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Möller KJG

Jagdgeschosse > Bleifreie Deformationsgeschosse

Geschossaufbau
Dieses Geschoss besteht aus einer homogenen Kupferlegierung mit Hohlspitze. Allerdings handelt es sich nicht um ein Deformationsgeschoss, sondern um eine Konstruktion, deren vorderer Teil sich in Splitter zerlegt und damit seine Tötungswirkung im Wildkörper entfalten soll. Es ist eine Entwicklung des Physikers Lutz Möller, der seine Konstruktion als bahnbrechend mit Fachbegriffen wie "Flächenlast", "Führungsbänder", "Schulterstabilität", "Restbolzen" und "höhere Geschossgeschwindigkeit durch niedrigen Anfangsgasdruck" und mit einer herausragenden Präzision propagiert.

Die sofort tödliche Wirkung soll durch die Wirkung des (Hochgeschwindigkeits) -geschosses im Zusammenhang mit der Splitterwirkung des KJG bei zugleich geringer Wildbretzerstörung zustande kommen.

Anmerkung zu schnellen Geschossen
Je schneller ein Geschoss ist, desto größer wird die Ablenkungswahrscheinlichkeit, sowohl was Hindernisse in der Flugbahn angeht, als auch nach dem Auftreffen auf das Zielmedium. Dies steht im eindeutigen Widerspruch zu der Anforderung, dass sich ein Jagdgeschoss möglichst richtungsstabil durch den Wildkörper bewegen und dabei nicht zuviel Masse verlieren soll, damit eine Ausschuss möglichst sicher wird. Das sind Anforderungen, die ein Zerlegungsgeschoss einfach n i c h t erfüllen kann.

Erfahrungen mit JASW

Prinzip der Geschosswirkung
Die überwiegende Anzahl der modernen Jagdgeschosse sind so konstruiert, dass sie gut ansprechen, d.h. beim Eingang in den Wildkörper ihre Querschnittsfläche rasch vergrößern und dadurch eine trichterförmige Wundkaverne mit eine hoher Energieabgabe, Gewebe- und Organzerstörung erzeugen. Eine Splitterwirkung durch Geschossmaterial ist dabei überhaupt nicht erwünscht. Wer möchte schon gerne beim festlichen Wildessen auf einen großen Kupfersplitter beißen?!
Sogenannte "Hochgeschwindigkeitsgeschosse", deren Tötungswirkung aufgrund des Geschossdurchgangs mit der gleichzeitigen Zerstörungswirkung der absplitternden Geschossfragmente herbeigeführt werden soll, können (egal auf welches Wild) weder eine zuverlässige und wildbretschonende Wirkung, noch ein dem Zielmedium angepasstes Energieabgabeverhalten garantieren.

Jagdliche Wirkung
Mal ganz davon abgesehen, dass ein Zerlegungsgeschoss mit Splitterwirkung grundsätzlich nicht mehr zeitgemäß ist, hält auch das Kupferjagdgeschoss nicht das, was es verspricht:
Aufgrund des sich zerlegenden vorderen Geschossteils werden nicht nur innere Organe, sondern auch das Wildbret im Bereich um den Wundkanal mit Splittern gespickt.

Diese Geschossfragmente sitzen mitunter so tief und so versteckt, dass beim Verzehr des Wildbrets die erhöhte Gefahr besteht, auf massive Kupfersplitter zu beissen.

Es sollte für jeden nur allzu verständlich sein, sich selbst und vor allem den Käufern des Wildbrets einen (ungewollten) Zahnarztbesuches zu ersparen!

Erfahrungen mit KJG
Die meisten jagdlichen Schützen, welche das Kupferjagdgeschoss verwendet haben, steigen nach schlechten Erfahrungen schnell wieder auf andere Geschosskonstruktionen um. Als Hauptgrund wird uns bei den Rückmeldungen vor allem die unzuverlässige Wirkung des Geschosses genannt.  
In der Praxis zeigt sich die Bandbreite der Versagensmöglichkeiten:
Die Wirkung reicht von der Totalzerlegung selbst bei leichtem Wild bis zum vollmantelähnlichen Durchgang. In anderen Fällen kommt es bereits beim Auftreffen auf eine Rippe zur Totalzerlegung. Die Folge sind lange Nachsuchen oder dem Verlust der Stücke. Die beiden Mängel des KJG sind eklatant und führen dazu, dass das Auffinden eines beschossenen Stückes zum reinen Lotteriespiel wird.   

