8,5 x 63 - JASW

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8,5 x 63

Jagdkaliber




Patronenbezeichnung:
8,5 x 63

Kaliber:
.338/ 8,6mm

Einsatzbereich:
Schalenwild, Hochwild

Erscheinungsjahr:

1987

Hülsenabmessungen:

L3: 63,0mm

Schulterwinkel: 40°

Gasdruck:

4300bar

Geschossgewicht:

185-250grs

Geschwindigkeit:

Vo 785m/s                            250grs Geschoss

Energie:

Eo 4991 Joule                         aus 61cm Lauf

Geschichte
Der deutsche Pionier auf dem Gebiet des Wiederladens, Werner Reb, hat das Potential der .338 schon vor vielen Jahren erkannt und aus der .280 Rem. bzw. der .35 Whelen als Basishülse die 8,5x63mm nach der gleichnamigen Randpatrone entwickelt und die Patrone 1987 als offiziell standardisiertes Kaliber herausgebracht.

Tatsächlich ist diese Patrone mit dem standardmäßigen P1-Durchmesser von 12,01mm bei einer Länge von 63mm aufgrund der fast zylindrischen Pulverraumgeometrie mit der steilen Schulter mit einem Winkel von 40° eines der effektivsten Jagdkaliber mit einem sehr hohen Wirkungsgrad über 32%, was allerdings auch auf einen Höchstgasdruck von 4300bar zurückzuführen ist. Das hebt die Patrone ebenfalls in die "Medium-Magnumklasse" der .338. Was ihr Leistungsverhältnis angeht, wird sie nur von sehr wenigen Patronen übertroffen, wie z.B. der .45-70 Government mit +P Laborierungen, die mehr als 35% erreichen.  

Umbauten vorhandener Waffen mit normal langen System sind problemlos möglich. Von dem propagierten Aufziehen vorhandener Läufe raten wir allerdings dann ab, wenn es sich um dünne Läufe mit einem kleineren Kaliberdurchmesser als 8mm handelt. Hier ist der Einbau eines neuen Laufes mit einer ausreichend starken Laufkontur zu
empfehlen. Nicht zuletzt wegen der besseren Balance und wenn die Waffe durch einen kürzeren Lauf um 50-52cm deutlich führiger+ trotzdem noch gut schiessbar sein soll.
(siehe auch Kapitel =>Rückstoss<=)

Man kann darüber spekulieren, warum sich nach so vielen Jahren noch immer kein namhafter großer Munitionshersteller dieses guten Kalibers angenommen hat. Bis auf Ausnahme gewerblicher Wiederlader
von zweifelhaftem Ruf (hierzu erreichen uns immer noch in regelmäßigen Abständen die Rückmeldungen enttäuschter Kunden, welche Munition bei gewerbl. Wiederladern gekauft haben) bleibt abzuwarten, wie die gut die Qualität+ Gleichmäßigkeit der im deutschsprachigen Raum bislang vertriebenen Munition wirklich ist.

Das zur Verfügung stehende Hülsenmaterial der
Hülsenhersteller, welche die 8,5x63 im Programm haben, soll mittlerweile von einer besseren Qualität sein, als das, was vor einigen Jahren auf dem Markt angeboten wurde. Die damaligen Hülsen waren in Bezug auf die Hülsengeometrie, Maßhaltigkeit und die vorhandenen Werkstoffeigenschaften von katastrophaler Güte.

Leistungsdaten
Einen großen Nachteil der Patrone darf man allerdings nicht unerwähnt lassen: die steile Schulter.
Patronen mit einem Hülsenschulterwinkel über 40° neigen z.B. bei etwas zu hoher Kraft beim Geschosssetzen dazu, sich am P2-Durchmesser etwas aufzustauchen (ein Problem, das sogar bei Hülsen mit einem geringeren Schulterwinkel auftreten kann).
Die Hauptgefahr liegt aber darin, dass sich an Patronen, die im Magazin dem Rückstoss ausgesetzt sind, dass sich die Hülse durch die Kraftübertragung des Schlages verformt. Dadurch bildet sich in diesem Hülsenbereich eine nach aussen gerichtete Wulst. Und die führt in Ausprägung dazu, dass sich die Patrone nicht mehr vollständig in das Patronenlager einführen und sich der Verschluss nicht mehr verriegeln lässt.
Die Patrone geht dann mehr oder weniger "fest" und die Waffenstörung ist vorprogrammiert. Die 8,5x63 gehört aus diesem Grund zu den Patronen, die aufgrund der Hülsengeometrie über die Hülsenschulter störungsanfällig sind.
Es ist deshalb unerlässlich, nicht nur den Schulterbereich aller fertigen Patronen genauestens zu inspizieren und ausnahmslos jede Patrone auf störungsfreien Sitz im Patronenlager der Waffe durch Laden und Verschlussverriegelung zu überprüfen, sondern ausnahmslos auch bei allen Patronen, die bereits über das Magazin ins Patronenlager geladen wurden. Vor allem aber diejenigen, welche bereits ein oder mehrere Male im Magazin dem Rückstoss ausgesetzt waren. Das schützt vor leidvollen Enttäuschungen (oder Schlimmeres) auf der Jagd.

