8 x 57 IS Teil 2 - JASW

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8 x 57 IS Teil 2

Jagdkaliber

Bleifreie Munition und Geschosse für die 8x57IS
Auch in diesem klassischen Kaliber steht der Verwendung auf bleifreie Munition grundsätzlich nichts im Wege. Wer auf die Kupferhohlspitzgeschosse umsteigen möchte oder es aufgrund der Vorgaben in bestimmten Revieren (z.B. Forst, Staat) tun muss, kann dies ohne Weiteres tun, wenn ein paar wichtige Dinge berücksichtigt werden.


Bild oben: 8x57IS mit 160grs Barnes TTSX (1),
180grs Lapua Naturalis (2) und 180grs Barnes TSX (3).

Voraussetzungen
1) Gereinigter Lauf, d.h. die Felder dürfen keine rotbraunen Restfahnen aufweisen, sonst leidet die Präzision. Hierzu werden mit tombaklösende, d.h. ammoniakhaltige Mittel eingesetzt.
Übrigens: man sollte sich nicht von dem Begriff der chemischen Reinigung abschrecken lassen. Es kommt nur darauf, mit welcher Technik die Ablagerungen entfernt werden. Dann ist auch diese Art der Laufreinigung kein Problem. Dies funktioniert allerdings anders als die herkömmliche Vorgehensweise mit Mantelgeschossen.
2) Auswahl von Geschoss+ Gewicht  
Kupfergeschosse sind aufgrund ihrer geringeren Dichte länger als übliche Mantelgeschosse mit Bleikern und nehmen damit eine größere Setztiefe in Anspruch, was das Pulvervolumen reduziert. Hier kann es im ungünstigen Fall 1) zu mangelnder zielballistischer Wirkung und 2) zu Drallinstabilität kommen.
Daher ist der Grundsatz, "immer eine Gewichtsklasse" unter dem Standardgewicht von Teilmantelgeschossen zu gehen, falsch. Zur richtigen Auswahl muss man Parameter wie Hülsengeometrie, Pulver, Arbeitsgasdruck, Gasvolumina und natürlich die Geschosskonstruktion selbst berücksichtigen.  

Was man bei bleifreien Geschossen beachten muss
Auch bei der 8x57IS sollte man bei bleifreien Geschossen für Schalenwild und Hochwild, grundsätzlich Deformationsgeschosse nehmen. Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass bei Konstruktionen mit Kupferhohlspitze eine ganz andere Abstimmung vorgenommen werden muss (insbesondere dann, wenn unterschiedliche Wildarten bejagt werden), als mit Teilmantelgeschossen mit einem Bleikern.
Es ist unter anderem von großer Wichtigkeit, neben der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit seiner Waffe (Laborierung+ Lauflänge) einen ungefähren Anhaltspunkt über die maximale Einsatzentfernung in Abhängigkeit der Mindestgeschossgeschwindigkeit im Ziel zu bekommen und was noch wichtiger ist: Die jagdlichen Rahmen- und Einsatzbedingungen
.

Das Lapua- Kupfergeschoss
in der 8x57IS kann je nach Einsatzbereich grundsätzlich bereits mit relativ moderaten Zielgeschwindigkeiten zuverlässig arbeiten. Die falschen Entscheidungen bei der Auswahl können allerdings im Einzelfall zu desaströsen Wirkungen führen (siehe auch Kapitel 9,3x62). In der Praxis muss daher immer die Einzelbetrachtung aller Faktoren Anwendung finden, um das Risiko von Nachsuchen möglichst zu minimieren.   

Barnes TTSX


8x57IS mit geborgenen 160grs
Barnes TTSX Kupferhohlspitzgeschossen

Konstruktion  
Das Barnes TTSX im Kaliber 8x57IS ist eine gute Wahl für alle, die in diesem Kaliber auf ein bleifreies Deformationsgeschoss umsteigen möchten.

Das Kupferhohlspitzgeschoss ist mit seinem Geschossgewicht von 160grs keineswegs zu leicht für die Patrone. Man muss immer bedenken, dass alle Kupfergeschosse ein anderes Verhältnis des Geometrievolumens
gegenüber Teilmantelgeschossen mit einem Bleikern haben. Dies ist in der 8x57IS allerdings kein Problem, zumal die Patrone in Bezug auf ihre Konstruktion deutliche Abweichungen gegenüber anderen Mittelpatronen wie z.B. 7x64, .30-06 oder 9,3x62 zulässt.  

Mit einer auf Waffe und Jagdbereich abgestimmten Laborierung ist die Verwendung von Barnesgeschossen
sehr gut mit der 8x57IS kompatibel.