Schussleistung
Was die Präzision angeht, ist das KJG keineswegs besser als vergleichbare Geschosse. Die meisten angeführten Schussbilder sind wiedergeladene Laborierungen und auf Präzision getrimmt (was keineswegs abwertend gemeint ist, ganz im Gegenteil). Aber Loch in Loch-Schussbilder sind ohne weiteres auch mit anderen guten bleifreien Kupferdeformatoren möglich.

Ringführungen der Mantelfläche
Die Führungsbänder, d.h. die sehr schmalen, herausstehenden Ringe in Verbindung mit der Kupferlegierung, bewirken einen reduzierten Widerstand im Lauf und damit einen geringeren Anfangsgasdruck. Um das Geschoss auf die gleiche Geschwindigkeit zu bringen wie Geschosse mit voller zylindrischer Mantelführungsfläche, muss die Ladung erhöht werden. Übrigens ist der Grad der Führungsstabilität über die Felder von gezogenen Läufen mit Bändern nicht unumstritten. Einige Geschosshersteller wie z.B. Nosler weisen ausdrücklich darauf hin, dass eine ausreichende Mindestführungsfläche sehr wichtig beim Laufdurchgang ist.  

Ist "klein+schnell" auch "gut"?
Die These vom leichten und schnellen, aber festen Geschoss mit gestreckter Flugbahn und verbesserter Aussenballistik ist absoult nichts Neues. Denn genau das können andere Geschosskonstruktionen auch leisten und noch mehr. Die Daumenregel, immer eine Gewichtsklasse unter der von bisher verwendeten Geschossen zu gehen, geht allerdings nicht auf. Der aktuelle Kenntnisstand zeigt, dass eine Daumenregel-Korrektur nicht immer zweckdienlich ist. Je nach Anwendung, Waffe und Kaliber muss eine Abstimmung der Geschossquerschnittsfläche mit einer optimierten Gewichtsanpassung vorgenommen werden. Dies trägt zu einer deutlichen Verbesserung der jagdlichen Ergebniss bei.   

Im Gegensatz zu dem Kupferjagdgeschoss arbeiten die meisten bleifreien Geschosskonstruktionen nach dem klassischen und zuverlässigen Deformationsprinzip. Dies garantiert mit der richtigen Kaliber-Waffe-Einsatzkombination eine schnell tötende und absolut sichere Wirkung (auch wenn uns die "Splitterfraktion" des H. Möller regelmäßig vom Versagen der anderen Konkurrenzprodukte überzeugen möchte).

Unter den Befürwortern tummeln sich vor allem Schützen, die jagdliche Mittelkaliber zwischen 6,5 und 7mm für den Einsatz auf schweres Hochwild in "allen Lebenslagen" und für alle Distanzen propagieren. Diese illusorische Vorstellung wird von der irrtümlichen Annahme von leichten Geschossen getragen, die auf hohe Geschwindigkeiten gebracht werden und durch die Zerlegung eine bessere zielballistische Wirkung erbrächten und damit größere Kaliber "überflüssig" machen sollen. Dies sagt bereits alles über das Niveau aus, auf dem sich solche Kandidaten bewegen. Wie bereits weiter oben erwähnt, wird damit lediglich die Unfähigkeit kompensiert, Waffen in ausreichend großen und starken Kaliber zu beherrschen.           

Fazit
Die Kombination der (Teil-) Zerlegung beim KJG bei gleichzeitig hohen Geschossgeschwindigkeiten ist mehr als kritisch anzusehen. Sowohl die Ablenkungswahrscheinlichkeit durch leichte Hindernisse in der Flugbahn als auch die mangelnde Richtungsstabilität beim Durchgang im Wildkörper steigt erfahrungsgemäß in sehr hohem Maße an.

Zusammengefasst gibt es keinerlei Argumente zum Kauf dieser "Spezialkonstruktion".
Das Prinzip des Zerlegungsgeschosses geht eindeutig in die falsche Richtung, daher ist vom vom KJG Kupferjagdgeschoß nur abzuraten.

Nächstes Kapitel
=>Nosler E-Tip<=


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