8 x 68S - JASW

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8 x 68S

Jagdkaliber


Patronenbezeichnung:
8x68S

Kaliber:
.323/ 8,2mm

Einsatzbereich:
Hochwild, Plainsgame

Erscheinungsjahr:

1939

Hülsenabmessungen:

L3: 67,51mm

Schulterwinkel: 14,5°

Gasdruck:

4400bar

Geschossgewicht:

125-220grs

Geschwindigkeit:

Vo 880m/s                            220grs Geschoss

Energie:

Eo 5519 Joule                         aus 61cm Lauf

Geschichte und jagdliches Einsatzgebiet
Die 8x68S ist das "Flaggschiff" unserer 8mm Kaliber und der Beweis für die Qualität deutscher Waffeningenieurskunst. Die außerordentliche Leistungsfähigkeit dieser großvolumigen Patrone macht sich vor allem auf langen Schussdistanzen bezahlt.

Obwohl die Patrone für den Einsatz auf Hochwild konstruiert wurde, hat sie sich durch die Ausweitung des Geschossangebotes an sehr guten Geschossen (insbes. ausländischer Hersteller) eine gute Reputation bei der Auslandsjagd in Asien, Nordamerika und auf dem schwarzen Kontinent geschaffen. Von der Leistung gesehen sind sich die
8x68S und die amerikanische .325 Winchester Short Magnum, die aus der dicken .404 Rimless-Hülse konstruiert wurde, ebenbürtig.  

Die
Hauptfehler, die mit der 8x68S immer wieder gemacht werden, sind erstens ungeeignete Waffenkonstruktionen und zweitens die Verwendung von falschen, d.h. unzuverlässigen Geschossen (siehe Wiederladen). Wer sich für eine Repetierbüchse mit einem überlangen 65cm-70cm langen Lauf entschliesst, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er in der hiesigen Jagdpraxis eine nahezu unführbare Waffe handhaben muss.

Es ist offensichtlich den wenigsten jagdlichen Schützen bekannt, dass auch großvolumige Patronen, zu denen auch die 8x68S zählt, mit optimierten Laborierungen hervorragende
Leistungswerte auch aus wesentlich kürzeren Lauflängen erbringen können. Man kann mit der starken Patrone auch aus Waffen mit Läufen von deutlich weniger als 61cm durch spezielle Pulver noch hervorragende Leistungsumsetzungen im Rahmen von 98-99% erzielen.

Selbst mit handlichen Lauflängen sind aus der 8x68S noch gute Werte zu erreichen. Ergänzend dazu ist allerdings festzustellen, dass solche Waffenspezifikationen mit der .325 Winchester Short Magnum noch besser zu realisieren sind (siehe nachfolgende Tabelle).




Leistungsbewertung in Bezug auf die Lauflänge
Der Leistungsunterschied zwischen dem 24" (61cm) Lauf und dem 20,5" (52cm) beträgt nur ca. 400 Joule. Ab einer Lauflänge von 61cm kann die 8x68S kaum noch an Mündungsgeschwindigkeit zulegen. So sind es gerade einmal 15m/s, die ein 66cm Langlauf gegenüber einer Lauflänge von 61cm an Mehrleistung erbringen kann. Längere Läufe sind also nicht nur überflüssig, sondern im Jagdpraxisbetrieb auch völlig unsinnig.  

Ein praxisgerechtes Maß mit einem guten Verhältnis von Handling und Leistung sind bei der 8x68S
durchaus Lauflängen unter 24", d.h. in einem Bereich unter 61cm. Mit dem geeigneten Pulver sind mit einem 220grs schweren Geschoss Mündungsgeschwindigkeiten von 860-870m/s und Energien von 5300-5400 Joule realistisch, was die hervorragende jagdlich-energetische Leistungsfähigkeit der Patrone unterstreicht.

Den "Schlagunterschied" in Bezug auf die Schusswirkung bemerkt man in der Praxis bedingt durch die kürzere Lauflänge nicht. Und was die Flugbahn angeht, beträgt der Unterschied einer 8x68S mit einem 65cm Lauf zu einem 58cm Lauf mit einem  11,7 Gramm Geschoss und einem mittleren Strömungswert auf 260m gerade mal 1cm. Auch das sind Gründe, die für eine Büchse mit einer praktikablen Lauflänge im Sinne einer wesentlich besseren Führbarkeit im Jagdeinsatz sprechen. Man sollte sich deshalb vor einer geplanten Anschaffung einer 8x68S sehr genau überlegen, ob man wirklich auf jede Metersekunde angewiesen ist, denn Letzteres ist nur für sehr spezielle jagdliche Einsatzbereiche von Vorteil bzw. notwendig.   

