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Jagd

Jagdpraxis und das Wissen über Waffe+ Munition
Viele Dinge sind auf der Jagd nicht kalkulierbar. Man kann über Jahre und Jahrzehnte hinweg mit seinem Kaliber und der eingesetzten Munition vollkommen zufrieden sein, bis jener Tag kommt, an dem man bitter enttäuscht wird. Die scheinbare Sicherheit weicht der Gewissheit der trügerischen Routine.

Es ist etwas, was man leider in großer Regelmäßigkeit auf der Auslandsjagd und auf Drück- und Bewegungsjagden erleben kann. Stück beschossen+ sauber abgekommen, und trotzdem ist das Stück weg. Kein sichtbarer Schweiß am Anschuss und auch nicht in unmittelbarer Umgebung. Damit sind dann alle Voraussetzungen für eine schwierige Nachsuche geschaffen, die dann meistens erfolglos ausgehen. Fragt man nach, welches Geschoss eingesetzt wurde, kommt als Antwort oft ausser dem Kaliber nur die Aussage
"Teilmantel natürlich!" ...

In vielen jagdlichen Situationen sind die Stücke, sei es auf der Auslandsjagd, bei der Pirsch, bei der Bewegungsjagd (wenn sie den Schützen vernommen haben+ flüchten) oder, wenn angeschossen, überwiegend in Alarmbereitschaft und vollgepumpt mit Adrenalin.
Und genau dann trennt sich dann die Spreu vom Weizen:
Ein Kaliber kann immer nur so gut wirken, wie das Geschoss zu leisten im Stande ist! Das heißt insbesondere bei Bewegungsjagden: Ausschuss für eine Schweissfährte zu haben. Und zwar immer+ in jedem Fall, egal auf welches Stück. Und nur ein dazu geeignetes Kaliber hat auch die Reserven, die bei schlechter sitzenden Schüssen und anderen Widrigkeiten erforderlich sind.

Natürlich ist es möglich, mit einem kleinen jagdlichen Mittelkaliber wie z.B. 6,5mm oder 7mm auch starkes Hochwild mit einem Schuss sauber mit sofortiger Wirkung zu erlegen. Und zwar dann, wenn der Treffersitz stimmt und das Geschoss im Wildkörper dahin kommt, wo es wirken muss. Aber:
nur ein ausreichend großes Kaliber mit einem passendem Geschoss hat auch die erforderlichen Leistungsreserven, um den erhöhten wundballistischen Anforderungen gerecht zu werden und evtl. Fehler, die beim Schuss auftreten, zu kompensieren.              

Jagdlicher Erfolg steht und fällt mit einer guten Vorbereitung. Nur eine individuell auf die Person abgestimmte Waffe im passenden Kaliber, die Munition mit dem richtigen Geschoss für die Jagdbedigungen und Wildart sowie ausreichende Schiessfertigkeiten mit einer 100%igen Kontrolle der Beherrschung von Waffe führen zum Jagderfolg.

Erfahrungen mit JASW

Vorbereitungen zur Jagd
Ausserdem zahlt es sich immer aus, mit Bedacht und ohne Stress zu handeln. Die wichtigste Regel ist hierbei, dass man sich bei jedem Entscheidungsschritt immer genug Zeit nehmen sollte.
Bei der Auslandsjagd ist ausser der Beherrschung von Waffe und der Schiessfertigkeiten auch ein hoher Pegel an Stresstoleranz erforderlich, um nicht alle Vorbereitungen im entscheidenden Moment der Schussabgabe wieder zunichte zu machen.
Dafür sind zu berücksichtigen:
- passenden Waffentyp auswählen
- Kaliber nach Wild- und Jagdart
- Geschosstyp nach aussen- und innenballistsichen Anforderungen selektieren
- ausreichendes Training absolvieren
- Jagdbedingungen vor Ort berücksichtigen
- Praktische Kenntnis über die Anatomie der Wildart(en), am erlegten Stück beim Zerwirken oder über eine intensive Schulung durch einen erfahrenen Praktiker (Fachliteratur genügt n i c h t !)  
- 100%ige Waffenbeherrschung und Störungsbeseitigung
- mentale Vorbereitung für den Schuss und in Stresssituationen
- Aktionsfähigkeit nach dem Schuss trainieren
- Nachschiessen für den Fall eines Nachschusses üben
- richtiges Verhalten bei einer Nachsuche
  
 
Vor allem beim Ansitz bedeutet dies, nichts mit der Brechstange machen zu wollen. Eine zu hohe Erwartungshaltungshaltung ist dabei genauso schädlich wie der mangelnde Respekt vor der Kreatur, Schlampigkeit oder Selbstüberschätzung.
- mental zur Ruhe zu kommen (man muss in der Lage sein, in jeder jagdlichen Situation möglichst entspannt zu bleiben)
- die maximale Schussdistanz nach den Sichtbedingungen bestimmen
- anwechselndes Wild aufmerksam beobachten
- zum Ansprechen immer ausgiebig Zeit nehmen
- vorsichtig schussfertig machen
- richtigen Haltepunkt ansetzen
- Schusswinkel berücksichtigen
- Abzug unabhängig von der jeweiligen Situation immer kontrolliert betätigen (der Schuss muss unerwartet brechen)
- das beschossene Stück während des Schusses und danach beobachten  
- Ruhig und voll konzentriert warten, bevor man zum Anschuss geht (mind. 20 Minuten)


N i e m a l s schiessen, wenn aus der Sicht des Schützen keine kontrolliert sichere und 100%ig saubere Schussabgabe möglich ist!
(Dies unterscheidet den waidgerechten, charakterstarken Jäger vom jagdlichen Schützen)

Unworte  
Wenn wir darüber zu entscheiden hätten, was die Unwörter des Jahres wären, kämen die beiden Wörter "Arbeitsgerät" + "Lebensversicherung" im Zusammenhang mit der Bewertung von Jagdwaffen ganz oben auf die Liste. Warum? Wir sind es einfach leid, zum hundertsten Male in Jagdzeitschriften zu lesen, dass diese oder jene Waffe diese "Kriterien" erfüllen würden, weil sie gut verarbeitet und ja so zuverlässig sind. Die beiden Begriffe werden als Überschrift oder im Text verwendet und sollen wohl als Zugpferd oder Nachweis für die Sache dienen.
Dabei klärt sich die Sache schon aus der Begriffsbedeutung: Ein "Arbeitsgerät" ist immer nur so gut, wie derjenige, der es verwendet, damit umgehen kann!
Und die Lebensversicherung nutzt demjenigen gar nichts mehr, der sie abgeschlossen hat, wenn es zum Versicherungseintrittsfall kommt (klar, es ist natürlich anders gemeint). Wie man sieht, sind beide Begriffe für die Wertung einer technischen Beschreibung einer Waffe eigentlich völlig fehl am Platze.

Und wenn man mit ansieht, wie sehr sich manche jagdlichen Zeitgenossen mit der Bedienung ihres "Arbeitsgerätes" abmühen, kommt einem schnell der Gedanke:
"Hoffentlich hat der wenigstens eine gute Lebensversicherung..."           


Zum Abschluss noch ein kleiner Merksatz, in dem sehr viel Wahrheit steckt:
"Es ist aller Tage Jagdtag, aber nicht an jedem Tage Schießtag!"



Nächstes Kapitel:
=>Kaliberwahl<=


 
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