Messerschärfung - JASW

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Messerschärfung

Tipps


Ein scharfes (Jagd)Messer
Jedes Jagdutensil, völlig egal ob Waffe, Fernglas oder andere Ausrüstungsgegenstände, sollte stets in einem technisch und optisch einwandfreiem Zustand sein. Nicht nur, um sich 100%ig darauf zu verlassen, sondern auch, um einer gewissen Ästhetik gerecht zu werden. Dass ein Jagd- und Fleischmesser schneiden muss, ist sicherlich kein Geheimnis und hinlänglich bekannt. Aber mit der herkömmlichen Methode der Schärfung von Hand mit einem frei geführten Wetzstein oder am Schleifbock hat sich der Verfasser noch nie richtig anfreunden können.

Und zwar aus folgenden Gründen:
Erstens erfordert es viel Erfahrung und Übung, dem Messer einen richtigen+ gleichmäßigen Schliff zu geben und zweitens sehen Kratzer auf Stahl nicht schön aus. Schon gar nicht auf auf einer sauber geschliffenen, gebürsteten oder polierten metallisch blanken Oberfläche wie einer Messerklinge.
  
Ein sehr gutes und praktisches Werkzeug zum Messerschärfen und bei uns schon seit vielen Jahren mit gutem Erfolg auf der Jagd im Einsatz, sind die Schärfesets mit verschiedenen Abziehsteinen, die wirklich ein genaues Schärfen der Schneide ermöglichen. Der Vorgang ist simpel und bedarf außer den Hauptablaufpunkten eigentlich keiner weiteren Erklärung. Aber: es gibt ein Problem, das sich leider im Laufe der Zeit bei der Benutzung einstellt (mehr dazu weiter unten).

Der Ablauf:

  • Klinge in den Messerhalter einspannen

  • Abziehstein auswählen (grob, mittel, fein)

  • Führungsstange am Abziehstein ausziehen

  • Winkel der Schneide über die Führungsbohrung wählen

  • Schneide mit dem jeweiligen Stein abziehen

  • Messer bzw. Klingenseite wechseln

  • Beidseitigen Fein- bzw. Abschlussschliff anbringen


Tipps zum "Wie"
Messer, die zum ersten Mal mit dem Schärfeset geschliffen werden, sind mit dem groben Schleifstein abzuziehen (Vorschliff für beide Klingenseiten). Danach erfolgt der Arbeitsschliff mit dem oder den beiden nächst feineren Abziehsteinen, natürlich ebenfalls beidseitig. Der letzte Vorgang erfolgt mit dem feinsten Stein und dient der Verlängerung der Schnitt-Standzeit der Schneide. Als Praxiswert für einen guten Kompromiss zwischen Schärfe und Schnittstandszeit sehe ich einen Anstellwinkel von 22°.

Wichtig ist dabei Folgendes: Das Messer muss über die Klinge immer ausgerichtet werden und
g e r a d e eingespannt sein. Bereits eine leicht verkantete Messerklinge im Winkelhalter führt zu einer asymmetrisch ausgeführten Schneide, was wiederum einen schlechten Schnittverlauf und eine verkürzte Standzeit zur Folge hat. Die besten Erfahrungen haben wir damit gemacht, etwas Honöl dazu zu geben und den jeweiligen Schleifstein mit ausreichend Druck (nicht zu fest) zur Klinge hin zu bewegen, aber nur in Richtung Klinge! (der Name "Abziehstein" ist in diesem Zusammenhang vielleicht etwas irreführend). Bei einem Jagdmesser ist es sehr wichtig, dass die Schneide scharf ist. Aus diesem Grund wird der Schleifstein beim Nachschärfen über die gesamte Länge der Schneide bis zur Klingenspitze geführt. Das garantiert beim Aufbrechen und beim Zerwirken ein sauberen Schnitt und eine gute Trennschärfe.            

Problemlösung:
Was tun bei
zugesetzten Schleifsteinen?
                       
                         

Mit der Zeit tritt ein sehr lästiges und
unangenehmes Problem auf:
Durch die Schleifgänge, insbes. in Verbindung mit dem Schleiföl,
setzt sich die porige Struktur der Schleifsteine zu (Foto links).

Der Schleifvorgang wird dadurch erheblich erschwert und die Geschichte mit dem Schärfen wird langwierig und zäh. Sämtliche Reinigungs- und Hilfsmittel wie Alkohol, Nitro- Universalverdünnung, (Edelstahl-)Bürsten sind absolut nutzlos.


Es gibt zur Lösung dieses Problems einen simplen, aber wirkungsvollen Trick:
Schleifstaub von Rundschleifscheiben. Dieses feine, pulverförmige Schleifgranulat fällt als Abfallprodukt
(Edelkorund bzw. Siliziumkarbidstaub) in jedem Fertigungsbetrieb (Zerspanung) an. Ein kleines Gläschen davon genügt. Das Pulver wird zunächst auf eine feste+ ebene Arbeitsplatte geschüttet und gleichmäßig verteilt. Man führt dann den Abziehstein mit kreisenden Bewegungen darüber.


So sieht ein neu "freigeschliffener" Abziehstein aus:
In Sekundenschnelle ist die verkrustete Struktur weg und der Stein ist von den Ablagerungen befreit.
Was aber die Hauptsache dabei ist: Die Zeit für das Nachschärfen verkürzt sich enorm und ist wieder
auf dem gleichen Stand
wie bei einem unbenutzten, neuen Set!


Dieses Pulver ist z.B. in mechanischen Werkstätten zu bekommen. Fragen Sie nach Schleifpulverabrieb von Werkzeugschleifmaschinen und Schleifböcken.         


Nächstes Kapitel
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