Waffen
Die erste Wahl im Sinne einer hochwertig einzustufenden Repetierbüchse im .323er Magnumkaliber sind vor allem handgefertigte Neubauten auf der Basis des Mauser-Repetiersystems. Der Aufbau dieser Büchsen ermöglicht eine individuelle Abstimmung auf den Schützen mit hochwertigen und sinnvollen Ausstattungskomponenten in fast unbegrenzten Variationen. Hinsichtlich Qualität, Zuverlässigkeit, Präzision, jagdspezifische und persönliche Anpassung sind solche Repetierbüchsen n i c h t zu toppen!  

Empfehlenswerte Fabrikwaffen im Kaliber 8x68S gibt es von verschiedenen Herstellern. Aber Vorsicht: Auch renommierte Waffenhersteller bieten Büchsen, mit denen man aufgrund von bau- und konstruktionstechnischen Mängeln äußerst unschöne Überraschungen im jagdlichen Einsatz erleben kann.   

Munition
Wenn es einen
Nachteil gibt, der man der 8x68S anlasten kann, dann ist es die magere Auswahl an Munitionsanbietern. Wesentlich kritischer ist jedoch die mangelnde Zuverlässigkeit der verladenen Geschosse anzusehen. Natürlich spielt es auch eine entscheidende Rolle, wie die Patrone eingesetzt wird. In Zahlen ausgedrückt sind über 80% der angebotenen Patronen mit Geschosskonstruktionen ausgestattet, die grundsätzlich leider völlig kaliberuntauglich sind.

Bei den wenigen, nur eingeschränkt verwendbaren Geschossen ist die tatsächliche Geschossbelastung maßgeblich. Wird diese überschritten, können auch bewährte Geschosskonstruktionen dem jeweiligen Jagdzweck nicht mehr standhalten. Die Wahrscheinlichkeit, dabei ein Geschoss zu erwischen, das diesen Belastungskriterien in Gänze oder in Teilbereichen der jagdlichen Verwendung nicht mehr standhält, ist bei dieser Patrone im Kaliber 8mm besonders hoch.  

Bleifreie Munition
(siehe weiter unten)


Geborgenes Teilmantelgeschoss 8x68S (vom Schulterblatt abgelenkt, kein Ausschuss)

Geschosse und Wiederladen
Die 8x68S verzeiht bei der Geschosswahl keinerlei Fehler. In Bezug auf das Leistungsvermögen ist die Patrone klar im Bereich der Magnumpatronen und das bedeutet für die eingesetzten Geschosse, dass sie Höchstleistungen erbringen müssen. In kaum einem anderen Kaliber gibt es so viele Geschosse, die im Wildkörper
versagen.

Damit sind nicht nur einfache Deformationsgeschosse mit Bleikern gemeint, sondern auch moderne, in anderen Kalibern zuverlässig wirkende Geschosse wie z.B. gebondete Teilmantelgeschosse, die in normalen Mittelkalibern wie
z.B. 7mm, .30, 8mm und 9,3mm gut wirken, aber mit den Umgebungsparametern in der 8x68S nicht harmonieren. Hier kann es dann schon bei vermeintlich "einfachen" jagdlichen Einsätzen zu Richtungsänderungen im Wildkörper oder Vollzerlegungen kommen. Eine ausreichende Tiefenwirkung, idealerweise mit Ausschuss für eine Schweissfährte, ist damit reiner Zufall.

Die außenballistischen Parameter der Patrone fordern jedes Jagdgeschoss weit über das übliche Maß hinaus. Die tatsächliche Wirkung ist bei der 8x68S immer von den jeweiligen Einsatzparametern abhängig. Man kann daher
keine allgemeinen, klassenspezifischen Geschossempfehlungen ausssprechen. Als tatsächlich sicher wirkende, d.h. masse- und richtungsstabile Geschosse kommen daher nur spezielle Konstruktionen mit Geschossgewichten zwischen 180-220grs in Betracht, und diese auch nur für bestimmte Anwendungen.

