Barnes TSX und TTSX Teil 2 - JASW

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Barnes TSX und TTSX Teil 2

Jagdgeschosse > Bleifreie Deformationsgeschosse

Grundsätzliches zu bleifreien, massestabilen Kupfer-Expansionsgeschossen
(Barnes TSX und TTSX)


- Laufreibung, Lauferwärmung und Verschleiß sind relevante Einflussgrößen für Waffen auf dem militärischen Sektor,
 aber n i c h t bei Jagdwaffen.

- Ablagerungen durch Kupfer stellen mit der richtigen Laufreinigungsmethode überhaupt kein Problem dar. Mit guten bleifreien Geschossen der Konkurrenzhersteller aus reinen Kupferlegierungen sind ohne Einschränkungen in Bezug auf die Präzision auch größere Schusszahlen ohne Zwischenreinigung möglich (insbes. dann, wenn das Laufmaterial der Waffe richtig ausgewählt wurde).

- Es gibt keine gefährlichen Druckspitzen mit Kupfergeschossen bei normaler Handhabung und Pflegeintervallen in einer Jagdwaffe. Solche Probleme haben immer andere Ursachen (z.B. falsche Auswahl und Dimensionen der Patronenkomponenten, insbes. der Pulverladung).

- Die Geschossgeschwindigkeit eines Kalibers muss immer auf die jeweiligen waffenspezifischen und innenballistischen Parameter angepasst sein (Abmessungen von Patrone und Kaliberquerschnitt).

- Flugbahn und Reichweite eines Geschosses werden durch das Verhältnis von G
L zu GØ limitiert.

- Die erzielbare Präzision eines massestabilen deformierenden Kupfergeschosses ist einer optimal abgestimmten Laborierung aus dem gleichen Lauf nicht zu unterbieten.

- Das Ansprechverhalten von Deformations-Kupferhohlspitzgeschossen ist mit der richtigen Auswahl von Geschoss und Patronenkomponenten absolut hervorragend und oft sogar noch besser als mit einem vergleichbaren hochwertigen Teilmantelgeschoss.

- Eine zuverlässige Schusswirkung ist mit optimal angewendeten Kupferhohlspitzgeschossen auch auf sehr weite Schussdistanzen >300 Meter zu realisieren.

- Kein Jagdgeschoss zeigt auf alle Wildarten und unterschiedlich starke Stücke die selbe Wirkung! Aber man kann durch eine überlegte Auswahl der Waffe, Kaliber, Geschoss und deren Anwendung einen guten Kompromiss im Sinne einer voll zufriedenstellenden zielballistischen Wirkung erzielen.

- Je schneller ein Geschoss ist, desto größer ist die Anfälligkeit für Geschossablenkungen durch Flugbahnhindernisse. Auch aus diesem Grund dürfen Geschosse in einem Kaliber nicht zu leicht sein.

- Die Schockwirkung ist bei allen Geschossen, die ein vergleichbares Verhältnis von Energieabgabeverhalten zu Wundkanalvolumen und -tiefe haben, vom Kaliber abhängig, n i c h t vom Geschoss.
                  
- Massestabile Kupferdeformationsgeschosse verfügen über eine bestmögliche Tiefenwirkung für einen sicheren Ausschuss mit einem schnellen und starken Energieabgabeverlauf, wenn die Laborierung auf das optimale Verhältnis von Energieabgabe zur Energiemitnahme aus dem Wildkörper abgestimmt ist.

Erfahrungen mit JASW
- Die Wildbretzerstörung ist mit bleifreien Deformationsgeschossen immer geringer als mit gleich schnellen Jagdgeschossen mit Bleikern gleichen Kalibers.  

Maßhaltigkeit
Jeder erfahrene Schütze (insbesondere Wiederlader) weiß, dass der Weg zu einer gut schiessenden Patrone immer systematisch angegangen werden muss.  Vor allem die Präzision muss manchmal mit viel Aufwand "erarbeitet" werden.
Grundvoraussetzung dafür sind qualitativ hochwertige Geschosse (zu der die Barnes T(T)SX als ein Produkt jahrzehntelanger Erfahrung und Entwicklung ohne Zweifel zählen). Es ist mitunter völlig normal, wenn man bei den ersten Versuchen mit seinem Wunschgeschoss u.U. erst einmal mit einem großen Streukreis konfrontiert wird. Dann beginnt die Arbeit. Aber: mit der richtigen Vorgehensweise (und natürlich mit Geduld) kommt man Schritt für Schritt zum Ziel. Auf diese Weise konnten wir in verschiedenen Kalibern anfängliche Streuungen von z.B. 8-10cm in mehreren Schritten teilweise auf Streukreise zwischen 3-10mm bringen können, insbes. bei Barnes-Geschossen.     