Praxiswirkung
Auf der Jagd zeigt das Barnes sein grösstes Potential auf Schalenwild, insbes. dann, wenn das Geschoss auf das zu bejagende Wild und die zielballistischen Erfordernisse abgestimmt wird. Berücksichtigt man noch den richtigem =>Treffersitz<=, wirkt das TTSX sehr verlässlich. Die Schusszeichen am Anschuss variieren allerdings sehr stark. In jedem Fall zu beachten sind die aussenballistischen, reellen Leistungen in Abhängigkeit von Munition und Waffe. Hier sind natürlich alle Wiederlader im Vorteil, die ihre Laborierungen auf ihre Waffe optimieren und damit wesentlich bessere Ergebnisse erzielen können als mit Fabrikmunition.

Eine Schweißfährte ist auch auf stärkere Stücke in der hiesigen mittelschweren Gewichtsklasse bei einer hohen Wahrscheinlichkeit gegeben. Wie beim TSX gibt es deutlich weniger Hämatome als mit gleich schweren Teilmantelgeschossen, weil kein Geschossmasseverlust und vor allem keine Splitterwirkung eintritt.

Das strömungsgünstige Geschoss mit der Polymerspitze pilzte auch bei unseren Geschosstests auf einer Entfernung von 60 Metern sehr zuverlässig auf. Es erreicht dabei eine Querschnitssflächenvergrößerung von 2,7. Das Geschoss drang in verschiedene Testzonen von unterschiedlicher Konsistenz 31cm tief ein. (Anm.: dies ist ein sehr guter Wert und natürlich nicht mit den unsinnigen Gelatinebeschüssen zu vergleichen, bei denen die Ergebnisse der Belastung in der jagdlichen Praxis bei Weitem nicht standhalten.) Mit einer Zielgeschwindigkeit von 763m/s behielten die Geschosse in diesem Beschuss Restgewicht von durchschnittlichen 99,4%.

Beschreibung und Praxiswirkung Lapua Naturalis
Dieses bleifreie Geschoss, welches leistungstechnisch und optisch am besten zur 8x57IS passt, ist das in Skandinavien seit Jahren bewährte+ beliebte Naturalis von Lapua. Das 180grs schwere Kupferhohlspitzgeschoss ist durch die stumpfe Geschossform mit niedrigem B.C.-Wert grundsätzlich für kurze bis mittlere Schussdistanzen prädestiniert.

Geschossdeformation

8x57IS mit geborgenen 180grs
Naturalis-Kupferhohlspitzgeschossen

In einem unserer Deformationstests drang das Naturalis aus der 8x57IS auf einer Distanz von 60 Metern 35cm tief in das Testmedium ein bei dem 3,2-fachen der Querschnittsfläche. Die Restgewichte lagen im Durchschnitt bei 99,4% bei einer Zielgeschwindigkeit um 700m/s.


Das Naturalis zeichnet sich in der Jagdpraxis durch eine gute Augenblickswirkung bei ausreichend hoher Durchschlagskraft aus. Der Ausschuss ist bei gleicher Wildart etwas anders als mit dem Barnesgeschoss. Diese Wirkung ist aber nicht unbedingt auf die stumpfe Geschossform zurückzuführen, sondern auf die Legierung+ die Ausführung des vorderen Geschossteils. Wie beim Barnes liegt die Wildbretzerstörung erfreulicherweise oft unter dem Niveau von dem normaler Teilmantelgeschosse.       
In der 8x57IS ist dieses bleifreie Geschoss oftmals erste Wahl bei Hundeführern, die bei Drückjagden und Nachsuchen auf eine verlässliche Splitterfreiheit angewiesen sind. Aufgrund unserer eigenen Erfahrungen und was von gestandenen Nachsucheführern berichtet wird, welche die Patrone seit einigen Jahren einsetzen, kann man dem Geschoss insgesamt eine recht gute+ zuverlässige Wirkung bescheinigen.
Eine weitere gute Referenz sind auch die Rückmeldungen, die wir von den jagdlichen Schützen erhalten, die regelmäßig oder permanent in Skandinavien waidwerken. D
as Naturalis wird dort schon sehr lange, insbesondere in der 9,3x62mm, teilweise mit gutem Erfolg eingesetzt. Das Geschoss zeigt aus der 9,3mm auf den Elch eine zufriedenstellende und sichere Wundwirkung.

Barnes TSX


8x57IS mit geborgenem 180grs
schweren Barnes-Kupferhohlspitzgeschoss


Bei unserem 60 Meter-Test auf das Zielmedium erreichte das 180grs Barnes TSX aus einem 50cm langen Lauf eines Gasdruckladers eine Zielgeschwindigkeit von knapp 720m/s. Diese Geschwindigkeit ließ das Geschoss gut 40cm in die Zielmasse eindringen. Das TSX konnte seine Querschnittsfläche allerdings nur um das 2,5fache öffnen und behielt ein Restgewicht von 99,4%.

