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Hornady

Jagdgeschosse > Teilmantelgeschosse

Firmengeschichte und Produktpalette
Die Firma Hornady ist einer der großen Traditionsunternehmen unter den amerikanischen Geschossherstellern. Vom Gründer Joyce Hornady 1949 ins Leben gerufen, stellt das Unternehmen inzwischen nicht nur eine wirklich beeindruckende Bandbreite von (Jagd-) Geschossen her, sondern ist seit den 90er Jahren auch erfolgreich ins Munitionsgeschäft eingestiegen. Seit dem Unfalltod von Joyce Hornady im Jahr 1981 wurde die Firma von dessen Sohn Steve übernommen und wird wiederum in der nächsten Generation von dessen Sohn Jason mit Sitz in Grand Island /Nebraska geführt.

Man ist bei Hornady nicht nur den Bedürfnissen der wiederladenden Kundschaft (Reloaders) aufgeschlossen, sondern erkannte schon früh die Bedürfnisse der Jägerschaft. Man erschloss sich dadurch weitere Produktbereiche bei den Geschossen. Vor allem aber durch die Munitionsherstellung und der Entwicklung neuer Kaliber bzw. Patronen, die auf dem europäischen Markt immer mehr Anteile erzielen, und das völlig zu recht.

Mit neuen Ideen erschliesst sich Hornady immer wieder neue Produktnischen, was auch jagdlichen Schützen und Jägern hierzulande zu Gute kommt. Aber: auch wenn die angebotenen Munitionssorten noch längst nicht das Ende aller Möglichkeiten erreicht haben, zeigt es doch, welche Lücken auf dem Jagdsektor mit Spezialmunition und entsprechenden Geschossen existieren und nur darauf warten, geschlossen zu werden.
 
  

Munition
Mit der Entwicklung von Spezialmunition für die in Amerika weit verbreiteten Unterhebelrepetierbüchsen fing das Unternehmen an, mit der inzwischen bekannten LeverEvolution Munition in den Kalibern .30-30, .444 Marlin, vor allem aber durch die weit verbreitete und höchst effektive .45-70 Government auf dem Munitionsmarkt Fuß zu fassen. Mit der ersten Version einer neuen Munition mit einer erhöhten Leistung gelang in Schritten der Weg zu verbesserten Patronen, zumindest zum Teil. Bis auf zwei Kriterien kann sich das Ergebnis aber durchaus sehen lassen (siehe auch hier).          

Das Angebot an erhältlicher Hornady Munition wächst stetig und deckt einen großen (Kaliber)Bereich ab. Erfreulich ist die Tatsache, dass immer mehr europäische Kaliber ins Programm aufgenommen werden. Die Kaliberpalette umfasst inzwischen neben bewährten amerikanischen Kalibern auch einige deutsche Kaliber wie z.B. .243 Win., 6,5x55, .270 Win., 7x57, 7x64, 7x65R, .308 Win., .30-06, .358 Win., .35 Whelen, 9,3x62 und 9,3x74R und mit verschiedenen Geschosskonstruktionen.        

Auch für einige jagdliche Anwendungen bietet die Hornady-Munition durchaus interessante Alternativen. Natürlich entspricht hier längst nicht alles der Wahrheit, was die Werbung verspricht. Aber sehr erfreulich ist in jedem Fall das gute Preis- Leistungsverhältnis. Wenn es passt, bekommt man als Käufer bekommt mehr für sein Geld als für europäische Konkurrenzprodukte (falls es im jeweiligen Einzelfall welche gibt).

Hornady-Geschosse in der jagdlichen Praxis
Mit unterschiedlichen Hornady-Geschosstypen in 6 verschiedenen Kalibern vom Kaliber .222 bis zur .458 haben wir über viele Jahre viele beeindruckende positive, aber auch negative jagdliche Erfahrungen sammeln können. Die Praxisergebnisse fallen sehr unterschiedlich aus.

Aus den Erkenntnissen dieser Erfahrungen lässt sich pauschal überhaupt nicht sagen, ob sich ein bestimmter Geschosstyp immer in einer bestimmten Weise verhält. Während z.B. das Interlock-Geschoss in einigen Kalibern sehr gut und absolut zuverlässig auf eine breite Wildpalette wirkt, kann dies schon im nächsten Kaliber völlig anders sein. Aber dies ist eigentlich nichts Neues. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Suppe, das Geschosse, egal welcher Konstruktion und welchen Herstellers versagen können.

