Geschosse Kaliber .375 - JASW

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Geschosse Kaliber .375

Tests

HORNADY SP-RP

  



Vier .270grs Hornady SP-RP Teilmantelgeschosse nach Beschuss im Testmedium


Geschoss
Beim Test lag das durchschnittliche Restgewicht bei 52%.

Was dabei unbedingt berücksichtigt werden muss, ist die Tatsache, dass es keine Trennung von Mantel und Bleikern gab und dass man der Fairness halber erwähnen darf, dass diese Testbedingungen weit über dem lagen, was dem Geschoss in jagdlichen Situationen normalerweise abverlangt wird.

Übrigens: Die Eindringtiefe des SP-RP lag mit ca.45cm sogar im oberen Drittel von allen getesteten Geschossen.

Fazit:
Das Hornady-Spire Point ist für ein sogenanntes "Standard-"Teilmantelgeschoss nicht nur keine schlechte Wahl, sondern im richtigen Einsatzbereich sogar eines der besten am Markt erhältlichen Teilmantelgeschosse.   


NOSLER ACCUBOND


Geschosstest
Bei den Geschoss-Belastungstests zeigte das Accubond relativ gute Geschossqualitäten. Bleikern und Mantel trennten sich auch nach Auftreffen auf das sehr harte vordere Zielmedium nicht.

Es erzielte im Schnitt eine hohe Eindringtiefe um 45cm und die Geschosse behielten ein durchschnittliches Restgewicht von von 74%. Leider sieht das in der Jagdpraxis oft ganz anders aus.



  

3 Geschosse aus Zielmedium geborgen, durchschnittliches Restgewicht 193grs (74%)

Fazit:
Wer eine maximale Energieabgabe haben und seine .375 auf weite Distanzen einsetzen möchte (was in vielen jagdlichen Situationen auf der Auslandsjagd oft erforderlich ist), kann zum Accubond greifen. Das Geschoss verfügt über eine flache Flugbahn durch hohen BC-Wert und ist dabei außerordentlich präzise. Die grösste Referenz des Geschosses ist das Ansprechverhalten im Wildkörper. Die Geschossenergie wird sehr früh+ schnell an den Wildkörper
abgegeben, was je nach Treffersitz eine blitzartige Wirkung zur Folge hat.

Aber: Diese Wirkung ist keineswegs garantiert, oft kommt es zum Totalversagen.


BARNES TSX


Ohne die richtige Laborierungsabstimmung funktioniert es nicht

Bei den Geschosstests zeigte sich, dass die geladene Testlaborierung mit dem 300grs schweren TSX-Geschosse auf 60 Meter Distanz nicht ausreichend  war, um die 4 Fahnen voll auszurollen.

Man muss daher in jedem Fall darauf achten, dass man seine Jagdladungen 1. mit dem richtig ausgewählten Geschoss versieht und 2. mit einer geeigneten Treibladung verschiesst, um eine sichere, zielballistische Wirkung auf die jeweilige Wild- und Jagdart zu gewährleisten.



Die Zielgeschwindigkeit dieser reduzierten .375er Laborierung reichte auf 60 Meter nicht zur vollen Expansion aus. Die Wirkung auf Wild ist in diesem Fall mit einem Vollmantelgeschoss vergleichbar. Für das schwere TSX sind unbedingt hohe Ladungen mit einem Magnumpulver und starke Pressladungen erforderlich.



BARNES TTSX

Im Test
Eindeutiger Sieger von allen Deformationsgeschossen ist das Barnes TTSX. Das Geschoss erreicht in den Testmedien eine hohe Eindringtiefe (über 45cm). Die drei geborgenen Geschosse brachten ein durchschnittliches Restgewicht von 99,2% auf die Waage. Die Geschosse durchschlugen im Testmedium 10cm starken+ elastischen Widerstand und gingen danach noch weitere 35cm durch das dichte Medium. D
urchschnittliche Expansionsflächenvergrößerung: 3,79.


Das 250grs Barnes TTSX schlägt sich auch bei erhöhter Geschossbelastung
recht wacker und behält fast die gesamte Geschossmasse zurück.  


Wie auf diesem Foto gut zu erkennen ist, sieht bei
praxisgerechten zielballistischen Tests jeder Geschossrestkörper anders aus (im Gegensatz zu den vorbildlichen Ergebnissen der Anbieter, die aus Gelatineblockbeschüssen einer wundersamen Gleichmäßigkeit und Symmetrie entsteigen).


Das 250grs Barnes TTSX bestätigte seine ausgezeichnete Wirkung auch
im Test durch ein gutes Ansprechverhalten und ausreichender Festigkeit.