Bleifreie Geschosse
Wer mit seiner 8x68S auf bleifreie Geschosse umsteigen möchte oder den jagdlichen Gegebenheiten entsprechen muss, sollte auf Deformationsgeschosse wie z.B. Kupferhohlspitzgeschosse zurückgreifen.
Inzwischen sind nicht nur viele Forstämter dazu übergegangen, übermäßig zerschossenes oder
splitterkontaminiertes Wildbret den Schützen zu berechnen. Auch die Endverbraucher sind bewusst deutlich kritisch geworden und fragen bei den Anbietern von Wildfleisch immer öfter detailliert nach, ob das Fleisch auch wirklich keine Geschossfragmente enthält. Aus diesem Grund scheiden Teilzerlegungsgeschosse von vorneherein aus.

Da die 8x68S mit Mündungsgeschwindigkeiten je nach Geschossgewicht zwischen 900-1000m/s der Magnumklasse zuzuordnen ist, sind für die Patrone nur anforderungsgerecht aufgebaute Deformationsgeschosse geeignet. Und davon auch nur solche, die in ihrer Wirkungsweise und einem zielgerichteten Geschossaufbau
entsprechen. Die in Frage kommenden Geschossgewichte liegen zwischen 10,4 und 13 Gramm. Je nach Pulverladung und Lauflänge liegen die durchschnittliche erzielbaren Mündungsgeschwindigkeiten um 975m/s. Das liegt in einem Geschwindigkeitsfenster, in dem die meisten hochwertigen Teilmantelkonstruktionen schon längst versagt haben. Das Potential der Patrone ist nur mit geeigneten Deformationsgeschossen von zuverlässig wirkender zielballistischer Wirkung auszuschöpfen. Damit sind dann sogar ganz hervorragende Ergebnisse zu erzielen.

Für jagdliche Schützen, welche die 8x68S für weite Schüsse zur Hochwildjagd,
z.B.auf langen Schneisen, Feldbereichen oder auf der Auslandsjagd auf Berg- und Flächenwild einsetzen, ermöglicht diese Konstellation recht hohe Schussentfernungen, ohne nennenswerte Einschränkungen hinsichtlich Wirkung und Einsatzzweck machen zu müssen, wie z.B. bei der 8x57IS. Mit Berücksichtigung der GEE sind sehr flache Flugbahnen möglich, auf 260 Meter fällt ein Geschoss mit einem mittleren ballistischen Koeffizienten lediglich 10cm bis 12cm.    


 8x68S mit 160grs BARNES TTSX und
geborgenem 180grs TSX-Geschoss (Mitte)

Fazit
Die 8x68S ist nicht nur eine sehr leistungsstarke, sondern auch eine jagdlich effektiv einzusetzende Patrone. Für weite Distanzen jenseits von 200m ist sie die wesentlich bessere Wahl als z.B. die .300 Winchester Magnum,
insbesondere auf schweres Hochwild sowie im Ausland für die Jagd auf das meiste Flächenwild. In der 8mm-Kaliberklasse rundet die starke deutsche Magnumpatrone das obere Limit ab. Sie erreicht allerdings nicht die Schockwirkungs-Leistungswerte der nächsten Kalibergruppe, der .338. Damit sind vergleichbare 8,6mm-Patronen besser für schwere Wildarten, insbesondere auf weite Schussdistanzen geeignet.   

Die richtige Wahl eines geeigneten Geschosses für den jeweiligen jagdlichen Verwendungszweck ist bei dieser Patrone ä
ußerst kritisch, um die außenballistischen Werte sicher im Sinne einer zuverlässigen Tötungswirkung umzusetzen.
Wir erstellen Ihnen auf Wunsch jederzeit gerne ein Einsatzkonzept für ein passendes Geschoss im Rahmen von Ladedaten und weiteren wichtigen Informationen zu günstigen Konditionen, sprechen Sie uns über den u.a. E-Mailkontakt an. Hinweis: Wir bieten aus Sicherheitsgründen k e i n e Laborierungsausarbeitungen für Waffen in Überschallkalibern mit Schalldämpfern an.   

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