SAX KJG - JASW

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SAX KJG

Jagdgeschosse > Bleifreie Deformationsgeschosse

Beschreibung
Als Ableger des möllerschen KJG wird auch das KJG-SR Geschoss mit höchsten Leistungsansprüchen angepriesen. Der Anbieter der SAX-Munition wirbt hierzu mit Schlagwörtern wie:
"Reduzierte(r) -Geschossreibung, -Lauferwärmung und -Verschleiss, -Energieverlust, -Geschossablagerungen, -Einpresswiderstand, der Vermeidung von Druckspitzen, hoher Geschossgeschwindigkeit, flacher Flugbahn, großer Reichweite, ausgezeichneter Präzision, schnellem und sicherem Ansprechverhalten, entfernungs- und wildunabhängiger Wirkung, Flugbahn- und Abprallunempfindlichkeit, hoher Tötungswirkung durch Schock- und Splitterwirkung, grösster Tiefenwirkung, begrenzter Anzahl von Splittern und (natürlich) geringer Wildbretentwertung..."  

Wenn der Begriff der "eierlegenden Wollmilchsau" neu definiert werden müsste, könnte man diesem Jagdgeschoss
sicherlich die Note 1 geben!


Nichtsdestotrotz fühlt sich von den aberwitzigen Werbeversprechen immer noch eine bestimmte Klientel von jagdlichen Schützen angesprochen. Es sind vor allem
diejenigen, welche jagdlich noch unerfahren sind und solche, die einen zwanghaften Drang zum Beschiessen von Wild auf alle erdenklichen Schussentfernungen verspüren und einige, deren physische und mentale Fähigkeiten einfach nicht ausreichen, ein normales jagdliches Mittelkaliber ohne Mucken zu schiessen und sich nach einer softweich schiessenden Patrone mit einem angenehmen Wattebauschgefühl wie auf dem Ponyhof sehnen.

Da kommt diese Werbebotschaft gerade recht: Man nehme einfach eine Mittelpatrone und lade diese mit einer leichten, bahnbrechend wirkenden Geschosskonstruktion auf eine möglichst hohe Geschwindigkeit. Fertig ist die "Jagdmunition der Spitzenklasse" , die einer 8x57IS zu den aussenballistischen Höhenflügen auf dem Niveau einer 8x68S verhilft...             
Erfahrungen mit JASW

Wertung der Produktbeschreibung von Hersteller und Anbieter
Es entlockt jedem gestandenen Jäger mit einer profunden jagdpraktischen Erfahrung nur ein müdes Lächeln, wenn er solche Werbesprüche liest.

Wir möchten an dieser Stelle der Fairness halber trotzdem die einzelnen Punkte der Werbebotschaft kurz und knapp kommentieren:

- Laufreibung, Lauferwärmung und Verschleiß sind relevante Einflussgrößen für Waffen auf dem militärischen Sektor,
 aber n i c h t bei Jagdwaffen.


- Ablagerungen durch Kupfer stellen mit der richtigen Laufreinigungsmethode überhaupt kein Problem dar. Mit guten bleifreien Geschossen der Konkurrenzhersteller aus reinen Kupferlegierungen sind ohne Einschränkungen in Bezug auf die Präzision auch größere Schusszahlen ohne Zwischenreinigung möglich (insbes. dann, wenn das Laufmaterial der Waffe richtig ausgewählt wurde).

- Gefährliche Druckspitzen haben bei normaler Handhabung und Pflegeintervallen einer Jagdwaffe immer andere Ursachen (z.B. falsche Auswahl und Dimensionen der Patronenkomponenten, insbes. der Pulverladung).

- Die Geschossgeschwindigkeit eines Kalibers muss auf die jeweiligen waffenspezifischen und innenballistischen Parameter angepasst sein (Abmessungen von Patrone und Kaliberquerschnitt).

- Flugbahn und Reichweite eines Geschosses sind durch das Verhältnis von GL zu GØ limitiert.

- Die erzielbare Präzision eines massestabilen deformierenden Kupfergeschosses ist einer optimal abgestimmten Laborierung aus dem gleichen Lauf nicht zu unterbieten.


- Das Ansprechverhalten von Deformations-Kupferhohlspitzgeschossen ist mit der richtigen Auswahl von Geschoss und Patronenkomponenten absolut hervorragend und oft sogar noch besser als mit einem vergleichbaren hochwertigen Teilmantelgeschoss.

- Eine
zuverlässige Schusswirkung ist mit optimal angewendeten Kupferhohlspitzgeschossen auch auf sehr weite Schussdistanzen >300 Meter zu realisieren.

- Kein Jagdgeschoss zeigt auf alle Wildarten und unterschiedlich starke Stücke die selbe Wirkung! Aber man kann durch eine überlegte Auswahl der Waffe, Kaliber, Geschoss und deren Anwendung einen guten Kompromiss im Sinne einer voll zufriedenstellenden zielballistischen Wirkung erzielen.

- Je schneller ein Geschoss ist, desto größer ist die Anfälligkeit für Geschossablenkungen durch Flugbahnhindernisse. Auch aus diesem Grund dürfen Geschosse in einem Kaliber nicht zu leicht sein. (Teil-)Zerlegergeschosse sind besonders empfindlich und werden sehr leicht abgelenkt.

- Die Schockwirkung ist bei allen Geschossen, die ein vergleichbares Verhältnis von Energieabgabeverhalten zu Wundkanalvolumen und -tiefe haben, vom Kaliber abhängig, n i c h t vom Geschoss.
                  
- Massestabile Kupferdeformationsgeschosse verfügen über eine bestmögliche Tiefenwirkung für einen sicheren Ausschuss mit einem schnellen und starken Energieabgabeverlauf, wenn die Laborierung auf das optimale Verhältnis von Energieabgabe zur Energiemitnahme aus dem Wildkörper abgestimmt ist.

- Die Einblutungen und Hämatome von teilzerlegenden Splittergeschossen sind wesentlich größer als bei Deformationsgeschossen.  

Fazit
Abgesehen vom Konzept des Teilzerlegergeschosses, das weder dem damit beschossenem Wild, noch dem Endverbraucher von Wildfleisch zugemutet werden kann, ist dieser Geschosskonstruktion nichts anzuerkennen, was man für eine positive Habenseite verbuchen könnte. Die Splitterwirkung von Geschossfrakturen kann weit in die Umgebungspartien der Muskelmasse des Wildbrets hineinreichen.  

Das SAX KJG kann darüber hinaus nicht einen einzigen plausiblen Grund liefern, der einen Einsatz dieses Geschosses rechtfertigen würde.

Bei allem guten Willen ergibt sich weder eine Notwendigkeit des Einsatzes, noch irgendeine Verbesserung in Bezug auf die Wirkung im Vergleich mit einem guten bleifreien kupferbasierten Deformationsgeschoss. Und von Letzteren gibt es inzwischen einige ganz hervorragende Geschosskonstruktionen.       


Nächstes Kapitel
=>Barnes Banded Solid<=

 
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