Was allerdings sehr interessant ist, dass die Unterschiede in der Bandbreite bei der Zuverlässigkeit auch bei den modernen Geschosskonstruktionen wie z.B. dem Interbond und dem DGX in gleichem Maße existieren. Zum Beispiel gibt es vom Kaliber .30 bis zum Kaliber .375 wirklich himmelweite Unterschiede. Die richtige Auswahl wird zusätzlich durch das große Angebot an unterschiedlichen Geschossgewichten erschwert. Nach den o.a. Erfahrungen konnte z.B. nur in drei Kalibern eine klare Tendenz in Bezug auf das Wirkungsverhalten und der
Zuverlässigkeit erkannt werden.       

Kalibergruppe .30
In dieser Kalibergruppe gibt es mit 180grs schweren Teilmantelgeschossen z.B. in der .30-06 eingesetzt, unterschiedliche Ergebnisse. Das Interlock zeigt eine außergewöhnlich gute Präzision und ergibt auf leichtes Wild eine sehr gute Wirkung. Probleme gibt es aber immer dann, wenn der Zielwiderstand höher ist und die beschossenen Stücke schwerer sind, z.B. bei Schulterblattknochentreffern. Eine Mantel-Kern Separation ist hier die Folge, also ein Totalversagen.
Dies ist mitunter sehr ärgerlich bzw. führt zu unangenehmen Nachsuchen. Obwohl alle Stücke (hauptsächlich Sauen) als Totsuche erfolgreich gefunden wurden, hat bei dem eingesetzten Teilmantelrundkopfgeschoss besonders die Tatsache enttäuscht, dass es schon bei leichten Wildgewichtsklassen wie z.B. Frischlingen Probleme gibt.        

Beim
Interbond im Kaliber .30 gibt es je nach Kaliber bei Treffern von stärkerem Hochwild und afrikanischem Flächenwild zwar keine Herausquetschung des Bleikerns, aber es kommt auch bei diesem Geschoss regelmäßig vor, dass sich das Geschoss immer noch zu stark deformiert. Die Folge sind eine unbefriedigende, geringe Eindringtiefe und natürlich keine Schweissfährte infolge des fehlenden Aussschusses. Grund für das Fehlverhalten ist hier die zu geringe Mantelstärke, die mit den mittelschnellen Geschossgeschwindigkeiten überfordert ist.  
Hier sollte Hornady unbedingt nachbessern und das Interbond mit einer besser gestalteten Mantelstruktur sowie mit einem härteren Kernmaterial im hinteren Geschossbereich ausstatten.

Kalibergruppe 8mm
Im Kaliber 8mm gibt es mit den eingesetzten Teilmantel-Interlock-Geschossen eine vergleichbare Wirkung. In der 8x57IS ist bei einer sehr guter Präzision das 8,1 Gramm Teilmantelspitzgeschoss (wird nicht mehr hergestellt) auf Rehwild und das 170grs Teilmantel-Interlock auf mittleres Schalenwild und eingeschränkt auch auf Sauen einzusetzen. Das 125grs Geschoss hat trotz guter Wirkung den Nachteil der hohen Wildbretzerstörung mit einem großen inneren Radius an Blutergüssen.

Auch dem 11 Gramm Teilmantelrundkopf lässt sich noch eine sehr gute Augenblickswirkung attestieren, allerdings ist eine Schweissfährte mit einem Ausschuss u.a. bei Sauen über 70kg nicht immer gewährleistet, insbes. dann, wenn die Schüsse schräg verlaufen. Wer für die 8x57IS
ein Drückjagdgeschoss sucht, ist auf leichtes Schalenwild wie Reh-, Damwild und weibliches Rotwild mit dem TMR Interlock sehr gut bedient.

Beim Schwerpunkt normal- bzw. mittelschweres
Hochwild wie z.B. Sauen und Rotwild sollte man im Kaliber 8mm allerdings besser zu 190-200grs schweren Geschossen greifen.  

Kalibergruppe .375
Das man eine Geschosskonstruktion wie das Interlock für bestimmte Verwendungszwecke nicht allgemein als tauglich oder nicht tauglich erklären kann, beweisen auch die Geschosse in den Kalibergruppen  im Kaliber .375, .45 und .458. Hier ergeben sich höchst interessante, aber völlig unterschiedliche Praxiswirkungen!

Interlock SP-RP
In der .375 Ruger übertrifft die Konstruktion des 270grs schweren Hornady Teilmantel-Spitzgeschosses in Bezug auf die Zuverlässigkeit und Tiefenwirkung sogar das Nosler Accubond, obwohl das Hornady-Geschoss nicht gebondet ist. Während das Accubond manchmal schon bei leichtem Hoch- oder afrikanischem Flächenwild versagt, wirkt das Interlock SP-RP aufgrund seines starken Mantels in der Regel mit einer hohen Augenblickswirkung und guter Tiefenwirkung in Verbindung mit einem verlässlichen Ausschuss und einer starken Wundfährte (natürlich anwendungsabhängig).

