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GECO Plus

Jagdgeschosse > Teilmantelgeschosse

Hintergrund
Die deutsche Munitionsindustrie hielt bei der Weiterentwicklung von Jagdgeschossen lange Zeit einen Dornröschenschlaf. Zur Ehrenrettung muss man dazu sagen, warum sollte sie auch? In den seit vielen Jahren praxiserprobten und bewährten Kaliber- Geschosskombinationen gab es bis auf wenige Ausnahmen wenig Anlass zur Kritik, ausserdem hatte man aufgrund des Anbieterverhältnisses eine Art Monopolstellung. Die altbewährten Teilmantelgeschosse sowie die Spezialkonstruktionen von RWS können unter bestimmten Voraussetzungen sogar noch heute eine gute Wahl sein, auch wenn sie konstruktionstechnisch nicht mehr dem technischen Stand moderner Jagdgeschosse entsprechen.   

Erst die Erweiterung des Kaliberspektrums und der immer größer werdende Einfluss der Konkurrenz wie skandinavische und transatlantische Munitionshersteller bewirkten eine Veränderung. Inwiefern auch der wachsende Markt von Wiederladekomponenten in Form von Premiumgeschossen, die gegen Ende der achtziger Jahre aus Amerika zu uns kamen, den europäischen Markt beeinflusst hat, sei mal dahingestellt. Der überwiegende Teil der Jägerschaft gehört immer noch zu den Nichtwiederladern, die auf Fabrikmunition angewiesen sind.

Um die Konkurrenzfähigkeit mit preislich günstigeren Mitbewerbern zu erhalten, wurde die Marke GECO ins Leben gerufen. Die damalige Munition, die offiziell für die Jagd zugelassen war, hatte aufgrund des Geschossaufbaus mit den sehr dünnen Mänteln den gravierenden Mangel der zu viel zu starken Deformation und mangelnder Ausschusswahrscheinlichkeit. In unseren Mittelkalibern von 7mm und .30 waren sie auf Rehwild viel zu brutal und auf Hochwild versagten die Geschosse fast immer, da sie sich teilweise auch komplett zerlegten. Ein Ausschuss bei schweren Stücken war reine Glückssache.

Erfahrungen mit JASW

Aufbau und Wirkung
Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass man im Konzern unter dem gleichen Namen endlich eine zeitgemäße Geschosskonstruktion herausgebracht hat. Offensichtlich, um erst einmal den Anschluss mit anderen Geschossherstellern zu halten und auch etwas von dem Marktsegment zu erhalten.

Das, was das Geco-Plus leistet, wird den grundlegenden Anforderungen gerecht, die man an ein normales, modernes Teilmantel-Jagdgeschosses mit einem mittelstarken, verlötetem Mantel stellt. Man sollte sich allerdings von dem Gedanken verabschieden, mit dieser Konstruktion ein Werkzeug zur Verfügung zu haben, mit dem man als Munitionsverwender oder Wiederlader alle Kombinationen und Anwendungen abdecken kann. Dann sieht man sich sehr schnell den Grenzen des Vertretbaren gebracht, was dann mit dem Verlust einer wertvollen Trophäe einhergeht. Bei normalen jagdlichen Anwendungen in bestimmten Kalibern sind die Ergebnisse aber vollkommen zufriedenstellend.

Dies bedeutet: Das GP leistet
grundsätzlich eine gute wundballistische Wirkung und ausreichende Durchschlagskraft für den Ausschuss zur Wundfährte bei einfachen jagdlichen Anwendungen und in einigen Mittelkalibern. Möchte man jedoch die Jagd mit einem anderen bzw. einem nicht gängigen Kaliber mit diesem Geschoss abdecken, sollte man berücksichtigen, dass mit dem GP eben nicht alles möglich ist.

Bei falscher Anwendungskonstellation treten z.B. starke Geschossplättungen und unkontrollierte Abpraller auf, wobei das beschossene Stück in den meisten Fällen dann nicht mehr zu finden ist. Auch wenn das Restgeschoss noch einen Großteil an Masse behalten hat und sich der Bleikern nicht vom Mantel getrennt hat, ist in diesem Fall wegen der fehlenden Augenblickswirkung und der nicht vorhandenen Schweißfährte (von evtl. vereinzelten Schweisströpfchen aus der Eintrittswunde an der Einschussseite abgesehen) vom
Totalversagen des Geschosses zu sprechen.                          
  

Fazit
Das Geco Plus bewältigt als "Einsteigergeschoss" einfache jagdliche Situationen in bestimmten Kalibern. Es ist aber weder von der Qualität, noch hinsichtlich der Zuverlässigkeit mit vielen etablierten+ bewährten Geschosskonstruktionen aus Übersee zu vergleichen.

Dies tut dem Geschoss allerdings keinen Abbruch. Aufgrund des guten Preis- Leistungsverhältnisses gibt durchaus Anwendungsspektren, welche das Geschoss abdecken kann und wo sich das Geschoss zur vollen Zufriedenheit für den Anwender bewährt.
Dennoch sollte man sich nicht der Illusion hingeben, die Wertungen auf der Herstellerseite oder sog. "Produkttests" einiger verkaufsorientierter Internetseiten für bare Münze zu nehmen. Genau hier trennt sich die Darstellung des geschickt platzierten Marketing von der Realität. Pauschalisierte Aussagen über eine allgemeingültige Eignung für ein Jagdgeschoss zu geben, ist genauso wie einen Autoreifen für jedes Fahrzeug und für jedes Wetter anzupreisen.    


Nächstes Kapitel
=>Hornady<=

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