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Bordkanonenpatrone 20mm x102mm -Kein Jagdkaliber-

Jagdkaliber


Patronenbezeichnung:
20mm x 102mm

Kaliber:
20mm

Einsatzbereich:
Luft-Luftabwehr, Bekämpfung von Bodenzielen

Erscheinungsjahr:

Prototypen Anfang 1950er Jahre, Serie Mitte -dto.-

Hülsenabmessungen:

L3: 102mm

Randlose Flaschenhülse

Gasdruck:

4.150bar

Geschossgewicht:

95-140 Gramm

Geschwindigkeit:

Vo 1.050 m/s                          1522grs Geschoss

Energie:

Eo 55.500 Joule                     aus 187,5cm Lauf

Geschichte
Die Militärpatrone Kaliber 20mm x 102mm war eines der ersten Kaliber, die in den 50iger Jahren von General Electric in den USA für die schnellen Militärjets entwickelt wurden, primär für den Luftkampf (später auch zur Bekämpfung von Bodenzielen). Diese Patrone ist natürlich kein Jagdkaliber und wird auf der Homepage nur komplettierend aufgeführt, da sie grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip wie normale zivile Gewehrpatronen aufgebaut ist.

Die Dimensionen der Patrone sind schlichtweg gewaltig! Sie lässt selbst Patronen wie die .50 BMG wie einen kleinen Spößling erscheinen und spielt auch in Bezug auf die Leistungswerte in einer ganz anderen "Liga". Dies ist auch kein Wunder, schließlich verfügt die Hülse über ein Wasservolumen von 46 Gramm (710grs).       

Die Kanone mit 6 rotierenden Läufen vom Typ M61-A1 VULCAN funktioniert nach dem "Gatling-Prinzip", d.h. die Patronen werden jedem Lauf zugeführt und nacheinander in einer Drehbewegung um eine zentrale Achse abgefeuert. Dadurch wird etwa die 4-6fache Schusskadenz eines normalen Maschinengewehrs erreicht. Dieses Waffensystem kann in einer Minute bis zu 6000 Patronen(!) abfeuern und bringt 100 Gramm schwere Geschosse auf eine Vo von über 1.000m/s, was etwa der 5-fachen Mündungsenergie einer .577 Tyrannosaur entspricht.

Die ursprüngliche Version der Vulcan Modellreihe T171 war allerdings sehr unzuverlässig. Für die F-104 Lockheed musste das Waffensystem wegen massiver Probleme aufgrund von Zuführungsstörungen überarbeitet werden. Das wurde durch eine Drehkanone mit modifizierten Zuführungssystem erreicht, der M61 A1 Vulcan.  


Stoßbodenansicht einer Hülse 20mm x 102mm
aus der M61 A1 Vulcan

Beschreibung
Die M61-A1 Drehkanone ist mit 6 rotierenden Läufen von fast 2m Länge sowie einem hydraulischen Antrieb ausgestattet und wiegt inkl. Zuführungssystem etwa 270kg (120kg netto). Da die theoretische Schusskapazität von bis zu 6.000 Schuss aufgrund des begrenzten räumlichen Volumens eines Militärjets für die mitgeführten Patronen in der Praxis nicht erreicht werden kann, ist die Vulcan zusätzlich mit einer Schusszahlbegrenzung von 50 abzufeuernden Patronen pro Abzugsbetätigung ausgestattet. Und das ist Bezug auf die Patrone eine ganze Menge!  

Während es in den 60er Jahren für das Kaliber 22mm x 102mm nur panzerbrechende Geschosse gegen harte Ziele wie z.B. Bunkerstände, Panzer (M53 Armor Piercing Incendiary) oder Explosivgeschosse für
den Einsatz z.B. gegen Flugziele und Fahrzeuge (M56 High Exlosive Incendiary) für den Einsatz sowie Übungspatronen mit einem blau gekennzeichneten Hohlkammer-Stahlgeschoss gab (M55 A1/A2 Target Pratice), stehen heute auch kombinierte, durchschlagskräftige Explosiongeschosse für die starke Patrone zur Verfügung.  

Die Bordkanone ist bzw. wurde ausser im Starfighter auch in folgenden Flugzeugtypen verbaut:
F-14, F-15, F-16, Convair F-106 Delta und B-58 Hustler, F-111, C-130 und in der B-52H (im Flugzeugheck). Auch die moderne Lockheed F-22 Raptor ist mit einer modifizierten M61-A2 20mm Bordkanone ausgerüstet.  

 
Größenvergleich mit einer Hülse Kaliber 8x57IS                           


Bei allen abgebildeten Fotos handelt es sich um Originalhülsen aus einer Bordkanone des Lockheed Starfighters F-104.
Die Hülsen stammen von abgeschossenen Patronen im Kaliber 20mm x 102mm aus einer Vulcan M61-A1.



Gezündet werden die Patronen übrigens nicht mechanisch per Schlagbolzen, sondern elektrisch über einen Kontaktpin. Zum Funktionstest und Einschiessen der Kanone am Boden muss das Flugzeug sehr gut festgezurrt werden, denn die Rückstosskräfte der Bordkanone sind enorm (und die Akustik auch).
Man kann einen Feuerstoss am besten als ein gewaltiges Brummen beschreiben. Diese kurz abgegebenen Feuerstösse waren zum Beispiel beim Übungsschiessen der Starfighterjets auf den Schießanlagen der Militärflugplätze über viele Kilometer weit zu hören.

Die Entwicklung bei den Bordkanonen nach dem Drehprinzip ist mittlerweile zu noch größeren Kalibern gegangen. Der amerikanische Flugzeugtyp A-10 Thunderbolt "Warzenschwein" ist mit einer 7-läufigen GAU-8 Bordkanone im
30mm-Kaliber ausgestattet ("Avenger"). Diese Patrone mit einer 173mm langen Hülse ermöglicht wie ihre kleinere 20mm-Schwester Mündungsgeschwindigkeiten um 1050m/s, die Schussrate der riesigen Munition liegt allerdings etwas geringer, bei theoretischen 3.900 Schuss/min.

Auch in der A-10 ist das Waffensystem der Maschinendrehkanone m
it einer Sperre bei der Schussbetätigung versehen.    
Die Patrone hat natürlich keinerlei sinnvolle Nutzung als Jagdkaliber, aber eine sehr schöne Erinnerung an das JaBoG und den legendären F-104 Starfighter.  

                                                                                     


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