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Barnes Banded Solid

Jagdgeschosse > Solidgeschosse

Geschichte
Die Geburtsstunde der Solids war das Jahr 1978, als A-Square das (vom Gründer Arthur B. Alphin entwickelt) das erste Massivgeschoss einsetzte, das aus Messing (einer Kupfer- Zinklegierung) bestand und "Monolithic Solid" benannt wurde.
 
Mit diesen Homogengeschossen wurde das typische Fehlverhalten von Vollmantelgeschossen abgestellt, die einen Bleikern enthalten. Dies beinhaltet Stauchungen, Verformungen und Ausquetschungen bis zur kompletten Mantel-Kern Separation (Foto links).

Durch den erstmaligen Einsatz einer durchgehenden Messinglegierung mit einer wesentlich höheren mechanischen Belastungsfähigkeit wurde die zielballistische Wirkung im Sinne der Durchschlagskraft und des richtungsstabilen, geradlinigen Geschosskurs im Zielmedium revolutioniert. Im Foto rechts sind MS-Geschosse zu sehen, die aus Elefanten geborgen wurden.   

Erfahrungen mit JASW

Ein Professional Hunter berichtet:
"... auf das Hornady Vollmantelgeschoss mit Stahlmantel war fast immer Verlass... aber die Winchester-Vollmantel für die .375 mit einer kleinen flachen Spitze hatte nur einen dünnen Mantel und wurde entweder abgelenkt, das Geschoss riss auseinander oder zerlegte sich komplett, wenn es auf größeren Widerstand stieß... Jedes Vollmantelgeschoss mit einem Bleikern kann, ungeachtet des Materials, aus dem der Geschossmantel besteht, versagen."

"... mein Jagdkollege barg aus einer Büffelkuh 2 Vollmantelgeschosse im Kaliber .450, die wie blutige Bananen verbogen waren. Eines der Geschosse war sogar durchgebrochen. Es ist davon auszugehen, dass ein Vollmantelgeschoss, das sich verformt, sogar soweit von ihrem Kurs abweichen kann, dass lebenswichtige Organe komplett verfehlt werden. "

"Sogar das beste ummantelte Vollmantelgeschoss wird sich normalerweise beim Aufprall verbiegen oder auf irgendeine Weise verformen, überschlagen oder von der geraden Flugbahn ausscheren... Ein echtes Solidgeschoss, das aus einer homogenen Bronzelegierung besteht, tut dies nicht."
  
(sinngemäß übersetzt)


Barnes-Geschosse im Kaliber .416 und .375 .

Geschichte
Die Geburtsstunde der Solids war das Jahr 1978, als A-Square das (vom Gründer Arthur B. Alphin entwickelt) das erste Massivgeschoss einsetzte, das aus Messing (einer Kupfer- Zinklegierung) bestand und "Monolithic Solid" benannt wurde.
 
Auch der Geschosshersteller Barnes erkannte die Zeichen der Zeit und begann ebenfalls, Messinggeschosse herzustellen. Die Geschosse hatten wie das Monolithic einen runden Geschosskopf und eine Crimp-Nut. Der vordere Teil war unterkalibrig ausgeführt, der komplette hintere Geschossteil hatte somit als Hauptteil des Geschosses noch den vollen Führungsdurchmesser.
Diese Konstruktion wurde durch Entlastungsringe weiter verbessert, die den Laufdurchgang erleichtern und beim Produktionsprozess der Geschosse auf CNC-Langdrehmaschinen eingenutet werden ("banded" für die Einstichringe).


Vollmantel schon damals mit gravierenden Mängeln
Einer der erfahrensten und kompetentesten Großwildjäger in Bezug auf Waffen und Munition einschl. Geschosswirkung, John Taylor, beschäftigte sich ausgiebig mit der zielballistischen Wirkung von Geschossen. Er fand heraus, dass die Stahlmäntel der meisten damaligen Vollmantelgeschosse zu dünn und instabil waren.

Dies führte dazu, dass sich die Geschosse stauchten, verbogen, der Bleikern herausgequetscht wurde oder sich manchmal zerlegt hatten. Einzige Ausnahme waren die Geschosskonstruktionen von Rigby, die schon damals einen recht robusten und stark gebauten Mantel hatten.

Taylor empfahl deshalb die Verwendung von Vollmantelkonstruktionen mit einer normal runden oder abgeflachten Spitze ohne einen kegligen Übergang zum Hauptdurchmesser. Er hatte bemerkt, dass es bei Elefanten, die er mit Vollmantelgeschossen im Kaliber .470 Nitro Express frontal aufs Haupt beschossen hatte, unerklärliche Kursabweichungen der Geschosse gab. Dies kam immer dann vor, wenn er Geschosse verwendete, bei denen die Spitze in einen leichten Kegel überging.


Aktuelle Vollmantelkonstruktionen
Jetzt sollte man eigentlich annehmen, dass moderne Vollmantelgeschosse mit Bleikern deutlich robuster sind und nicht mehr versagen können, zumal die Ummantelung wie z.B. HORNADY, DEGOL- oder WOODLEIGH- Geschossen wesentlich stärker ist. Das Problem mit den heutigen Vollmantelgeschossen ist bei gewissen Treffern auf Büffel und Dickhäuter aber immer noch existent, sodass sie mit dem weichen Bleikern noch soweit verformt oder verbogen werden können, dass der Schusskanal im Zielmedium nicht mehr richtungsstabil verläuft.

