Swift A-Frame - JASW

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Swift A-Frame

Jagdgeschosse > Teilmantelgeschosse

Geschichte
Als 1984 eine kleine amerikanische Firma im Bundesstaat Kansas, die bis dato Geschosse für Kurzwaffen herstellte, sich entschloss, mit einem neuen Jagdgeschoss an den Markt zu gehen, ahnte niemand, dass eines der besten Jagdgeschosse erfunden worden war.
In Anlehnung an das bewährte Partitionsgeschoss von John Nosler gab man bei Swift dem neuen Geschoss unter dem Namen
A-Frame eine stärkere Ummantelung und das Wichtigste: man kopierte den gleichen technischen Prozess der Konkurrenz, den Bleikern sicher mit dem Mantel zu verbinden, um ein möglichst hohes Restgewicht zu halten.

Das Ergebnis war sozusagen ein Premium-Partitionsgeschoss. Nach seiner Einführung wurde die Geschosspalette stetig ausgebaut, sodass das A-Frame heute in 16 verschiedenen Kalibern von .257 bis .470
erhältlich ist. Der weltweite Ruf dieses Geschosses ist enorm hoch. Über das Swift gibt es nur sehr wenige Berichte über Geschossversagen (abgesehen von dem üblichen Unsinn aus den Lagern der angeblich "so viel besser wirkenden neuen Wundergeschossen" deutschsprachiger Herkunft).

Der Grund ist ganz einfach: das Fehlverhalten des A-Frame beschränkt sich auf einen erfreulich kleinen Anteil. Dieser kleinen Firma ist tatsächlich das gelungen, was viele Geschosshersteller mit ihren Produkten versuchen: ein Geschoss herzustellen, dass in vielen Fällen über einen sehr breit gefächerten Anwendungsbereich zuverlässig und sicher auf unterschiedliches Wild wirken kann.      

Erfahrungen mit JASW


Aufbau
Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, ist das A-Frame genauso wie das Partition ein Teilmantelgeschoss mit 2 Kammern mit jeweils einer Bleikernlegierung. Das Geschoss beeinhaltet folgenden Aufbau:

  • Teilmantelkonstruktion mit Bleikern

  • Vorderer Geschossteil mit offener Spitze und Bleikern

  • Mantelstegkonstruktion in H-Form

  • Starkes, offenes Heckteil

  • Geschossmantel mit verlötetem Bleikern vorne

  • Geschossmantel mit verlötetem Bleikern hinten

  • Verstärkter Geschossmantel

  • Crimprille


Wirkungsweise
Die Konzeption der beiden mit dem H-Verbundmantel verlöteten Bleikerne macht das A-Frame einmalig, was Wirkung und Zuverlässigkeit angeht.
Während bei vielen anderen Geschosskonstruktionen die optimale Geschoss- und damit Energieentfaltung im Wildkörper sehr stark vom jeweiligen Zielwiderstand abhängig sind, zeigt das A-Frame in der Praxis eine wirklich erstaunliche Flexibilität in Punkto Ansprechverhalten.

Beim Auftreffen deformiert sich der vordere Geschossteil und pilzt auf etwa den 1,8-2 fachen Geschossdurchmesser auf und durch den H-Mantelsteg in seiner vertikalen Deformation gestoppt. Die kompakte+ hohe Restmasse von ca. 90-98% sorgt für einen breiten und tiefen Wundkanal sowie für einen ausreichend großen Ausschuss sowie für eine gute Schweissfährte.

Swift A-Frame Geschossklassen I+II
Genau wie beim (grundsätzlich) vergleichbare Nosler Partitions- Teilmanteltrennkammergeschoss hat man auch bei Swift realisiert, dass ein gutes Jagdgeschoss in Bezug auf die Querschnittsfläche und den Verwendungszweck unterschiedlich stark aufgebaut sein muss.

Idealerweise sollte jedes Geschoss für eine optimale Wirkung sogar noch exakter klassifiziert und auf weitere Parameter abgestimmt sein. Leider sind das zumindest im Moment noch Zukunftsvisionen.

Die Klasse I umfasst Geschosse der Kalibergrößen .257 bis .358. Bei dieser Ausführung beträgt das Längenverhältnis vom vorderen zu dem hinteren Geschosskern etwa 1,39. Ab dem Kaliber .366 (9,3mm) bis zum Kaliber .500 (Klasse II, "Heavy Rifle") beträgt dieses Verhältnis ca. 1,14.
Der Heckteil dieser Geschosse ist länger,
genau wie beim Nosler Partition in den größeren Kalibern. Der vordere Expansionsteil ist so ausgeführt, dass zwar eine schnelle Anstauchung erfolgen kann, aber (ähnlich wie beim A-Square Dead Tough Teilmantel) jede weitere Vergrößerung der Deformationsfläche entscheidend von der vorhandenen Krafteinwirkung im Zielmedium abhängt.