Das beste Geschossgewicht für die "deutsche .338 Semi Magnum" ist  16,2 Gramm/ 250grs. Damit ist man mit der 8,5x63 bestens zur in- und ausländischen Hochwildjagd ausgerüstet (inkl. Drückjagd). Natürlich kann man bis zu 19,4 Gramm/ 300grs schwere Brummer verschiessen, die aber jagdlich keineswegs notwendig sind und den Rückstoss bei ca. 730m/s Mündungsgeschwindigkeit auf stolze 50 Joule erhöhen, was fast der doppelten Rückschlagenergie einer 7x64 entspricht.

Vergleichstabelle Leistungsdaten
Die folgende Tabelle dient zum Vergleich der technischen Daten der 8,5 x 63 mit den Kalibern .338-06 und .338 Ruger Compact Magnum. Die Daten und Leistungsangaben sollen verdeutlichen, wie nah diese Kaliber beieinander liegen und welche Leistung aus einer Repetierbüchse mit einer praxisgerechten Lauflänge für die Wald- und Drückjagd zu erwarten ist:


8,5 x 63mm

.338-06 A-Square

.338 Ruger Compact Magnum

Hülsenlänge
63,00mm

Hülsenlänge
63,35mm

Hülsenlänge
51,20mm

Hülsenvolumen
abhängig v. Hersteller

Hülsenvolumen
69,0grs

Hülsenvolumen
71,0grs

Max. Gasdruck
4300bar

Max. Gasdruck
4344bar

Max. Gasdruck
4275bar

Lauflänge
52cm

Lauflänge
52cm

Lauflänge
52cm

Geschossmasse
250grs

Geschossmasse
250grs

Geschossmasse
250grs

Vo: 759m/s

Vo: 756m/s

Vo: 750m/s

Eo: 4666 Joule

Eo: 4629 Joule

Eo: 4561 Joule

Pulverabbrand:
99,98%

Pulverabbrand:
99,92%

Pulverabbrand:
99,92%

Wirkungsgrad
32,1%

Wirkungsgrad
33,1%

Wirkungsgrad
33,0%

Rückschlagenergie
bei einem
Waffengewicht von 3,8kg:
38,2 Joule

Rückschlagenergie
bei einem
Waffengewicht von 3,8kg:
36,7 Joule

Rückschlagenergie
bei einem
Waffengewicht von 3,8kg:
36,6 Joule

Schockwirkungsindex
309

Schockwirkungsindex
303

Schockwirkungsindex
302

Fazit
Die 8,5x63 ist ein sehr interessantes und sinnvolles Kaliber für jagdliche Schützen, die eine Patrone mit einer mittleren Stopp- und Tiefenwirkung suchen, die über den S.P.I-Werten der üblich eingesetzten Mittelkaliber liegen.


Durch den Geschossquerschnitt mit dem relativ hohen Geschossgewicht hat sie bei der Drückjagd gegenüber den .300er Magnums deutliche Vorteile hinsichtlich der Unempfindlichkeit gegenüber Flugbahnhindernissen und vor allem bei der Schockwirkung.

Aber auch diese Hochwildpatrone ist nur so gut, wie die verwendeten Komponenten zur jagdlichen Anwendung passen
(u.a. Geschoss) und wie sinnvoll die Patrone ihrem jagdlichen Zweck zugeführt wird. (siehe auch Kapitel =>"Wirkungstreffer verbessern"<=)    

Auf Wunsch erstellen wir Ihnen gerne auch Ladedaten für spezielle Einsatzkonzepte sowie Wunschlaborierungen zu günstigen Konditionen, sprechen Sie uns über den u.a. E-Mailkontakt an. Hinweis: Wir bieten aus Sicherheitsgründen k e i n e Laborierungsausarbeitungen für Waffen in Überschallkalibern mit Schalldämpfern an!
                     =>Kontakt<=


Nächstes Kapitel:
=>.348 Winchester<=

 
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