Auf den Seiten der Geschosshersteller-Konkurrenz findet man u.a. Hinweise in Bezug auf die Einhaltung von "kleinsten Toleranzen" sowie "beste Oberflächenbeschaffenheit" . Dazu werden teilweise auch sog. "Schussbildvergleiche"  dargestellt. Während mit Barnes-Geschossen keine besseren Streukreise als z.B. 4-10 Zentimeter möglich seien, präsentiert man mit den eigenen Geschossen vorzeigefähige Schussbilder. Das ist natürlich völliger Quatsch.
Sehr gerne werden auch Beschreibungen wie z.B."auf hochmodernen Fertigungsanlagen produziert"  verwendet. Die meisten der Geschoss-Kleinhersteller fertigen Ihre Produkte ausschliesslich in spanender Fertigung. Dazu sind aber nicht nur moderne+ präzise Maschinen, sondern vor allem das richtige "Know-How" gefragt. D.h. qualifiziertes Fachpersonal, prozesssichere technische Abläufe und ein gelebtes Qualitätswesen. In keiner anderen Branche ist die gleichbleibende Qualität der Produkte so stark abhängig von der Erfahrung mit der primären Bearbeitung der eingesetzten Werkstoffe (unabhängig der rechnerunterstützten CNC-Maschinerie) und damit ausschließlich Traditionsfirmen mehrerer Generationen und Firmen ab einer entsprechenden Betriebsgröße möglich, welche die strukturellen Betriebsabläufe nach den Qualitätsanforderungen konsequent umsetzen können.

Noch ein Wort zur Oberflächenbeschaffenheit: Manche Hersteller geben zu der Toleranz auch noch einen Referenzwert für die Oberfläche an. Warum, ist ein absolutes Rätsel. Denn es ist keineswegs so, dass gedrehte Kupfergeschosse eine "bessere" Oberfläche als gepresste Geschosse haben, im Gegenteil. Ausserdem hat die Oberflächengüte so gut wie keinen messbaren Einfluss auf die Präzision. Der Anteil der mit dem Lauf in Berührung kommenden Mantelfläche ist zum Einen begrenzt und zum Anderen wird die Berührungsfläche nach wenigen Zentimetern beim Laufdurchgang durch die Felder profiliert. Ab diesem Zeitpunkt spielen nur noch die Legierungsbestandteile des Geschossmaterials und die Reibung im Lauf selbst eine Rolle! Jegliche Angaben in Bezug auf die Oberflächengüte eines Geschosses kann man daher getrost vergessen.        

Gepresste Geschosse sind verfahrenstechnisch
ausgereift+bewährt. Deshalb ist diese Art der Geschossherstellung erstens prozesssicherer und zweitens viel besser zu überwachen. Die Streu- bzw. Ausschussquote ist geringer als bei der spanenden Bearbeitung auf computergesteuerten Drehmaschinen. Die Toleranzen sind nicht nur ebenbürtig (d.h. innerhalb von einem Hunderstel Millimeter), sondern eine bessere Geometrie durch die kraftschlüssige Verkörperung während des Fertigungsprozesses.

Vereinzelt wird behauptet, dass Barnesgeschosse zu untermaßig seien, große Herstellungstoleranzen aufweisen würden und im Allgemeinen unpräzise wären. Auch davon ist nichts richtig! Hierzu ein Messbeispiel in Bezug auf Durchmesser+ Maßhaltigkeit bzw. Toleranzen und einem Vergleich mit anderen Geschossen:

So sehen die Messergebnisse in Bezug auf die angebliche "Untermaßigkeit" von Barnes T(T)SX-Geschossen in Wirklichkeit aus:

Die Geschossmessungen im Kaliber 9,5mm mit einer kalibrierten, digitalen Bügelmessschraube belegen die Toleranzlage und die Fertigungstoleranzen der Geschosse.
(Bild links: 250grs Barnes TTSX, mitte 270grs Hornady SP-RP, rechts 260grs Nosler Accubond).


Die TSX und TTSX weisen exakt den gleichen Durchmesser und die Toleranzen auf wie z.B. Hornady- und Noslergeschosse, d.h. innerhalb einer Toleranz von ±0,005mm. Genau das ist der Grund, warum mit der richtigen Laborierungsabstimmung exzellente Schussbilder mit kleinsten Streukreisen <10mm möglich sind!           

