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8 x 57 IRS

Jagdkaliber


Patronenbezeichnung:
8 x 57 IRS /

8mm Mauser rimmed

Kaliber:
.323/8,2mm

Einsatzbereich:
Schalenwild, Hochwild

Erscheinungsjahr:

1905 / 1939

Hülsenabmessungen:

L3: 57,0mm

Schulterwinkel: 18°

Gasdruck:

3300bar

Geschossgewicht:

160-196grs

Geschwindigkeit:

Vo 788m/s                            180grs Geschoss

Energie:

Eo 3618 Joule                         aus 60cm Lauf

Geschichte und jagdlicher Hintergrund
Die 8x57 IRS ist der lebendige Beweis dafür, dass es für eine gute Jagdpatrone kein Verfallsdatum gibt.


Wie sehr wurden in den 70er Jahren die damals so beliebten und in Mode gekommenen 7mm-Kaliber als Wachablösung für die als überholt geltenden alten 8mm-Kaliber gefeiert. Man erinnert sich an die damaligen Schlagworte wie "rasante Flugbahn" und "paariger Schockreflex". Zu diesem Zeitpunkt wurde fast jedes kleinere Kaliber mit geradezu mystischen Eigenschaften angepriesen.

(Exakt wie der heutige Trend, wo Waffen in jagdlichen Mittelkalibern mit völlig unsinnigen, jagdpraxisuntauglichen Ausstattungen, sinnlosen Anbauten wie Mündungsbremsen, Schalldämpfern angeboten werden und Jagdgeschosse aus dem deutschsprachigem Raum mit "hydrodynamischen Eigenschaften" , die eine nie gekannte zielballistische Wirkung vollbringen sollen, beworben werden.)


Praktisch zeitgleich mit der 8x57IS wurde die Randversion der 8mm-Jagdpatrone sowohl im kleineren I-Kaliber zunächst als 8x57IR und später offiziell als S-Kaliber nach der Novellierung des Beschußgesetzes 1939 standardisiert.


In der Jägerschaft damals noch etwas zögerlich als Nachfolger für die sehr weit verbreiteten größeren Jagdkaliber wie z.B. die Försterpatrone 9,3x72R angenommen, begann die jagdliche Erfolgsgeschichte der 8x57IRS. Hier waren es besonders die Jagderfolge mit dem 8mm-Kaliber, deren Patronen mit Teilmantelgeschossen in Gewichten von 10,2, 12,7 und 14,7 Gramm in verschieden abgestuften Ladungen von RWS angeboten und vornehmlich aus Drillingen verschossen wurden. Das brachte der deutschen Randpatrone eine herausragende Reputation als eine sehr gut wirkende Jagdpatrone für die Bejagung von allem vorkommenden Schalenwild ein.


Statistisch gesehen wurde mit der 8x57IR und 8x57IRS insbes. in der Nachkriegszeit bis in die 60er Jahre mehr Schalenwild erlegt als mit anderen deutschen Jagdkalibern mit Rand (inkl. Hochwild wie starke Hirsche und kapitale Keiler).   

   

Weitaus seltener war übrigens die 11,5 Gramm RWS D-Mantellaborierung anzutreffen, wenn auch mit einer legendär gewordenen Augenblickswirkung. Es war die bevorzugte Munitionssorte von Walter Neugebauer, der die meisten seiner Schwarzkittel, darunter etliche Keiler zwischen 3 und 4 Zentner Gewicht mit einer Doppelbüchse im Kaliber 8x57IR und 2,85g Pulverladung erlegt hat (die meisten davon mit Lungenschüssen einem speziellen =>Haltepunkt<=).

Foto oben:Die 8x57IRS neben der ehemaligen Nato-Kurzpatrone 7.62x51mm


(Achtung: Bevor jetzt vielleicht wieder einige ganz Schlaue auf den Gedanken kommen, sich in ihrer 8x57IRS oder in einem anderen Kaliber ein leichtes Zerlegungsgeschoss zu verwenden, um es auf höchste Geschwindigkeit zu laden und damit die gleiche schlagartige Wirkung erzielen zu wollen: Solche Geschosse sind zielballistisch höchst unzuverlässig und werden bereits von kleinsten Flugbahnhindernissen abgelenkt. Neugebauer hat schon damals auf die Instabilität hingewiesen.)

Seither hat die Technologie bei Jagdgeschossen wahre Meilensteine in der Entwicklung vollbracht. Es gibt inzwischen ausgezeichnete Teilmantel- und bleifreie Deformationsgeschosse, die in ihrer Wirkung der legendären D-Mantel Patrone 1. um nichts nachstehen und 2. im Gegensatz dazu eine wesentlich bessere Tiefenwirkung haben, d.h. einen Ausschuss für max. Blutverlust und eine Schweissfährte garantieren.
                