Genau diese Wirkungsweise ist der Hauptgrund für die hohe Tiefenwirkung und die Richtungsstabilität im Wildkörper, für die das A-Frame berühmt ist und sich
weltweit bewährt hat (auch, wenn man sich bei Swift das meiste vom Nosler PT abgeschaut hat).
                  

SWIFT A-Frame Lever Action Series
Die Klasse III rundet das Programm des Geschossherstellers mit dem A-Frame für einen besonderen Bereich ab: Die Jagd mit Unterhebelrepetierbüchsen in den klassischen großkalibrigen amerikanischen Randpatronen. Dazu wurde das Geschoss für die moderaten Geschossgeschwindigkeiten der Randpatronen angepasst. Die verlöteten und mit einem Trennsteg versehenen Teilmantelgeschosse können durch die abgeflachte Geschossspitze gefahrlos aus Röhrenmagazinen von Unterhebelrepetierern verschossen werden.

Die Serie umfasst folgende Kaliber:

  • .30-30 Winchester mit 150+ 170grs

  • .348 Winchester mit 200grs

  • .45-70 Government mit 350grs

  • .50 Alaskan mit 450grs


Je nach Kaliber und Wildart ist eine ausreichende Deformation bereits bei moderaten Geschossgeschwindigkeiten gegeben. Im Kaliber .45 ist das bei einer Zielgeschwindigkeit von weniger als 600m/s gegeben.
   

Wirkung in der Praxis
Das Erstaunliche an A-Frame ist seine hervorragende wundballistische Wirkung in Verbindung mit einer großen zielballistischen Bandbreite. Das Ansprechverhalten und die Energieabgabe im Haupt-Wundkavernenbereich können bei der Wahl des richtigen Kalibers absolut identisch mit dem eines normalen Teilmantelgeschosses sein, d.h. auch auf leichtes Wild, wenn alle Parameter stimmen. Übrigens
ist die Aussage, dass das Swift ein "hartes Geschoss"sei, genauso falsch, wie dem Geschoss eine "weiche Spitze" zu attestieren.

Mit dem geeigneten Kaliber liegen leichte Stücke mit guten Treffersitzen und rechtwinkligen Geschossdurchgängen grundsätzlich genauso sicher am Anschuss wie starke Stücke der deutlich höheren Gewichtsklasse sowie bei erhöhter Schusshärte wie unser Hochwild und afrikanische Antilopen. Gerade in Afrika sieht man das Swift recht häufig, insbesondere bei den amerikanischen Jagdgästen. Es macht auch hier für das Geschoss absolut keinen Unterschied, wie schwer die beschossenen Stücke sind. Von Kudu, Oryx über Eland werden die meisten Stücke mit den .30er, .300er bis .338er Magnumk
alibern erlegt.
Büffel fallen vorzugsweise mit der .375 und .416, je nach =>Treffersitz<= und Kaliber innerhalb kurzer Fluchtdistanzen. Ausschüsse sind bei Büffeln mit der .375 eher selten, was der hervorragenden Geschosswirkung des Swift aber keinen Abbruch tut.

Beim Aufbrechen zeigt sich bei bestimmten Kaliber- und Anwendungskombinationen
hinsichtlich der inneren Zerstörungswirkung absolut kein Unterschied im Vergleich zu weich aufgebauten und rasch ansprechenden herkömmlichen Teilmantelgeschossen. Der einzige Unterschied dazu ist jedoch, das im umgebenden Muskelgewebe weniger Blutergüsse zu finden sind. Der Hauptgrund ist, dass im Gegensatz zu anderen Teilmantelgeschossen fast keine Splitter entstehen.

Wenn man Letzteres betrachtet, muss man sich ernsthaft fragen, warum im Moment einige kleine Geschosshersteller ihre Teilzerlegungsgeschosse als das Non-Plus-Ultra anpreisen, die das Wildbret mit Splittern und groben Geschossfragmenten spicken. Wenn es nur darum ginge, eine möglichst hohe Augenblickswirkung zu erzielen, gäbe es wohl bald nur noch Jagdmunition mit Sprengkopfgeschossen (das wäre sicherlich sehr wirkungsvoll, aber keineswegs wildbretschonend!).   