Meinungen aus der Jagdpraxis
Auszug von Erfahrungen mit Barnes TSX Geschossen aus der Jagdpresse (sinngemäß übersetzt):
"Mit meinen Jagdfreunden war ich bereits zum sechsten Mal in Afrika. Wir verwenden mittlerweile nur noch das Barnes TSX, von Springbock bis zum Kaffernbüffel. Die Präzision in der 7mm Rem.Mag., .30-06, .375 H&H und .416 Rem.Mag. war hervorragend. Die Wirkung auf Wild war mehr als exzellent. Zwar lag nicht alles Wild mit einem Schuss (insbes. Büffel oder bei schlecht sitzenden Schüssen), aber kein einziges gut getroffenes Stück benötigte mehr als einen Sicherheitsschuss, wenn es noch nicht ganz verendet war."  
    

"Mit dem TSX jage ich, seit dem die ersten Geschosse auf dem Markt erhältlich waren. Das 168grs TSX lade ich in meiner .30-06 mit 60,5grs RL 19, Winchester Hülse und Federal 215M Zündhütchen. Das Schußbild auf 100 Yards (91 Meter) sieht aus wie ein einziges ausgefranstes Loch!"

"Ich habe mit meiner .300 Rem Ultra Magnum mit dem TSX teilweise Antilopen auf einer Entfernung von mehr als 400 Yards (365 Meter) und Hirsche über 300 Yards (275 Meter) erlegt. Jedesmal eine auf den Platz bannende Wirkung. Ich konnte dies nie bei anderen Geschosstypen feststellen, die ich in 35 Jahren Jagderfahrung verwendet habe. In meiner .243, .308, 7mm Rem.Mag und .300 RUM ist das Barnes-Geschoss am präzisesten."

"Mit meiner .338 Win.Mag. und dem 225grs TSX habe ich inzwischen 4 Hirsche erlegt. Bei einem Bullen ging das Geschoss durch beide Schulterblätter und brachte in augenblicklich zu Fall. Die Geschosse pilzen sehr gut auf. Sehr hohe Durchschlagskraft, Restgewicht fast 100%. Die geborgenen Geschosse sehen tatsächlich so aus wie auf der Barnes Webseite, ich werde keine anderen Geschosse mehr verwenden."

"Mittlerweile habe ich mit dem TSX- Kupferhohlspitzgeschoss schon einiges an Wild erlegt. Die Wirkung war immer sehr gut. Wenn manche Jäger berichten, dass Barnes-Geschosse wie eine Vollmantel durch den Wildkörper durchschlagen und die Stücke danach flüchten würden, verstehe ich nicht, was sie damit meinen. Das Ergebnis ist immer gleich: egal, ob die Entfernung 20 oder 400 Yards beträgt und wie der Schußwinkel ist, der Einschuss ist kalibergroß und der Ausschuss ca. 2cm im Durchmesser, alle inneren Organe dazwischen sind wie verflüssigt."  
(Anmerkung: bei letztem Beispiel ist allerdings davon auszugehen, dass ein Kaliber mit einer sehr hohen Mündungsgeschwindigkeit verwendet wurde)

Fabrikmunition
Für die Qualität und die Zuverlässigkeit der BARNES- Geschosse spricht auch die Tatsache, dass fertige Jagdmunition mit diesen Geschossen (nicht nur vom Hersteller selbst mit Vor-Tex Munition) und TSX sowie TTSX-Geschossen angeboten wird.
Dazu zählen z.B.:
- .270 Winchester + .270 Winchester Short Magnum
-  7mm-08 Rem., 7mm Rem.Mag. +7x64
- .308 Win.
- .30-06 Springfield
- .300 Win.Mag.
- .300 Win.Short Magnum
- .300 Rem. Ultra Mag.
-  8x57IS
- .338 Win.Mag.
-  9,3x62
- .375 H&H
- .416 Rem.Mag. .416 Rigby
- .45-70 Government, .458 Win.Mag. + .458 Lott
- .470 Nitro Express
- .500 Nitro Express

Munitionshersteller
- Barnes
- Black Hills
- Cor-Bon
- Double Tap
- Federal
- International Cartridge
- Norma
- Sako
- Silver State
- Weatherby

Inzwischen werden für normale europäische Jagdverhältnisse Barnes-Geschosse von 6,5mm bis .375 (inkl. unserer 9,3mm Kaliber) im Gewichtsbereich zwischen 130grs und 300grs angeboten. Munition gibt es u.a. auch von NORMA (7mm Rem. Mag, .300 Win. Mag und .375 H&H Mag) und von SAKO, die das Barnes erfolgreich verwenden.

