu einer halben Minute).

Schüsse in den Genickbereich (bzw. bei Sauen direkt hinter den Teller) sind natürlich wirkungsvoller, da sie, wenn die Halswirbel mit dem Hauptnervenstrang zum Gehirn getroffen werden, sofort tödlich sind.


Wir raten aber grundsätzlich davon ab, mit dem .357er Kaliber starkes Hochwild oder eine angeschweißte Sau nachzusuchen, außer im äußersten Notfall zur Selbstverteidigung.


Man sollte nicht außer Acht lassen, dass auch die ordentliche Durchschlagskraft der .357 Magnum nicht die notwendige Schockwirkung erbringen kann, die bei ungünstigen Treffern und Schusswinkel erforderlich ist, um ein verletztes, adrenalinaufgepumptes Stück augenblicklich zu stoppen.




Des Guten zuviel: Dieses Zündhütchen zeigt einen deutlichen Überdruck an
(aus einem S&W Modell 686 verschossen)

Munition
Es gibt mittlerweile kaum ein anderes Kurzwaffenkaliber, dass über ein derart vielfältiges Munitionssortiment wie das Kaliber .357 Magnum verfügt. Von leichten Highspeed-Geschossen mit 125grs bis zu den 158grs schweren Geschossen gibt es jede nur erdenkliche Munition mit Blei,- (WC, SWC, LRN), Teilmantel-, Teilmantelhohlspitz-, Kupferhohlspitz- und Vollmantelgeschossen.

Das ausgewogenste Geschossgewicht in Bezug auf Leistung+ Tiefenwirkung besitzen die 10,2 Gramm Geschosse mit 158grs. Empfehlenswerte Munition für den Fangschuss sind alle Fabrikate mit fest aufgebauten Hohlspitzgeschossen wie z.B. Speer Gold Dot mit 125 und 158grs Hollow Point, Federal Personal Defence, 158grs Hollow Point, MagTech First Defence, 95grs HP Hollow Point, Hornady mit 125+ 158grs XTP-Geschossen sowie die Hohlspitzmunition von Remington und Winchester.

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Unterschiedlich starke Fabrikpatronen
Nicht jede Munitionssorte in der .357 Magnum verdient auch ihren Namen "Magnum".
Besonders enttäuschend ist z.B. die Leistung der FIOCCHI-Fabrikmunition. Bei durchgeführten Geschwindigkeitsmessungen mit einem 6"-Revolver (152mm-Lauf) stellte sich heraus, dass die mittlere Geschossgeschwindigkeit aus einem gemessenen Mittel im Geschossgewicht von 10,2 Gramm/ 158grs nur bei 360m/s(!) liegt, was nur 665 Joule entspricht.

Das ist für eine Patrone, die aus dem gleichen Lauf mit dem richtigen Pulver eine Vo von 450m/s (und mehr) im Bereich von 1000 Joule an Mündungsenergie erbringen kann, nicht nur mehr als bescheiden, sondern bei der Verwendung für den jagdlichen Einsatz zum Fangschuss unter Umständen auch mit Komplikationen verbunden, wenn man auf eine adäquate Wirkung des Teilmantelgeschosses angewiesen ist.
    


Empfehlenswerte Laborierungen

158grs Blei SWC  
Vo: 316m/s Eo:509 Joule
Druck:  1260bar Lauflänge: 6 Zoll
Leichte Übungsladung zum Training

158grs Teilmantel  
Vo: 450m/s Eo:1060 Joule
Druck:  3000bar Lauflänge: 6 Zoll
Starke Gebrauchsladung zum Fangschuss (nicht für Nachsuchen geeignet!)

 
Federal .357 Magnum mit
158grs TM-Hohlspitzgeschoss

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Fazit
Zum Fangschuss auf alles bewegungsunfähiges Schalenwild wie z.B. angefahrenes oder gestürztes Wild ist die .357 Magnum eine sehr gute Wahl. Die Patrone ist der .38 Spezial und auch der 9mm Para bei weitem überlegen. Dies gilt insbesondere für Revolver, die der Patrone mit einem ausreichend langen Lauf zu hohen Energiewerten verhelfen.  

Trotzdem erreicht die .357 Magnum
nicht die erforderliche zuverlässige Stoppwirkung beim Einsatz auf Nachsuchen wie z.B. auf Sauen.


Dies ist nach unseren Erfahrungen erst bei deutlich stärkeren Kurzwaffen in Kalibern wie z.B. .475 Linebaugh, .480 Ruger, .50 Action Express, .454 Casull, .45-70 Government, .500 Linebaugh und .500 S&W Magnum der Fall. Das wird auch beim Vergleich der Kaliber in Bezug auf den A-Square SP-Index deutlich (siehe Vergleichstabelle unten):

A-Square Shock Power Index

.357 Magnum

.45 Auto

.44 Magnum

.454 Casull

.45-70 Gvt.

77

77

153

317

336

 

.30-06

8x57IS

.45-70 Gvt.

.416 Rigby

 

226

216

476

706


Wer sich scheut, die oben aufgeführten Kurzwaffenkaliber zu führen, sollte besser zu einer kompakten Langwaffe, d.h. einem robusten Unterhebel-, Vorderschaft,- oder einer Repetierbüchse mit Kurzlauf, greifen.

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