Wirkungsweise
Die Solids haben eine sehr hohe und geradlinige Durchschlagskraft und verformen sich in keinster Weise. Selbst bei der alten Barnes-Konstruktion mit dem runden Geschosskopf sind keine Kursabweichungen oder irgendwelche Deformierungen am Geschoss feststellbar.  
Erst beim Beschuss von sehr dicken Stahlplatten fangen diese Messinggeschosse an, sich zu verformen (die Umwandlung der Energie in Reibungshitze lässt den Randbereich der Mantelfläche bis zur Liquiduslinie schmelzen).

Die Kritiker werfen den Solidkonstruktionen mit dem Kopfradius mangelnde Richtungsstabilität und Kursabweichungen beim Einsatz auf Dickhäuter vor. Als Ableger diverser Theorien über Geschosskavitationen im Zielmedium konnte man teilweise die absurdesten Geschosskonstruktionen am Markt beobachten ("Superpenetrator"). Ob der volle Radius an der Geschossspitze zielballistisch gesehen tatsächlich nicht so richtungsstabil ist wie ein runder Geschosskopf mit abgeflachter Spitze, wie es von manchen behauptet wird, ist mehr als fragwürdig. Nach unserer Erfahrung ist in der Praxis kein Unterschied festzustellen.  

Sehr interessant ist auch die Tatsache, das man den Rückstoss auch mit starken Ladungen angenehmer empfindet als mit anderen Geschossen in der gleichen Gewichtsklasse, was zweifellos ein Folge des geringeren Laufwiderstands ist.  



Dieses geborgene Barnes Banded Solid im Kaliber .416 absolvierte 75cm an Durchschlagsleistung, bevor es zum Stillstand kam.

Wie man sehr gut erkennen kann, hat sich das Geschoss in keinster Weise deformiert, gebogen oder angestaucht.

Ausser den Feldprofilmarken des Laufes ist das Solidgeschoss völlig intakt, wie ein Rolltest auf einer Glasplatte eindrucksvoll beweisen konnte.  
 


Gibt es Nachteile für den Lauf?
Sowohl A-Square als auch Barnes dementieren jegliche Behauptungen, dass Solids irgendwelche Laufbeschädigungen, z.B. in Doppelbüchsen, verursachen können. Unsere Erfahrungen mit Barnes Solids aus der ersten Generation haben keinerlei Mängel in diese oder in eine andere Richtung bestätigt. Aus Repetierbüchsen verschossen, hat man damit weder Probleme mit erhöhtem Gasdruck, noch mangelnder Präzision oder Richtungsstabilität im Ziel.

Ganz im Gegenteil, die Geschosse gehen bei gleicher Pulverladung mit geringerem Rückschlag aus dem Lauf raus, als Teilmantelgeschosse des gleichen Gewichts. Dies bedeutet, dass Laufwiderstand und Gasdruck geringer sind als bei den Mantelgeschossen. Und das wiederum heißt, dass Solids auf eine höhere Geschwindigkeit geladen werden können.

Laufbelastung ja oder nein?
Einer, der die Theorie der Laufbeschädigung durch Solidgeschosse vertritt, ist der Geschäftsführer von Kynoch, David Little. In einem persönlichen Gespräch erzählte er uns, dass bei Doppelbüchsen nach dem Verschiessen das Drallprofil der Läufe sichtbar werden würde. Dies wäre immer bei dünnwandigen Läufen der Fall. Der Pressdruck des Geschosses im Lauf würde dazu führen, dass sich die Felder etwas nach aussen drücken und der Drall von aussen sichtbar werden würde.  

Aus der praktischen Erfahrung heraus ist sagen, dass man sich bei Repetierbüchsen aufgrund der hohen Stabilität und der Laufdicke moderner kaltgehämmerter Läufe absolut keine Sorgen machen muss. Dies gilt auch für Doppelbüchsen moderner Bauart (dieser Tatsache pflichtet auch David Little bei).   



Die hervorragende Maßhaltigkeit des Barnes BS gewährleistet geringe Geschosstoleranzen und
generiert höhere Geschossgeschwindigkeiten gegenüber normalen Mantel- und Kupfergeschossen.
  


Barnes Banded Solid
Geschossformen+ Kaliber

Aus diesem Grund sowie für Repetierer, bei denen die Flachkopfversion des Messinggeschosses gelegentlich Probleme bei der Patronenzuführung verursacht, bietet Barnes jetzt zwei Versionen von Solid-Geschossen an:
1. die normale Ausführung mit etwas abgeflachten Kopfradius
2. dto., aber mit Rundkopf.
Damit ist dem "Urvater" aller Solids, dem A-Square Monolithic Solid nur höchsten Respekt für die gelungene Geschosskonstruktion der Massivgeschosse zu zollen.

Die Solids gibt es für viele Kaliber, u.a. in .338, 9,3mm, .375, .400, .416, .423, .458, .470, .577 bis .600 Nitro Express.


Fazit
Die Homogengeschosse von Barnes sind hinsichtlich der Zuverlässigkeit um Vieles besser als herkömmliche Vollmantelgeschosse (einschließlich der modernen Versionen mit extrastarken Geschossmänteln) und aus diesem Grund uneingeschränkt zu empfehlen.     


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