Geschosstests
Um den beiden Geschosskonstruktionen auf den Zahn zu fühlen, haben wir unter anderem auch die Mittelkaliber .30-06 und 8x57IS auf die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit getestet. Im Kaliber .30-06 zunächst das 168grs TTSX und zum Vergleich das 160grs TTSX in der 8x57IS (in einem späteren Test auch das .30er 150grs TTSX). Dazu wurde eine Entfernung von 60m gewählt, um möglichst realistische Vergleichswerte für die Jagdpraxis bei einer durchschnittlichen Schussentfernung für Ansitz und Pirsch zu bekommen. Als Zielmedium kam eine spezielle Testbox zum Einsatz, in die im vorderen Bereich mit einem relativ festen+ zähen Block sowie mit anschließenden Sektionen von unterschiedlich widerstandsfesten Zielmedien ausgestattet war.


1: TTSX 168grs .308
2: TTSX 160grs .323
3:   TSX 180grs .323
4: TTSX 250grs .375
5:   TSX 300grs .375
6:   TSX 400grs .416
7:   TSX 300grs .458


Das 168grs schwere .30er TTSX pilzte in der .30-06 bei einer Zielgeschwindigkeit von 770m/s auf einen durchschnittlichen Ø von 12,5mm auf und erreichte eine Tiefenwirkung von ca. 30 Zentimeter. Das leichtere 150grs TTSX kam bei einer Vz von 754m/s auf einen Durchmesser von 14,3mm. Beim 160grs schweren 8mm TTSX reichte die Vz von 763m/s für eine Aufpilzung auf einen Ø von 13,5mm, ebenfalls bei einer Eindringtiefe um 30cm. Die Restgewichte betrugen beim .30er TTSX mit 150grs Geschossgewicht 99%, beim 168grs TTSX 99,5% und beim 8mm 160grs TTSX 99,4%.
(siehe auch Kapitel 8x57IS, .375 Ruger Teil2, .416 Rigby Teil3)
Zum Vergleich: ein gebondetes 180grs Speer HotCor Teilmantelgeschoss kam aus der .30-06 (gleiche Waffe) und einer Vz von 756m/s im selben Zielmedium auf einen Ø von 14mm bei 27cm Eindringtiefe und einem Restgewicht von 73%.

                   Siehe auch Kapitel
             =>.30-06<=
   


              
150grs Barnes TTSX, Kaliber .30, Vz 754m/s


              
168grs Barnes TTSX, Kaliber .30, Vz 770m/s


                  
160grs Barnes TTSX im Kaliber 8mm, Vz 763m/s

Fazit
Über Jahrzehnte hinweg konnten mit verschiedensten Kalibern über die Jahre hinweg mit unterschiedlichen Barnes-Kupferhohlspitzversionen beste Erfahrungen gemacht werden. Bis zum heutigen Tag haben wir im jagdlichen Einsatz auf unterschiedlichstes Wild kein Fehlverhalten oder Versagen der Geschosse bzw. irgendwelche Anzeichen von Zerlegung beobachten können. Ganz im Gegenteil: Mit der richtigen Kaliber- und Geschossauswahl und einer optimierten Laborierung ausgestattet, ist das Barnes mit Abstand das beste bleifreie Deformationsgeschoss, das z.Z. auf dem Markt erhältlich ist und lässt keine Wünsche offen.  

Wenn man ein paar Dinge in Bezug auf geschosstechnische Gesetzmäßigkeiten beachtet und bewährte zielballistische Kenntnisse aus der Jagdpraxis anwendet, gibt es mit dem Kupferhohlspitzgeschoss keinerlei Probleme. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Auswahl des richtigen Geschossgewichtes hingewiesen. Man sollte nicht den Fehler begehen,
"generell immer eine Gewichtsklasse unter dem Geschossgewicht von Bleigeschossen" zu gehen, denn so einfach funktioniert das auch mit dem Barnes nunmal nicht!  

Die Zerstörungswirkung auf Organe im Wildkörper ist bei der richtigen Anwendung+ Laborierungsabstimmung höchst zufriedenstellend. Mit der korrekt ausgewählten Geschossmasse und einer waffenspezifisch abgestimmten Laborierung ist der Ausgang des Schusskanals auf der Ausschussseite in den allermeisten Fällen immer noch groß genug für eine gut sichtbare Schweißfährte.

Auch bei unseren "Stresstests" im festen+ kräftezehrenden Material hat bislang noch kein einziges Barnes- Geschoss in irgendeiner Weise versagt oder Fahnen verloren.

Das Barnes Kupferhohlspitzgeschoss ist ein ausgezeichnetes und absolut zuverlässiges, bleifreies Geschoss, wenn man die jagdlichen Gegebenheiten sowie außen- und zielballistischen Parameter berücksichtigt. Dies ist eine Erkenntnis, die grundsätzlich für jedes Jagdgeschoss zutrifft.    


Nächstes Kapitel
=>Lapua Naturalis<=

 
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