Vernickelte Hülsen - JASW

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Vernickelte Hülsen

Munitionstechnik

Normale oder vernickelte Hülsen?
Viele Meinungen kursieren zu diesem Thema im Netz: "Schnick-Schnack, den kein Mensch braucht", "Unsinn", "Geldmacherei" und "Absolut kein Unterschied zu normalen Hülsen", "Vernickelte Hülsen sind unzuverlässig, weil sie zu Magazin- und Patronenlagersteckern neigen", usw. ...
Wir können diesen Aussagen nur widersprechen, die silberglänzenden Hülsen unterscheiden sich nicht nur in Bezug auf ihr Äußeres von normalen Messinghülsen, sondern bieten sehr wohl einige Vorteile in der jagdlichen Praxis!
Oberflächenbeschichtungen werden seit vielen Jahren erfolgreich für alle Metall- und Nichtmetallbereiche angewendet. Dazu werden Legierungen durch die zusätzliche Oberflächenbehandlung z.B. gegen Korrosion, Anlaufen oder Verschleiss geschützt und die negative Auswirkungen in der Alltagsbenutzung gemindert. Was im Bereich des Aluminiums die verschiedenen Eloxalverfahren darstellen, ist beim Messing einerseits die Chrombeschichtung, welche je nach Vorbehandlung des Grundmaterials in Matt- oder Glanzschichten aufgebracht wird und andererseits wie im Fall der Hülsen, die Nickelüberzüge, z.B. mittels elektrochemischer Verfahren.   


9mm Para- und .357 Magnumhülse
in vernickelter Ausführung

Warum sind vernickelte Hülsen besser?
Es ist übrigens kein Geheimnis, dass sich der Nickelüberzug auf Messinghülsen seit einigen Jahrzehnten in vielen Bereichen der Munitionstechnik bewährt hat. Nehmen wir zum Beispiel Kleinkalibermunition, die im jagdlichen Bereich eingesetzt wird. Viele der Hochgeschwindigkeitspatronen der .22lfB, die zur Jagd auf Kleinwild und Raubwild produziert werden, haben vernickelte Hülsen und funktionieren damit aus mehrschüssigen Waffen absolut zuverlässig.
Die Mehrzahl der Spezialmunition für Kurzwaffenkaliber wie z.B. 9mm Para, .357 Magnum, .45 ACP mit Hohlspitzgeschossen, die für den Behörden- oder bei fordernden Anwendungen eingesetzt werden, sind mit vernickelten Hülsen ausgestattet. Es sind nicht zuletzt jene Jagdpatronen, die im harten Jagdeinsatz oder im Ausland auf Jagdreisen verwendet werden und daher bewusst mit dem silberfarbenen Schutzüberzug hergestellt werden.

"Harter Jagdalltag" bedeutet z.B. auch der Einsatz bei der Waldjagd und vor allem bei der Nachsuche. Patronen mit vernickelten Hülsen haben u.a. den Vorteil, dass die Manteloberfläche der Hülse nicht matt und rauh wird und damit volle Funktionssicherheit. Für "Waldläufer" bieten die optisch gut sichtbaren Patronen einen weiteren entscheidenden Vorteil: man sieht seine Patronen wesentlich besser! Eine vernickelte Patrone, die bei der Pirsch oder Nachsuche z.B. ins Gras oder auf den Waldboden heruntergefallen ist, kann man sehr leicht wieder finden.   
           

Vernickelte Hülsen im Jagdbetrieb
Die Erfahrungen, die wir mit nickelbeschichteten Hülsen im Laufe vieler Jahre auf der Jagd gesammelt haben, sind durchweg positiv. Dabei ist uns kein einziger Fall bekannt, wo es in irgendeiner Weise Probleme damit gegeben hat, ganz im Gegenteil. Die Patronen, egal ob fabrik- oder selbstgeladen, erfüllten in vorbildlicher Weise ihren zugedachten Zweck. Alles, was wir bisher in verschiedensten Kalibern (u.a.: .22lfB, .357 Magnum, .44 Magnum, .45ACP, .45-70 Government, .416 Rigby u.v.m.) eingesetzt haben, funktionierte ausnahmslos absolut zuverlässig+ störungssicher.

Aus dieser Erfahrung heraus können wir sagen, dass sich vernickelte Hülsen sogar besser Laden+ Auswerfen lassen als normale, unbehandelte (bzw. ungepflegte) Messinghülsen. Es trifft übrigens nicht zu, dass beschichtete Hülsen zwangsläufig dicker sind als reine Messinghülsen. Eine Maß- und Funktionskontrolle ist aber in jedem Fall auch mit normalen Hülsen durchzuführen. Das tatsächliche Mass ist in erster Linie von den Fertigungstoleranzen des Hülsenherstellers und vom Hersteller der jeweiligen Waffe abhängig.        

Hauptvorteile
- Witterungsbeständigkeit bei Regenwetter und hoher Luftfeuchtigkeit
- Leichteres Zuführen vom Magazin ins Patronenlager
- Zuverlässiges Auswerfen der abgeschossenen Hülsen
- Optische Kontrastwirkung
- Eindeutige Zuordnung unterschiedlicher Laborierungen von Waffe+ Kaliber
- Edleres Aussehen


Vernickelte .45-70 Governmenthülse

Fazit
Die Frage, ob es etwas bringt, auf der Jagd vernickelte Hülsen statt Reinmessinghülsen einzusetzen, ist ganz klar mit "ja" zu beantworten.
An erster Stelle ist die
Witterungsunempfindlichkeit in Bezug auf Oxidation zu nennen. An zweiter Stelle steht die verbesserte Zuführung und der Hülsenauswurf aufgrund der positiven Gleiteigenschaften der Oberflächenbeschaffenheit. An dritter Stelle zählt die optische Komponente, auch wenn dies sicherlich eine Geschmacksfrage ist: Silberfarbene Patronen sehen nicht nur einfach exklusiver und hochwertiger aus, sie eignen sich ausserdem hervorragend zur Unterscheidung von verschiedenen Patronen des gleichen Kalibers und damit auch von unterschiedlich geladenen Laborierungen mit dem gleichen Geschoss.

Tipp:
Wenn man Munition mit vernickelten Hülsen (oder solche an sich) erwerben kann, sollte man daher nicht zögern: es lohnt sich in jedem Fall.  



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