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Lapua Naturalis

Jagdgeschosse > Bleifreie Deformationsgeschosse

Vorgeschichte
Die Ursprünge der Geschossherstellung bei Lapua reichen bis in die 1950er Jahre zurück, als die damalige VMT-Kombinat (Valmet) sein Geschäftsfeld um den zivilen Sektor von Jagdmunition erweiterte.
Bis zu diesem Zeitpunkt war es in Finnland noch üblich, zur Waldjagd auf Elch und Braunbär Militärmunition einzusetzen. Natürlich gab es mit den Vollmantelgeschossen erhebliche Probleme. In Ermangelung geeigneter Geschosskonstruktionen zogen einige Schützen die Geschosse im Kaliber .30 aus den Patronen und setzten sie wieder mit der Geschossspitze umgekehrt in die Hülse(!). Die Wirkung der so eingesetzten Geschosse mit der Kennung D166 war wegen des offenen Geschosshecks viel zu offensiv und mit heutigen Varmint- (Raubzeug) Zerlegungsgeschossen zu vergleichen.

Ende der 50er Jahre wurde ein generelles Verbot für alle Militärkaliber erlassen, was zur Folge hatte, dass die Elchbestände regelrecht explodierten. Erfolgreiche Erlegungen waren jedesmal große Ereignisse, die mit der Anzahl der am wenigsten abgegeben Schüsse bewertet wurden, bis die beschossenen Stücke wirklich entgültig verendet waren.   

In den 1960er Jahren brachte Lapua für die Patrone 7,62x53R endlich Jagdgeschosse im Kaliber .308 heraus. Die 174grs schweren Teilmantelgeschosse unter der Nr. E314 hatten eine flache Bleispitze und leider die unangenehme Eigenschaft, sich auf kurze Entfernungen bei starken Knochentreffern vollkommen zu zerlegen.
Daraufhin verstärkte man den Geschossmantel, mit dem Ergebnis, dass sich das Geschoss bei Lungentreffern kaum noch deformierte und im Prinzip wie ein Vollmantelgeschoss durch den Wildkörper ging. Ende der 80er Jahre brachte Lapua ihre Konstruktion mit dem Namen Mega heraus, die seither in vielen Jahren Jagdpraxis stetig verbessert wurde.      

Erfahrungen mit JASW

Beschreibung
Das Naturalis ist eines der ältesten bleifreien Geschosse Europas. Seit ungefähr 1990 ist es vor allem in den Wäldern Finnlands und in Skandinavien im Einsatz.
Die Konstrukteure dieses Geschosses wählten eine relativ stumpfe Geschossform in Kombination mit einer begrenzten Mantelführungsfläche. Das Naturalis hat wie einige Vertreter der amerikanischen Kurzwaffen-Spezialmunition, die mit speziellen Hohlspitzgeschossen ausgestattet sind, einen durchdachten Aufbau der Innen- und der Außengeometrie.


Der vordere Bereich verläuft vom Geschosskopf über einen Kegel. Die Hohlspitze ist ein typischer Vertreter des mehrstufigen Hohlkammerprinzips. Das bedeutet, dass die Bohrung in 3 verschiedene Bereiche ausgeführt ist, die sich durch unterschiedliche große Bohrungsdurchmesser in verschiedene Tiefen aufteilen. Dadurch wird die Deformation im vorderen Bereich schnell eingeleitet und im mittleren sowie im unteren Teil für eine kontrollierte Tiefenwirkung reduziert. Ein weiteres Merkmal, was das Geschoss von anderen bleifreien Geschossen unterscheidet, ist seine relativ weiche Kupferlegierung und die damit verbundene gute zielballistische Anpassungsfähigkeit auf unterschiedliche Zielkonsistenz.


Dies hat eine Bedeutung für die Jagdpraxis, insbesondere auch für die Eignung zum Einsatz auf Drückjagden in bestimmten Kalibern. Hier ist es ganz besonders wichtig, dass die vom Schützen gewählte Kombination immer auch eine ausreichende Tiefenwirkung im Sinne einer möglichst hohen Ausschusswahrscheinlichkeit garantiert. Auf der anderen Seite muss ein Deformationsgeschoss auch die Forderung nach einer guten zielballistsichen Wirkung bei allen erdenklichen Arten von Geschossdurchgängen und unterschiedlichen Treffern, insbesondere mit ungünstigen Verläufen (schräge Schusswinkel, usw.) erfüllen.   