Fazit:
TTSX-Geschosse sind nicht nur hervorragend wirkende, sondern auch absolut verlässliche Kupferdeformationsgeschosse. Diese Aussage bedeutet allerdings noch lange nicht, dass das Geschoss in der Jagdpraxis in allen Situationen immer zufriedenstellende Ergebnisse zeigen kann.
Wie bei allen Geschossen ist eine optimale Wirkung immer abhängig von der richtigen Auswahl aller ballistischen Komponenten. Je nach Kaliber und Anwendung zeigt das Barnes nicht nur eine exorbitante Tiefenwirkung mit einer beeindruckenden Durchschlagskraft, sondern auch eine ausgezeichnete Augenblickswirkung.

Aber Vorsicht! Diese Eigenschaft macht die jagdliche Anwendungsauswahl keineswegs eindeutig.


HORNADY DGX


Der Trend zu massestabilen Jagdgeschossen hat Hornady veranlasst, auch die großen Teilmantelgeschosse weiter zu verbessern. Das DGX (Dangerous Game Expanding) ist ein Teilmantelgeschoss mit einer flachen Geschoßspitze mit stark eingezogenem Stahlmantel, der aussen mit Kupfer beschichtet ist. Der Geschossmantel sollte (zumindest nach Angaben des Herstellers) im Hauptbereich extrem dick gehalten sein. Dies trifft jedoch nicht für das Kaliber .375 zu (siehe Foto) und lässt schon die Schwäche des Geschosses erahnen.

Der Kern besteht aus einer Hartbleilegierung mit einem Anteil an Antimon. Die begrenzte Aufpilzung soll das Geschoss
eigentlich zu einem der durchschlagsstärksten und tiefenwirksamsten Teilmantelgeschosse machen, wenn man die Konstruktion z.B. mit dem A-Square Dead Tough mit dem extrem dicken Mantel vergleichen könnte.



    Aufgeschnittenes 300grs Hornady DGX- Geschoss im Kaliber .375



  
Oben: Gut zu erkennen sind die 6 Einbördelungsrillen am stark eingezogenen
Mantel an der Geschoßspitze des DGX

Geschossaufbau
Der kupferbeschichtete Stahlmantel des .375er DGX ist an den zylindrischen Führungsflächen allerdings keineswegs so stark wie auf den Hornady-Abbildungen.
De facto misst die Mantelstärke nur 1,5mm im hinteren Geschossbereich und 2mm am Geschossboden. Ausführung und Form sind also praktisch identisch mit dem normalen Interlockprofil mit verstärkter, eingezogener Geschoßspitze, Bördelung für einen starken Roll- oder Tapercrimp und der typischen, innenliegenden Interlock-Kralle, die eine Trennung von Bleikern und Mantel eigentlich verhindern sollte.
Übrigens hatten die normalen Hornady Interlock-Geschosse im Kaliber .458 bereits Anfang der 90er Jahre exakt die gleiche Mantelstärke, allerdings mit dem Unterschied, dass diese einen Tombakmantel hatten.

Totalversagen
Diese Einschätzung hat sich bei unseren "Stresstests" unter verschärften Testbedingungen absolut bestätigt. Das DGX versagte völlig, bei allen Testgeschossen trennte sich der Bleikern vom Stahlmantel! Die Eindringtiefe betrug nur etwa 25-30cm und das Geschoss mit dem höchsten Restgewicht lag lediglich bei 38%.



So was darf bei einem großwildtauglichen Geschoss nicht passieren:
Totalversagen (Trennung von Mantel und Bleikern) des DGX nach
Beschuss auf ein Zielmedium mit unterschiedlich festen Bereichen.




Fazit:
Weder der Stahlmantel noch der Interlockring bringen dem DGX die hohe Zuverlässigkeit, die in einem harten Zielmedium notwendig ist.
Deshalb nichts für schweres oder gar gefährliches Großwild.

Hornady sollte das .375er DGX-Geschoss z.B. durch die Verstärkung des Geschossmantels sowie einem verlöteten Bleikern dringend verbessern, gerade im Hinblick auf die vertriebene Munition!   

Auch andere Teilmantelkonstruktionen im Kaliber 9,5mm stoßen bei der Großwildjagd, z.B. auf Büffel an ihre Grenzen. Die .375 H&H hat mit dem RWS 19,4g TUG zum Beispiel in Afrika einen
ganz schlechten Ruf auf Büffel. Nicht wenige Berufsjäger berichten, dass es regelmäßig vorkommt, dass es nicht tief genug eindringt oder sich bei Schulterschüssen bzw. Knochentreffern ebenfalls völlig zerlegt.     