Das Geschoss ist für alle vergleichbaren .375er Kaliber empfehlenswert (starkes Hochwild bis einschl. Elch, Eland sowie Rotbüffel).



DGX (Dangerous Game Expanding)

Völlig enttäuschend ist allerdings die Wirkung des als großwildtauglich propagierten 300grs DGX-Geschoss im Kaliber .375 Ruger. Das Geschoss lieferte während unseres Geschosstests ein Totalversagen ab. Eine zuverlässige Wirkung, insbes. auf gefährliches Großwild, ist mit diesem Geschoss nicht gegeben (siehe auch .375 Ruger Teil2).   
   

Kalibergruppe .416

Interlock SP RN
Eine echte Überraschung ist das Hornady Teilmantel Interlock. Als ein "normales" Geschoss traut man der nicht verlöteten Konstruktion nicht viel zu. Aber weit gefehlt! Bereits mit den schweren Interlocks im Kaliber .458 waren sehr gute Erfahrungen zu machen.
Schon der Geschosschnitt des neuen .416er 400grs Interlock Teilmantel-Rundkopf offenbart, dass die Geschosskonstruktion Einsatzpotential für schweres (Groß)wild hat(te):
Abgerundete Geschossspitze, die nach dem Kopfradius in der neuen Version statt mit einem radialen Übergang damals in kegliger Form bis zum zylindrischen Führungsteil übergeht und ein nochmals verstärkter Geschossmantel. "Verstärkt" heißt in diesem Fall eine sehr solide Wandstärke, beginnend von der Geschossspitze und dann bereits am Ende des ersten Drittels in einer soliden Stärke über den gesamten Bereich der Rändelung an der Kneifrille bis zum Geschossboden.   
Geschnittenes .416 Teilmantel-Interlock im Geschossgewicht 25,9 Gramm

Das gute Leistungspotential des knapp 26 Gramm schweren Teilmantelrundkopfgeschosses zeigt sich in der .416 Rigby. Dort erzielt das Hornady erstaunlicherweise sogar das gleiche prozentuale Restgewicht wie das 410grs schwere DEGOL-Starkmantelgeschoss bei vergleichbarer Durchschlagskraft! In 2 Fällen konnte das Interlock sogar mit einem Restgewicht von 85% geborgen werden (paradoxerweise mit reversiblem Deformationsbild).

                
Fotos oben: Welches Geschoss, Degol oder Hornady oder umgekehrt? Verlötet oder nicht verlötet?*


Diese Tatsache ist umso erstaunlicher, weil das Degol eine 0,8mm dickere Mantelstärke und einen verlöteten Bleikern hat und das Hornady hingegen nur eine Standard-Bleikerneinpressung mit dem inneren Interlockwulst im Geschossheck. Die Ursache liegt in der Zusammensetzung der Bleikernlegierung (siehe auch Kapitel =>DEGOL<=)       

* Auflösung: Beide Fotos links Hornady, rechts Degol. Kaliber .416, 400 und 410grs Geschossgewicht. Restgewicht Hornady und Degol beide 78%, Deformationsdurchmesser beider Geschosse 17,5mm


Kalibergruppe .45 und .458
Mit diesen, eigentlich zwei verschiedenen Kalibergeschossgruppen konnten die meisten Erkenntnisse gewonnen werden. Die jagdliche Wirkungsleistung ist absolut beeindruckend.

Die .45-70 Government erbringt mit +P Laborierungen und dem 350grs Geschossgewicht ihre höchste Leistung. Jagdlich gesehen bedeutet dies bei der Verwendung von Hornady Teilmantel-Interlockgeschossen die ideale Kombination von Energieabgabe und Tiefenwirkung. Mit diesen Geschossen sind mit der .45-70 nicht nur maximale Energiewerte, sondern auch der spürbare Effekt zu erzielen, der dieses Kaliber von anderen etablierten europäischen Hochwildkalibern unterscheidet.
Sichere Wirkung im Wundkanal mit viel Schweiss auf der Ausschussseite. Genau das ist es, was man sich als Waldläufer in Kanada, Alaska oder auf der Hochwild-, Sau- und Drückjagd wünscht. Das Hornadygeschoss kann genau das, zusammen mit einer relativ geringen Wildbretzerstörung.        
 