Jagdliche Randpatronen haben einen ganz besonderen Nimbus: Seit vielen Jahrzehnten bewährt und in Waffen geführt, die vor allem zu Jägern passen, die sich dem ehrenhaften Jagdkodex verschrieben haben. Es ist zum Einen die ruhige und besonnene Art, zu jagen und den Schuss auf das Stück mit einer besonderen Sorgfalt mit nur einem Kugellauf wie Kipplaufbüchse, (Bock-)Büchsflinte oder Drilling) anzutragen. Ein großer Vorteil ist der völlig geräuschlose Lade- und Entladevorgang.


Waffen mit 2 Kugelläufen bieten zum Anderen die Möglichkeit, einen weiteren, raschen+ waidgerechten Schuss auf ein zweites Stück, z.B. mit einer Doppel-, Bockdoppelbüchse oder einem Büchsdrilling abzugeben oder einen zweiten Nachschuss zu setzen (falls erforderlich).

Die Handhabung einer Randpatrone wie die 8x57IRS bietet zudem eine nicht zu unterschätzende positive Wirkung auf den Schützen (ungeachtet der Tatsache, dass die randlose Schwesterpatrone 8x57IS aufgrund des höheren Arbeitsgasdruckes leistungsstärker ist und es keinen Unterschied gibt, was die jagdliche Wirkung beim Schuss angeht).


Der Ladevorgang mit einer Patrone mit Rand bewirkt durch das direkte Einführen der Patrone in die Läufe ein gutes und positives Gefühl. Dies ist übrigens ein wichtiger Effekt bei der Verwendung von klassischen englischen Expresspatronen bei der Großwildjagd. Wer eine Doppelbüchse mit dem zweifachen Laufbündel führt, weiß genau, wie sich das anfühlt: Die Möglichkeit für einen rasch folgenden zweiten Schuss übt eine beruhigende Wirkung auf den Schützen aus.


Es gibt noch einen weiteren Vorteil: Mit Kipplauf- und Doppelbüchsen hat man den besten Kontakt zum Lauf mit Sicht ins Patronenlager und eine sichere, einfache Kontrolle des Laufinneren hinsichtlich Fremdkörper.        


Jagdlicher Einsatzbereich und Leistungsspektrum
Das, was eine gute Jagdpatrone wie die 8x57IRS alleine von der Bandbreite der zu bejagenden Wildarten und verschiedenste Gewichtsklassen abdeckt, wird von vielen anderen Jagdkalibern nicht erreicht. Insbesondere dann nicht, wenn es im Jagdbetrieb um die leichte Führbarkeit der Waffe, angenehme Schiesseigenschaften des Kalibers und eine gut
e zielballistische Wirkung angeht (und gleichzeitig die hohen Anforderungen im Sinne einer wirtschaftlichen Wildbretvermarktung erfüllt).       


Wie oben angedeutet, steht die 8x57IRS in Bezug auf die Kompabilität der zu bejagenden Wildarten an der Spitze von Jagdkalibern in Bezug auf das Verhältnis von Aufwand zur Wirkung. Wer in seinem Revier z.B. Rehwild, Rot- und Schwarzwild bejagt, sei es gelegentlich oder hauptsächlich, ist mit der Randpatrone für die meisten aller vorkommenden jagdlichen Situationen bestens ausgestattet.


Mit dem richtigen Deformationsgeschoss, egal ob Teilmantel oder bleifrei, braucht man sich ganz sicher keine Gedanken darüber zu machen, ob die Wirkung auf Rehwild im Sinne eines ausreichenden Ansprechverhaltens bei gleichzeitig geringer Wildbretzerstörung des Geschosses gegeben ist oder ob die Patrone noch genug Augenblicks- und Tiefenwirkung für den Schuss auf einen Hirsch oder den kapitalen Lebenskeiler hat. Mit der Patrone sind Präzisions-Küchenschüsse auf Schmalreh, Frischlinge, weibliches Rotwild und Kälber genauso problemlos möglich wie die sichere Erlegung des stärksten Keilers.      


Alle diese Anforderungen erfüllt die 8x57IRS mit Bravour. Das Kaliber schiesst sich ausserdem sehr angenehm. Eine 9,3x74R erzeugt aus gleich schweren Waffen deutlich mehr Rückstoss. Nebenbei weist die Patrone aufgrund der moderaten Pulvermasse einen relativ geringen Mündungsknall auf, der schwächer ist als bei anderen Kalibern mit größerem Hülsenvolumen.


Noch etwas: Mit der 8x57IRS kann man durchaus auch auf mittlere Schussdistanzen bis zu 200 Meter jagen. Mit der richtigen Laborierung ist die Patrone auch auf der Ansitzjagd auf langen Schneisen bei der Rotwildjagd und Schussdistanzen auf der Feldjagd einzusetzen. Die Patrone erbringt wiedergeladen aus einem 60cm Lauf z.B. mit einem schweren, aber strömungsgünstigen 12,6 Gramm Teilmantelgeschoss mit 4cm Hochschuss auf 100m eine Vo von 762m/s mit einer Eo von 3674 Joule. Dabei fällt ein Geschoss mit einem BC-Wert von 0.417 auf 200m etwa 7cm und auf 225m ca.14cm.


