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Laufreinigung

Tipps

Geht doch auch so oder?
Es gibt sie immer noch: die unbelehrbaren Verfechter des "Einmal im Jahr den Lauf kurz durchziehen und einsprühen reicht doch vollkommen, ich will doch die Felder nicht aus dem Lauf putzen!"
Man kann sich fragen, ob solche Zeitgenossen die gleiche Vorgehensweise in anderen Bereichen praktizieren, z.B. beim Geländewagen mit ungereinigten Radkästen den festgetrockneten Matsch wider besseren Wissens als Rostbeschleuniger und Zusatzballast verwenden...      

Laborversuch eines großen Munitionsherstellers
Hierzu wurden mit einem Lauf in einem Magnumkaliber Versuche durchgeführt, d.h. es wurde geschossen, ohne den Lauf zu reinigen. Dabei wurde sorgfältig darauf geachtet, dass nur wenige Schüsse abgegeben wurden, um den Lauf nicht heiß zu schiessen und dass der Lauf wieder auf Raumtemperatur abgekühlt war, bevor weitergeschossen wurde.

Bereits nach 30 Schuss war eine Erhöhung des Gasdrucks zu verzeichnen. Danach dauerte es nicht lange, bis aus Ladungen, die mit einem sauberen Lauf im normalen Druckbereich lagen, solche wurden, deren Druckbereich bereits in der Höhe von Beschussmunition lag. Das ging schließlich soweit, bis die Zündhütchen aus den Hülsen gedrückt wurden und der Druckwandler nach 300 Schuss brach, was das dann auch das Ende des Tests war.

Die Auswertung der Gasdrücke zeigte, dass nach 50 Schuss ein Überdruck von 300bar, nach 100 Schuss 900bar, nach 200 Schuss 1200bar über dem max. zulässigen Gasdruck die Folge waren. Am Ende des Tests wurden
schließlich sogar 1500bar Überdruck (!) gemessen. Zum Schluss war das Innere des Laufes derart fest mit Geschossablagerungen zugeschmiert, dass der Bohrungsdurchmesser fast 8 Hunderstel Millimeter kleiner war als zu Beginn des Tests mit sauberem Laufprofil. Die Ablagerungen waren nicht mehr zu entfernen und der Lauf musste zum Schrott gegeben werden...  
      
Auch wenn man diese Ergebnisse nicht unbedingt 1:1 für seine Jagdwaffe übertragen kann (d.h., wenn man ein normales Jagdkaliber mit einem mittelgroßen Hülsenvolumen führt), zeigt dieser Test allerdings eindeutig, wie wichtig ein sauberer Lauf schon aus Sicherheitsgründen ist, was den Gasdruck im Lauf angeht.

Wieso?
Aus unserer Sicht gibt zwei Hauptgründe für eine gründliche Reinigung des Laufes:
1) Schussleistung und Präzision
2) Haltbarkeit und Lebensdauer

Ein regelmäßig richtig geputzter Lauf erfreut durch gute Schussbilder und steigert das Vertrauen in die Waffe (durch Training). Das macht sich jagdlich immer bezahlt, auch wenn es in der Jagdpraxis in der Regel nicht um Millimeter geht. Verdreckte bzw. zugeschmierte Läufe können den Streukreis schnell um einige Zentimeter vergrößern. Ein nicht oder schlecht geputzter Lauf kann also durchaus über den jagdlichen Erfolg oder Mißerfolg entscheiden.       

Das teilweise zu hörende Argument, dass zu viel Putzen den Läufen mehr schaden würde, als zu wenig, ist schlichtweg falsch. Mit der richtigen Technik kann man dem Lauf damit nicht schaden. Aber das Schiessen mit einem verschmutzten Lauf hingegen setzt jeden Lauf einem erhöhten Verschleiss aus. Gleichzeitig nimmt die Schussleistung nach und nach ab. Bleifreie Geschosse aus Kupfer nehmen solche Nachlässigkeiten besonders übel.
Grundsätzlich ist es aber egal, ob man Tombakmantel-, Kupfer- oder Messinggeschosse verschiesst, der Lauf muss stets "richtig" sauber sein.

Tipps zum Ablauf

  • Den Lauf nach dem Schiessen immer zuerst mit einem guten Waffenöl einsprühen, dabei langsam um 360° drehen und mind. 2 Std. oder über Nacht einwirken lassen. Auf dem Schießstand bereits direkt nach dem Schiessen mit noch warmen Lauf.

  • Putzstock mit einer Bronzebürste vom Patronenlager aus durch den Lauf schieben, bis sich die Bürsten wieder komplett aufgerichtet haben und dann wieder zurückziehen, ungefähr so oft wie die Anzahl der abgegebenen Schüsse.

  • Das Gleiche mit einem Wollwischer wiederholen und Schmutz+ Öl entfernen. Besser sind für das Kaliber passende Messingsitzen, auf die Baumwollpatches aufgespießt und vom Patronenlager aus durch den Lauf gestossen werden. Beim Zurückziehen des Putzstocks fallen diese an der Laufmündung ab.

  • Nun kommt der Teil mit der meisten Arbeit: mit Ammoniaklösung bzw. ammoniakhaltigen Spezialreiniger getränkte Nylonbürsten oder Stofflappen (Patches) solange durch den Lauf stossen, bis im Wechsel mit trockenen Patches keine bläulichen Verfärbungen an den Lappen mehr zu sehen sind. Zur Kontrolle leuchtet man mit einer hellen Taschenlampe von vorne in die Laufmündung hinein. Erst wenn das Laufinnere mattgrau ist und an den Feldern keine rotbraunen Verfärbungen mehr zu sehen sind, ist der Lauf wirklich sauber.       

  • Anschließend den Lauf nochmals mit reichlich Waffenöl+ Nylonbürste durchziehen und die Metallteile sowie den Schaft der Waffe gründlich mit einem Tuch abwischen, abschließend ein letztes Mal mit Wollwischer oder Patch durchgehen. Bei längerer Nichtbenutzung Waffe leicht einölen.


Weitere Tipps zur Vereinfachung der Prozedur, wie man den Lauf selbst von stärksten Kupferablagerungen befreit und dabei sehr viel Zeit sparen kann: =>hier<=   


Nächstes Kapitel:
=>Messerschärfung<=

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