In der "Königsklasse", den 32.4 Gramm schweren Teilmantelgeschossen, die Hornady in den späten 1970er Jahren herausgebracht hat und stetig verbessert (d.h. verstärkt) wurden, kann das 500grs schwere Interlock durchaus mit der modernen Konkurrenz mithalten. Bei der .458 Winchester deformiert dieses Geschoss sehr kontrolliert, d.h. auf das 1,2-1,4 fache, verbunden mit einer hohen Durchschlagskraft. In der .458 Lott wird das Geschoss schon deutlich mehr gefordert. In mittlerer Deformationsfähigkeit sinkt zwar die Durchschlagskraft um gut 30% (Das ist z.B. ein Grund, warum die .458 Lott mit Deformationsgeschossen eine geringere Ausschussquote auf Kaffernbüffel erzielt). Aber das Interlock behält immer ein ausreichend hohes Restgewicht, ohne dass der sich der Bleikern vom Mantel trennt und erweist sich als sehr zuverlässiges Teilmantelgeschoss, unabhängig von der Zielhärte.

Obwohl weder die
.458 Winchester Magnum noch die .458 Lott für diesen Zweck gedacht sind, ist die Verwendung der "leichten" 350grs Teilmantelgeschosse auf starkes Hochwild einschl. Elch und Bär sehr empfohlen werden. Interessanterweise gibt es keinen Unterschied in Bezug auf die Wirkung zwischen dem Teilmantelflachkopf- und dem Rundkopfgeschoss. Beide Geschosse sprechen sofort an, geben eine hohe Energie an den Wildkörper ab und verlassen die Ausschussseite mit viel Schweissaustritt. Das Teilmantelrundkopf hält auf starkes Hochwild und Sauen selbst starken Ladungen aus der .458 Winchester und sogar aus der .458 Lott mit Mündungsgeschwindigkeiten um 780m/s und einer Energie von 6900J stand. Mann muss die enorme Wirkung dieser Laborierung wirklich mit eigenen Augen gesehen haben, um es zu glauben.

Mit normalen, d.h. kleineren Kalibern kommt es bei schlechten Treffersitzen oder schrägen Geschossdurchgängen immer zu schwierigen Nachsuchen. Hier aber nicht. Mit der .458 gehen solche Stücke in einer fast befremdlichen Art+ Weise sofort zu Boden. Dabei tritt das Verenden innerhalb kurzer Zeit ein. Das ist eine Schusswirkung, die absolut beeindruckend ist. Der Verfasser kann sich ein Lachen nicht verkneifen, wenn er die geradezu lächerlichen Werbesprüche wie "Sauenhammer"  im Zusammenhang mit Mittelkalibern und der dazugehörigen Munition liest.

Wundwirkung in der jagdlichen Praxis und Präzision
In der richtigen Kaliber- Anwendungskombination zeigt das Hornady, wie ein Jagdgeschoss wirken muss: schnell+ zuverlässig. Die getroffenen Stücke gehen je nach Kaliber blitzartig gefällt zu Boden und am Anschuss ist Schweiss, v i e l Schweiss. Was man an diesem Geschoss schätzen lernt, ist die kompromisslose Wirkung in Bezug auf den Wundkanal. Damit ist jetzt nicht gemeint, dass eine Überdeformation in Form einer flachen Scheibe eintritt.

Übrigens ist das Interlock der beste Beweis, dass ein gutes Jagdgeschoss n i c h t immer ein möglichst hohes Restgewicht haben muss, um eine gute Tiefenwirkung zu erzielen! Die bisher geborgenen Geschosse hatten Restgewichte zwischen 44-60%. Alle beschossenen Stücke hatten (bis auf wenige kaliber-anwendungsspezifisch unverträgliche Kombinationen) Ausschuss, auch unter 50% Restgewicht. Einen Hauptgrund für dieses Verhalten ist klar in der verwendeten Bleilegierung des Interlock zu sehen.

Dadurch fällt der betroffene Wundbereich und der maximale Radius um den Durchgang innerhalb vom Wildkörper etwas anders aus, wie bei der Betrachtung der Organzerstörung beim Aufbrechen sichtbar wird. Es ist sehr hilfreich, sich zur Angewohnheit zu machen, ausser dem Brust-/Rippenbereich auch die vom Geschoss durchschlagenen Organe genauer anzuschauen.
Interessanterweise verhält sich das Hornady-Interlock in diesem Zusammenhang etwas anders als die meisten anderen Teilmantelgeschosse.

