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Nosler Partition

Jagdgeschosse > Teilmantelgeschosse

Geschichte
Ein Begründer der guten Jagdgeschosse (später auch Premiumgeschosse genannt) ist "Big"John A. Nosler. Der passionierte Jäger aus Oregon in den USA hatte 1940 auf der Jagd in British Kolumbien ein Schlüsselerlebnis, als er mit seiner Winchester 70 Repetierbüchse im Kaliber .300 H&H Magnum aus kürzester Distanz einen Elchbullen beschoss. Das Stück zeichnete nicht und er musste noch 5 weitere Schüsse antragen, bis der Bulle endlich verendet war. Nosler untersuchte anschließend den Elch und fand heraus, dass alle Treffer zwar sauber auf dem Blatt saßen, allerdings war keines der Teilmantelgeschosse bis in den lebenswichtigen inneren Organbereich gelangt. Alle Geschosse hatten sich auf dem massiven und mit getrockneten Schlamm "gepanzerten" Schulterblatt völlig zerlegt.

Für Nosler war klar, dass die wichtigsten Kriterien für ein schnell und zuverlässig wirkendes Jagdgeschoss Penetration und Expansion sind. Er machte sich immer wieder Skizzen und zeichnete
dabei zufällig zwei Geschosse übereinander. Da kam ihm die Idee, die beiden Geschosse (das erste für die Energieabgabe, das zweite für die Durchschlagskraft und Tiefenwirkung) miteinander zu verbinden. Dieser Bereich (der Mantelsteg, die Partition) gab dem Geschoss seinen späteren Namen.

Nosler fand im Laufe der Jahre auch heraus, dass für eine schnelle Tötungswirkung trotzdem immer eine hohe Energieabgabe erforderlich ist, die auch einen gewissen Masseverlust des Geschosses zur Folge hat. Es ist daher ganz normal, dass das Partition etwa die Hälfte seines ursprünglichen Gewichts verliert. Mittlerweile gibt es für das Nosler
kaliberspezifisch abgestufte ausgeführte Geschosse, sodass auch auf schweres Wild oder Großwild ein höheres Restgewicht für eine ausreichende Tiefenwirkung erreicht wird.   

Aufbau und Wirkungsweise
Als eines der ältesten Premium-Teilmantelgeschosse hat das Partition eine enorme Reputation weltweit. Nicht nur im Ursprungsland USA, sondern auch in Europa, Asien und Australien sowie auf dem schwarzen Kontinent ist das Noslergeschoss eines der bewährtesten und der am meisten geschätzten Geschosse, die im jagdlichen Einsatz sind.

Die Kombination von Teilmantelgeschoss mit einer schnellen Energieabgabe durch das schnelle Aufpilzen des vorderen Geschossbereiches und einem langen Restkörper für die notwendige Tiefenwirkung macht das Partitionsgeschoss grundsätzlich für eine große Bandbreite von Wildgewichtsklassen tauglich.

Verschiedene Geschossmäntel
Für das Partition gibt es zunächst 2 Geschossversionen mit unterschiedlichen Mantelstärken:

  • Bis zum Kaliber .30 mit einem normal starken Mantel und einem durchschnittlichen Restgewicht zwischen 50-70%*

  • Die nächste Version hat einen verstärktem Mantel für größere Kaliber ab 8mm wie .338, 9,3mm und .375 mit durchschnittlichen Restgewichten zwischen 70-85%*

  • Eine weitere, modifizierte Version weisen die beiden grössten Partitionsgeschosse auf. Im Kaliber .416 und .458 hat Nosler ähnlich wie beim SWIFT A-Frame den Steg für die hintere Kammer deutlich nach oben gesetzt. Diese Maßnahme erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein hohes Restgewicht in sehr widerstandsfähiger und grosser Zielmasse. Dies hat man der Tatsache geschuldet, dass der Einsatz auf schweres Wild zwischen 800-2000kg (einschl. schwerste Büffel) einem Jagdgeschoss einfach deutlich mehr Stabilität im Wildkörper abverlangt, als auf mittelschweres Flächenwild oder leichtes Schalenwild.


Partition und PP-Version
Jetzt hat man bei Nosler dieses Konzept in ähnlicher Weise in Bezug auf ein verbessertes Geschossangebot in mittleren Kalibersektor erweitert. Im Kaliber .30 kann man beim Partition zwischen dem normalen PT in Spitzform nun auch eine Version mit einer abgeflachten Geschossspitze, jeweils in der oberen Gewichtsklasse verwenden. Der Unterschied zwischen den beiden Geschossausführungen liegt darin, dass das normale Partition für die Expansionskammer über etwa 3/4 der Geschosslänge, und die "Protected Point"-Version über 2/3 der Länge für den Expansionsbereich verfügt. Dies bedeutet, dass man mit den unterschiedlichen Geschossvarianten die ballistische Leistung
in Abhängigkeit vom eingesetzten Kaliber und dem jagdlichem Anwendungsbereich, selektiert einsetzen kann.
         

Munition
Fabrikmunition mit dem Partition gibt es in vielen Kalibern vom Hersteller selbst sowie von namhaften Munitionsherstellern wie FEDERAL, NORMA und S&B.

Geschosse
Das Partitionsgeschoss gibt u.a. in folgenden Kalibern:
.264, .277, .284, .308, .323, .338, .358, .366, .375, .416 und .458.

Fazit
Was das Nosler Partition auszeichnet, ist seine relativ hohe Energieabgabe und seine Abwärtskompabilität auf leichtes und mittleres Wild. Der vordere Geschossteil spricht sehr schnell an, sodass
i.d.R. die Energieabgabe groß genug ist, um die Fluchtstrecken auch bei leichten Stücken gering zu halten. Diese Wirkung kann aber von Kaliber zu Kaliber sehr unterschiedlich sein.

Der größte Nachteil des Partition ist seine mangelnde Präzision aus bestimmten Waffen bzw. Läufen. Aus diesem Grund ist es vor dem jagdlichen Einsatz unerlässlich, die Präzision aus der jeweiligen Waffe zu testen.     

Bei der Auslandsjagd kann das Partition unter Berücksichtigung der Wirkungsfaktoren ein zuverlässiges Geschoss für spezielle Anwendungsmöglichkeiten sein. Man sollte hierbei sehr sorgfältig abwägen, wann man das Geschoss für welchen Zweck einsetzen möchte und dabei auch die zielballistischen Faktoren berücksichtigen.

Wie jedes Geschoss hat auch das Partition als H-Konstruktion mit Bleikern seine Stärken und seine Schwächen, sodass man das Geschoss nicht immer und für jeden Anwendungsfall verwenden kann.  

 

 

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