BARNES BANDED SOLID


Was man beachten sollte
Der einzige wirkliche Nachteil der Messinggeschosse ist die geringere Dichte, weshalb die Geschosse bei gleichem Geschossgewicht immer länger sind als Mantelgeschosse.
Je nach Kaliber muss man deshalb zu leichteren Geschossen greifen, um noch genug Verbrennungsvolumen sowie ein akzeptables Verhältnis von Geschosslänge zum Durchmesser zur ausreichenden Geschoßstabilisierung zu haben. Eine Faustregel für die Einsatzkombination gibt es deshalb nicht. Es ist von verschiedenen Parametern abhängig und variiert in unterschiedlichen Kalibern deutlich.

I
n dem meisten .375er Kalibern ist das Geschossgewicht von 270grs als einen guten Kompromiss anzusehen, zumal u.a. die Setztiefe dieses Banded Solids nicht übermäßig hoch ist und der Verbrauch an Hülsenvolumen tolerabel ist.



.375er Barnes Banded Solid mit Entlastungsrillen und abgeflachter Spitze


Hart im Ziel- weich im Lauf
Es ist übrigens Unsinn, dass Solids irgendwelche Laufbeschädigungen in modernen Waffen mit stabilen+ hochwertigen Läufen verursachen. Wir können aus unseren Erfahrungen mit Barnes Solids in mehreren Kalibern und verschiedenen Geschossversionen nur bestätigen, dass es keinerlei Mängel hinsichtlich erhöhtem Gasdruck, Präzision oder Richtungsstabilität (Ziel) gibt.



Diese geborgenen 270grs Banded Solids erreichten die
rekordverdächtige Penetration von über einem halben
Meter in einer mit verschiedenen Medien gefüllten Testbox.


Stabil+ geradlinig- Testbedingungen noch härter als die Praxis
Bei den Geschosstests mit der .375 Ruger bestätigten sich unsere jagdlichen Erfahrungen mit den Barnes Solids:

Diese Messinggeschosse sind
nicht nur sehr präzise, sondern bleiben absolut richtungsstabil und verfügen über eine phänomenale Durchschlagskraft. Die getesteten Banded Solids, die ich aus dem Testmedium bergen konnte, waren in keinster Weise verformt, aufgestaucht oder verbogen.

Selbst beim Auftreffen auf harte und energiefressende Zielwiderstände tritt keine Verformung auf.
Sie erreichten eine Eindringtiefe von 54-56cm bei fast vollem Restgewicht, dies bedingt durch die abrasive Wirkung des Zielabschnitts im Testziel.

* Testbedingungen der Geschosstests:
Nach unseren Erfahrungen sind die
Beanspruchungen, denen ein Jagdgeschoss im jagdlichen Betrieb, d.h. im Wildkörper ausgesetzt ist, weitaus höher, als bei Testbeschüssen von Gelatineblöcken. Das Ziel dieses Tests war es daher nicht etwa, möglichst vergleichbare Bedingungen wie das Geschossverhalten im Wildkörper zu simulieren, sondern die Geschosse einer extremen Beanspruchung zu unterziehen, um möglichst praxisnahe Testergebnisse zu erhalten!

Aus diesem Grund bestand bei den Beschussversuchen das Testmedium aus verschiedenen Inhalten unterschiedlicher Dichte+ Festigkeit und aus mehreren Zonen mit einem unterschiedlich hohen Wasseranteil.

In den üblich verbreiteten Tests wird das Medium auf einer Entfernung zwischen 5 und 15 Metern aufgestellt. Das ist nach unserer Auffassung viel zu nah. Es ist auch nicht aussagekräftig in Bezug auf die Geschossgeschwindigkeiten, die auf jagdliche Distanzen auftreten. Wir haben die Testbox deshalb auf einer Distanz von 60 Metern beschossen, was ein gesundes Mittelmaß für eine praxisgerechte, durchschnittliche jagdliche Entfernung darstellt.          


Zielgeschwindigkeiten der Geschosse:
1) 250grs Barnes TTSX: V
60 780m/s (rechts oben)
2) 260grs Nosler Accubond: V
60 750m/s (links oben)
3) 270grs Hornady Teilmantel SP-RP: V
60 740m/s (2. Reihe von oben, ganze Reihe)
4) 270grs Barnes Banded Solid: V
60 750m/s (unterste Reihe rechts)
5) 300grs Barnes TSX: V
60 675m/s (unterste Reihe links)
6) 300grs Hornady DGX: V
60 720m/s (2. Reihe unten mittig)


 
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