Ein weiterer Pluspunkt des A-Frame ist seine hohe Durchschlagskraft mit einer sehr hohen Ausschusswahrscheinlichkeit auf starkes Hochwild, nordamerikanisches, asiatisches Wild und Antilopen. Wer keinen optimalen Treffersitz auf dem beschossenen Stück, aber innerhalb der letalen Zone erzielen konnte, kann sich (das geeignete Kaliber vorausgesetzt) mit dem Swift normalerweise sicher sein, immer eine Schweissfährte vorzufinden. Diese ist i.d.R. stark genug, um eine Totsuche durchzuführen und beim richtigen Treffersitz ein verendetes Stück vorzufinden.

Aber: Es gibt allerdings auch Fälle, wo das Swift A-Frame versagt. In solchen Fällen bleibt zwar meistens noch ein hohes Restgewicht von 85-90% erhalten, aber das Geschoss formt sich beim Auftreffen zu einer flachen Scheibe, die dann kaum noch Eindringtiefe im Wildkörper leistet und schwierige Nachsuchen verursacht.

Eine optimale wundballistische Wirkung ist bei jedem Jagdgeschoss, ob gut oder schlecht, immer abhängig von den ballistischen Umgebungsparametern und dem jeweiligen Kaliber. Da macht auch das A-Frame keine Ausnahme.


Munition
Inzwischen bieten alle namhaften Munitionshersteller das Premiumgeschoss an. Dazu gehören Federal, Norma und S&B.

Im Sortiment von Norma werden folgende Kaliber gelistet:

  • .308 Win.

  • .30-06

  • .300 Win.Mag.

  • 8x68S

  • 9,3x62

  • .375 H&H Mag.

  • .416 Rigby

  • .458 Win.Mag.

Fazit
Das SWIFT A-Frame ist eines der besten Premium-Teilmantelgeschosse, das z.Z. am Markt erhältlich ist, vielleicht sogar das "Beste". Die Geschosspalette deckt alles
weltweit bejagbare Wild ab. Eine sinnvolle Einteilung zum Einsatz muss allerdings immer kaliberbezogen erfolgen, wie bei jedem Jagdgeschoss, das tatsächlich eine gute Augenblickswirkung zeigen soll.

Die Hauptnachteile des Geschosses sind auch der hohe Preis und die langen Lieferzeiten. Es ist ebenfalls kein Geheimnis, dass es mit dem A-Frame in einigen Waffen
zu Präzisionsproblemen kommt. Wer sich ein Swift A-Frame im Kaliber für seine Waffe "gönnen" möchte, muss mitunter viel Geduld mitbringen. Aufgrund unserer jahrelangen Erfahrung mit dem Geschoss können wir aber behaupten, dass man nach sorgfältiger Prüfung der Kaliber- und Einsatzeignung die Anwendung mit einer abgestimmten Laborierung ganz sicher nicht bereut und dem Geschoss eine ausgezeichnete jagdliche zielballistische Wirkung attestieren. Auf der Jagd zählt letztlich der Erfolg. Es ist umso schöner, wenn er mit einer sauberen Erlegung gekrönt wird.

In jedem Fall muss vor dem jagdlichen Einsatz aus der jeweiligen Waffe die ausreichende Schussleistung getestet werden. Als 2-Kammer Teilmantelgeschoss kann
auch das A-Frame je nach Kaliber, Geschossgewicht und der jeweiligen Waffe große Präzisionsprobleme bereiten.

Leider gibt es auch bei dem hochwertigen A-Frame Geschoss keine 100%ige Garantie gegen ein mögliches Geschossversagen, wenn bestimmte Parameter beim jagdlichen Schuss in ungünstiger Kombination aufeinandertreffen. Dieser G
rundsatz gilt allerdings für jedes Jagdgeschoss. Zum Glück ist die Fehlerquote mit dem Swift-Geschoss recht gering, letztendlich aber leider auch nicht gänzlich auszuschließen.

Man sollte sich allerdings genau überlegen, ob man dieses Geschoss wirklich braucht. Für viele Kaliber, insbes. europäische, ist die Verwendung dieses Premiumgeschosses in Bezug auf Wirkung (und Kosten) schlichtweg Nonsens. Hier erzielt man mit anderen Geschossen sogar bessere Ergebnisse zu einem deutlich günstigeren Preis.   


Nächstes Kapitel
=>SWIFT Scirocco<=


 
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