Naturalis


Kaliber 8mm / .323 Naturalis 180grs

Geschosse+Munition
Das Lapua Naturalis- Geschosse ist in die Klasse der bleifreien Kupferhohlspitzgeschosse einzuordnen, die bei der richtigen Anwendungszurdnung genauso gut wie die klassischen Teilmantelgeschosse als Deformationsgeschosse wirken können. Das Geschoss ist unter diesen Voraussetzungen wirklich sehr empfehlenswert.
Kaliber:
- .308 Winchester
- 8x57IS
- 9,3x62
- 9,3x74R  
Fabrikfrische Jagdmunition mit dem Naturalis gibt es von Lapua in folgenden Kalibern:
- 6,5x55 / 9,0 Gramm
- .308 Winchester / 11,0 Gramm
- .30-06 / 11,0 Gramm
- .338 Lapua Magnum / 14,97 Gramm
- 8x57IS / 11,7 Gramm
- 8x57IRS / 11,7 Gramm
- 9,3x62 / 14,3 Gramm
- 9,3x74R / 17,5 Gramm

Deformationsverhalten
In der Praxis kann man je nach Kaliber und Einsatzbereich einen wie mit einem Teilmantelgeschoss vergleichbaren Einschuss und einen mittelgroßen Ausschuss feststellen. Die inneren Organzerstörungen sind ebenfalls mit Teilmantelkonstruktionen vergleichbar, allerdings bei Knochentreffern oder Schusskanälen durch die Blattschaufeln mit der deutlich geringeren Wildbretzerstörung, wie sie mit Kupferhohlspitzgeschossen üblich ist.

Interessierte werden sich jetzt sicher noch fragen, wie die Augenblickswirkung ist. Darauf gibt es eine klare Antwort:
"Genauso, wie bei jedem Geschoss. Immer abhängig von Einsatzzweck, Wildart, Treffersitz, Schusswinkel und vor allem vom Kaliber!"     

Die Eindringtiefe lag im Vergleich zu einem solide gebondeten Teilmantelgeschoss in etwa auf dem gleichen Niveau und sogar etwas darüber. Das zeigt das gute+ schnelle Energieabgabeverhalten dieses Geschosses. Die Restgewichte aller deformierten Geschoss lagen über 99%, was die Massestabilität der Konstruktion untermauert.

Das Naturalis zeigte sich auch bei den Geschosstests von seiner besten Seite. In unterschiedlich Zielmmedien von einer festen Aufschlagszone über wechselnd weichen und mittelharten Durchgangsmedien pilzten die Kupferhohlspitzgeschosse auf die 3-3,7fache Querschnittsfläche (mm²) des ursprünglichen Geschossdurchmessers (in mm) auf.

Geschosspalette
Die Lapua Naturalis- Geschosse gibt es in folgenden Kalibern:

- .264 mit 140grs Geschossgewicht
- .284 mit 160grs           "
- .308 mit 170grs           "
- .308 mit 200grs           "
- .323 mit 180grs           "
- .338 mit 230grs           "       (Long Range)
- .366 mit 270grs           "




Geschossdeformation
Die links auf dem Bild abgebildeten geborgenen 180grs schweren Naturalisgeschosse vergößerten sich auf einen mittleren Durchmesser von 15,5mm, 14,5mm und 14mm.

Das jeweilige Restgewicht betrug vom ursprünglichen Gewicht von 180grs stattliche 179grs. Die Zielgeschwindigkeit lag bei etwa 700m/s (Laborierung mit Waffe mit 50cm Lauflänge).
    

Fazit
Das Lapua Naturalis ist eines der besseren und auch eines der am längsten im Einsatz befindlichen bleifreien Geschosse am Markt.
Das Deformationsverhalten kann je nach Kaliber vorbildlich sein, natürlich auch abhängig vom Einsatzbereich und vom Treffersitz. Auf starkes Wild kann man bei der richtigen Wahl des Kalibers und der Laborierung eine sehr gute Augenblickswirkung erwarten.

Auf bestimmte Wildarten muss man waffen- und kaliberbezogen einige Einschränkungen machen, genauso wie bei den anderen bleifreien Konstruktionen auch. Es hält ein hohes Restgewicht mit einer sehr guten Tiefenwirkung für die notwendige Schweissfährte.  

Aus diesem Grund ist das Lapua ein grundsätzlicher Tipp für den Waldjäger, der bleifreie Munition bzw. Geschossse für den Ansitz und zur Drückjagd verwenden möchte.

Ebenso genießt dieses Geschoss die uneingeschränkte Empfehlung für alle Hundeführer, die zur Nachsuche ein gut wirkendes Deformationsgeschoss mit Splitterfreiheit einsetzen möchten.
(siehe auch Kapitel =>8x57IS<=)


Nächstes Kapitel
=>Nosler E-Tip<=

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