Beschreibung und Praxiswirkung
Das Barnes TSX ist ebenfalls ein bleifreies Kupferhohlspitzgeschoss, das es im KaliberØ .323 für die 8x57IS in den Geschossgewichten von 180grs und 200grs gibt.
Bereits in dieser Gewichtsklasse erhöht sich durch die Länge leider auch die Setztiefe, was den Nachteil des deutlich geringeren Pulvervolumens zur Folge hat. Dadurch begrenzt sich die erzielbare Mündungsgeschwindigkeit, was sich bei bestimmten jagdlichen Anwendungsfällen in der maximalen Einsatzreichweite bemerkbar machen kann. Aber natürlich gibt es auch hier Ausnahmen.

Das TSX steht übrigens beim Ansprechen im Wildkörper dem TTSX um nichts nach, ganz im Gegenteil. Bei gleichem Geschossgewicht kann man beobachten, dass das TSX etwas besser anspricht als das TTSX. Allerdings ist die Geschossgewichte ab 180grs in dieser Geschoss-Kaliberkombination längst nicht auf alles Wild und viele Einsatzbereiche tabu.

Das Potential des Geschosses kann in der 8x57IS je nach Waffe und Laborierung begrenzt sein. Wie jedes Jagdgeschoss benötigt auch das Barnes zielballistische Mindestfaktoren. Für eine jagdliche Einsatzklassifizierung sind alle Parameter beim Schuss (inkl. den waffenspezifischen) zusammenzufassen. Unter anderem sollten die Schussentfernungen nach Einsatzbereich und Leistungsfähigkeit ausgerichtet werden.      
     

Zusammenfassung
Auch bei der 8x57IS empfehlen wir, bei bleifreien Geschossen auf Schalenwild und Hochwild, grundsätzlich nur Deformationsgeschosse zu nehmen. Die Konstruktionen mit Kupferhohlspitze sprechen auf unterschiedliches Wild aber nur dann adäquat an, wenn die Munition bzw. die Laborierungen der einzelnen Klassifizierungen und Schussparametern entsprechen. Das Lapua- Kupfergeschoss ist ein Massivdeformator und kann in bestimmten Fällen sogar völlig anders wirken als das Barnes bei gleicher Geschwindigkeit.

Das 160grs Barnes TTSX ist auch für den
Ansitz ein dankbares Geschoss, insbes. wegen der starken aussenballistischen Leistung. Je nach Laborierungen können aus einem 61cm langen Lauf bis zu etwa 880m/s erzielt werden. Aus einem 52cm kurzen Lauf werden respektable 850m/s an Vo generiert. Damit kann eine gute Wirkung im Sinne einer zuverlässigen zielballistischen Wirkung für eine reelle jagdliche Einsatzdistanz erzielt werden.   

In 2 Anwendungsfällen kann man auch das 180grs schwere TSX aus der 8x57IS (hauptsächlich auf mittelschweres Wild) einsetzen. Mit einer Vo von 820m/s aus einem 61cm Lauf wird die o.a. Vz bei ca. 125m unterschritten. Aus einem 50cm kurzen Lauf reduziert sich die Einsatzentfernung in Abhängigkeit der Anwendung auf etwa 60-70m, was jagdlichen Einsätzen aber immer noch eine ausreichende Wirkung gewährleistet.

Laborierungstabelle 8x57IS

Geschoss: 180grs Lapua Naturalis

Geschoss: 160grs Barnes TTSX

Geschoss: 180grs Barnes TSX

GL: 30,5mm

GL: 32,5mm

GL: 30,75mm

B.C.-Wert: 0.275

B.C.-Wert: 0.400

B.C.-Wert: 0.381

Lauflänge: 500mm Gasdrucklader

Lauflänge: 500mm Gasdrucklader

Lauflänge: 500mm Gasdrucklader

Vo: 761m/s

Vo: 807m/s

Vo: 763m/s

Eo: 3376J

Eo: 3373J

Eo: 3400J

SPI: 204

SPI: 204

SPI: 205

Vo aus 61cm Lauflänge:
796m/s

Vo aus 61cm Lauflänge:
839m/s

Vo aus 61cm Lauflänge:
79
8m/s

Geschwindigkeitsangaben gemessen mit Chronometer aus 50cm LL, 3m vor der Mündung, Aussentemperatur 12°C

Fazit
Das Gleiche gilt auch für die
VOR-TX Fabrikmunition mit dem schweren 200grs schwere TSX-Geschoss. Um eine optimale zielballistische Wirkung zu erzielen, muss der jagdliche Einsatz nach den vorherrschenden Rahmenbedingungen und nach den Leistungsvorgaben der Barnes-Munition bei einer Vo von 783m/s aus einem 61cm langen Lauf sowie den daraus resultierenden, tatsächlichen Leistungsdaten berücksichtigt werden.

Für die 8x57IS sind Laborierungen für S
pezialwaffen mit einer abweichenden Standardlauflänge als 60-61cm möglich, die mit der richtigen Ladungsabstimmung für die Verwendung in der harten Jagdpraxis ausgerichtet sind und für eine bestmögliche Zielwirkung entsprechend optimiert werden sollten.
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                     =>Ladedaten 8x57IS<=



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