Foto: geborgenes bleifreies Geschoss mit gutem Ansprechverhalten


Mit einem 10,4 Gramm Geschoss auf eine Mündungsgeschwindigkeit von 831m/s und 3582 Joule an Energie geladen, liegt die Treffpunktlage bei einem Hochschuss von 4cm auf 100 Meter mit diesem Geschoss und einem BC 0.400 bei -4cm auf 200 Meter und -10,5cm auf 230 Meter (siehe Wiederladen).


An dieser Stelle ein Vergleich mit der .308 Winchester:

Dieses Kaliber hat eine Querschnittsfläche von 47,5mm² und bringt 180grs Geschosse aus einem 60cm Lauf auf ca. 770m/s, was einem Schockindexwert von 190 entspricht. Die 8x57IRS kann mit einem Querschnitt von 51,8mm² und einer Beschleunigung von 12-13 Gramm schweren Geschossen aus 60cm LL bis zu 760m/s aufwarten. Die bessere zielballistische Wirkung ist 1) rechnerisch durch den 16% höheren Indexwert zu erklären. Was die 8mm Patronen wie die 8x57IS und IRS aber 2) von der .308 in der Praxis unterscheidet, ist der Wundkanal und die Größe des Ausschusses.

Dies macht sich mit identischen Geschosskonstruktionen durch eine bessere Augenblickswirkung und eine stärkere Wundfährte (Ausschuss) bemerkbar, wenn ein Stück einmal nicht am Anschuss liegt.         


Büchsen

Es gibt eine Fülle von waffentechnischen Auswahlmöglichkeiten. Egal, ob Einlauf-Kipplaufbüchse, Büchsflinte, Bockbücksflinte, Drilling, Doppelbüchse, Bockdoppelbüchse oder Doppelbüchsdrilling: mit der bewährten 8x57IRS sind viele Einsatzbereiche abzudecken. Diese beinhalten Ansitz-, Pirsch und Waldjagd, einschl. der Drückjagd mit einer Doppelbüchse oder eines Doppelbüchsdrillings.

   

Übrigens: Aus guten Waffen erbringt die Patrone eine ausgezeichnete Präzision. Wir konnten aus guten Doppelbüchsen Streukreise unter 15mm pro Lauf erzielen.  


Wiederladen

Wie bei vielen anderen Jagdkalibern auch, ist das volle Potential der 8mm-Patrone nur mit wiedergeladener Munition auszuschöpfen.

Die Produktion des beliebten klassischen 12,7 Gramm Teilmantel-Rundkopfgeschosses wurde inzwischen eingestellt, da dieses Geschoss nicht mehr den Anforderungen eines zeitgemäßen Jagdgeschosses entspricht. Viele Teilmantelkonstruktionen von verschiedenen renommierten Geschossherstellern können in der Patrone über eine Gewichtspalette von 150 bis 220grs sehr erfolgreich eingesetzt werden.


Ein gutes Geschossgewicht für eine sehr große Bandbreite im Sinne einer universellen jagdlichen Anwendung auf alles Schalenwild sind z.B. 195-200grs schwere Teilmantelgeschosse. Diese können in der 8x57IRS problemlos und auf ein gutes Leistungsverhältnis geladen werden, da die Patrone einen langen Übergangskonus hat, was durch die gegebene L6 ermöglicht wird.  


Bleifrei empfehlen wir hochwertige Deformationsgeschosse zwischen 160 bis 180grs Geschossgewicht.  

Auf Wunsch erstellen wir Ihnen gerne auch Ladedaten für spezielle Einsatzkonzepte oder für Wunschlaborierungen zu günstigen Konditionen, sprechen Sie uns über den u.a. E-Mailkontakt an.

                   
=>Kontakt<=

Fazit
Die 8x57 IRS setzt die Tradition fort, immer noch eines der besten der europäischen Jagdkaliber in der Mittelklasse zu sein.


Für jagdliche Schützen und Jäger, denen es sehr wichtig ist, 1. ein angenehm zu schiessendes Kaliber zu führen und 2. das gleichzeitig über eine relativ hohe Augenblickswirkung verfügt, ist es das beste Kaliber der Wahl in einer Bockbüchsflinte oder eine Doppelbüchse.


Die kompakte 8mm-Randpatrone punktet mit einem sorgfältig ausgewählten Geschoss durch einen hohen und sehr zuverlässig wirkenden wundballistischen Effekt. Und das sowohl auf leichtes Schalenwild als auch auf schweres Hochwild. Die Patrone ist auch eines der wenigen Jagdkaliber, welche nur eine sehr geringe Wildbretentwertung erzeugen.


Zusammengefasst ist die 8x57IRS eines der effektivsten Randkaliber für die Waldjagd. Die Patrone kann auch auf der Drückjagd mit guten Ergebnissen eingesetzt werden.   



Nächstes Kapitel:
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