Der Durchgangsbereich mit den Einblutungen ist durch eine steile Form zur Ausschussseite hin geprägt. Die Schweissfährte in einem Mittelkaliber wie der .30-06 ist je nach Wildart mittelgroß, bei der .375 bereits stark (auf der Auslandsjagd abhängig von der Wildart, Eland z.B. deutlich geringer) und im Kaliber .45-70 und .458 Lott mit entsprechenden Geschossen (siehe oben) bei Hochwild extrem stark (bei 500grs schweren Teilmantel beim Schuss auf Büffel eingeschränkt, aber für regelmäßige Schweissspritzer auf der Wundfährte noch ausreichend).  

In Bezug auf die Präzision enttäuscht kein einziges Hornady-Geschoss, egal mit welchem Kaliber. Mit allen verschossenen Projektilen sind mit der richtigen Laborierung auch sehr gute Schussbilder zu erreichen. Manche davon sind sogar so gut, dass man sie als bevorzugte Trainingslaborierungen verwenden kann. Dies zeigt auch, dass stranggepresste Geschosse
keineswegs schlechter als die vielgepriesenen spanend gefertigten Geschosse sind. Tatsächlich ist oft das Gegenteil der Fall.

Die Erfahrung zeigt, dass Geschosse, die durch eine Pressmatrize gehen, wegen den engeren Rundheitstoleranzen oft deutlich besser schiessen als CNC-gefertigte Geschosse, wo beim Herstellungsprozess immer mit der Rundheit gekämpft werden muss. Gleichbleibende Präzision im Sinne von guten+ prozesssicheren Qualitätsergebnissen kann nur von guten Zerspanungsfachleuten mit langjähriger Berufserfahrung produziert werden. Der fertigungsprozesstechnische Kontrollaufwand ist diesbezüglich sehr hoch. Und nur dann sind solche Geschosse auch wirklich präzise.   
                      

Die untenstehende grafische Darstellung soll diese Ergebnisse in Bezug auf möglichst aussagefähige, jagdlich zielballistische Kriterien erfasst, wiedergeben.
Erläuterung: Die Bewertungen basieren auf der Auswertung der Wirkung von bestimmten jagdlichen Praxiserfahrungen mit jeweils einer Waffe. Energieabgabe: Geschossdeformation nach praxisbewährtem Idealverhältnis von Durchmesser zu Kaliber+ Geschosslänge. Tiefenwirkung: Verhältnis von Schusskanaltiefe zum Wildkörper bei schusswinkelgerechten Schüssen. Ausschusswahrscheinlichkeit: Schweissfährte bei seitlichen Treffern inkl. Schrägschüssen. Versagerquote: Anteil der Erlegungen, wo das Geschoss versagt, weil es zu stark deformiert, abgelenkt wird oder sich zerlegt hat (aus Darstellungsgründen sind 0%-Werte mit 0,01% angegeben). Anwendungsflexibilität: Bandbreite auf unterschiedliche jagdliche Einsatzzwecke (1,0-0, Sehr gut bis schlecht). Je nach Kaliber, Waffe und Anwendungsparameter sind andere Werte möglich, die teilweise erheblich von den angegebenen Anteilen abweichen können.             


Fazit
Hornady-Geschosse sind sehr präzise Geschosse, die je nach Konstruktion sehr viele jagdliche Anwendungsbereiche bestens abdecken können (ohne gleich so teuer zu sein, wie es einige sog. "Premiumgeschoss"-Hersteller wie z.B. Swift oder Trophy Bonded sind).
Der Fertigungsstandard ist hoch und die Qualität der Geschosse ist sehr gut. Wie bei allen anderen Jagdgeschossen gibt es auch bei Hornady sowohl sehr gute, leider aber auch völlig unbrauchbare Geschosse, abhängig vom Kaliber, Geschossausführung und jagdlichem
Anwendungsfall.

Hornady zeigt, dass man mit einem richtig aufgebauten Teilmantelgeschoss wie dem Interlock mit einer intelligenten Legierungsauswahl in Bezug auf Eindringtiefe und Restgewicht keineswegs schlechter ist als gebondete Konstruktionen, und manchmal sogar deutlich
besser sein kann. Die Hauptstärke des Interlock ist seine hohe Energieabgabe und Abwärtskompatibilität. Trotzdem bleibt dies immer einsatz- und kaliberabhängig.      

Wenn man aber einmal die richtige Anwendungskombination gefunden hat, kann man sich auf das jeweilige Hornady-Geschoss verlassen und sich einer hohe Wund- und Tiefenwirkung sicher sein. Für bestimmte Anwendungen gibt es wirklich keine besseren Geschosse.  


Nächstes Kapitel
=>Norma Oryx<=

 
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