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.458 Lott

Jagdkaliber


Patronenbezeichnung:
.458 Lott

Kaliber:
.458/ 11,63mm

Einsatzbereich:
Großwild, Dickhäuter

Erscheinungsjahr:

1971

Hülsenabmessungen:

L3: 71,20mm

Zylindrische Gürtelhülse

Gasdruck:

4300bar

Geschossgewicht:

350-550grs

Geschwindigkeit:

Vo 700m/s                            500grs Geschoss

Energie:

Eo 6961 Joule                         aus 61cm Lauf

Geschichte
Die Entstehung der .458 Lott ist eng verknüpft mit den konstruktiven Mängeln der 1958 von Winchester herausgebrachten .458 Winchester Magnum. Zum damaligen Zeitpunkt sollte diese Patrone die bewährten .450er Nitro Express- Patronen ersetzen und gleichzeitig ballistisch identische und sogar noch höhere Leistungen erzielen.

Dass diese Rechnung nicht aufgehen konnte, war angesichts der kurzen Bauform der .458 Winchester, die auf dem Bodendurchmesser der .375 H&H Magnum basiert und bei einer L3 von nur 63,50mm Länge eigentlich von vorneherein klar. Die angekündigte Mündungsgeschwindigkeit von 655m/s war mit der kurzen Hülse eigentlich nie zu realisieren, insbesondere nicht
mit Fabrikpatronen. Die meisten Großwild-Repetierbüchsen hatten damals wie heute jedoch nur eine Lauflänge von 22-24 Zoll (56-61cm). Hinzu kam die durch starke Pressladungen verursachte Verklumpung der Pulverladung, insbesondere bei der Verwendung von Kugelpulvern. Diese ermöglichen zwar ein höheres Schüttgewicht, aber in Verbindung mit hohen Aussentemperaturen mutierten solche Patronen zu Pulverpresslingen.

Die Folge sind unsauber durchzündende Patronen, die entweder komplett versagen oder nur zum Teil in Verbrennungsgase umgewandelt werden. Mit manchen Fabrikpatronen wurden z.B. aus dem 56cm kurzen Lauf der Winchester Safari Express-Büchse nur Mündungsgeschwindigkeiten zwischen 550 und 610m/s gemessen.

.450 Watts und .450 Ackley
Als Folge dieser Unzulänglichkeiten stieg das Interesse an stärkeren Patronen im gleichen Kaliber. Die .450 Watts Magnum, welche bereits 1950 die .375 H&H Magnum als Basishülse nutzte, war eine der ersten und besseren Alternativen zur .458 Winchester Magnum. Wegen der Anzahl von
unterschiedlichen Abmessungen im Bereich der Hülsenschulter wurde diese Patrone jedoch nie standardisiert.

Die Patrone, welche die .458 Winchester noch am ehesten hätte ersetzen können, war die .450 Ackley Magnum aus dem Jahr 1960, die ebenfalls auf der .375 H&H basiert und z.B. 465grs schwere Geschosse auf eine Vo von 730m/s beschleunigt. Sie wurde von der Firma A-Square Mitte der 90er Jahre standardisiert und ins Munitionsprogramm aufgenommen.

Die Hauptgründe für das Scheitern beider Kaliber ist das lange Hülsenmaß, das in Verbindung mit den weit hervorstehenden 500grs Geschossen die Patronenlänge über die technisch zuverlässige L6-Grenze von Repetiersystemen mit
normaler Länge bringen und eine sichere Patronenzuführung fast unmöglich machen.

Jack Lott
Diese Umstände begünstigten die Konstruktion von Jack Lott, der eine Gürtelpatrone entwarf, die ebenfalls auf der .375 H&H basiert und auf das Kaliber .458 aufgeweitet und 1971 vorgestellt wurde (J. Lott war ein Waffenexperte, was Großwildkaliber und Büchsen angeht. Er gehörte ebenfalls zu denjenigen, die mit der .458 Winchester nicht zufrieden waren). Im Gegensatz zur Watts und Ackley ist die Lott mit 71,1mm jedoch etwas kürzer und hat eine zylindrische Form ohne Schulter.
Lange Zeit war auch die .458 Lott eine reine Wiederladerangelegenheit, bis zuerst A-Square und schließlich Hornady Fabrikmunition für das Kaliber herausbrachten. Zwischen den 70er und Mitte der 80er Jahre waren die .458 Winchester Magnum und die .460 Weatherby die einzigen am Markt erhältlichen Patronen im Kaliber .458.
Leistungsgewinn
Das Mehr an Pulverraum der 7,5mm längeren Hülse steigert die Leistungsfähigkeit der Lott gegenüber .458 Winchester Magnum erheblich. Ein weiterer Vorteil der Lott ist die Tatsache, dass man aus ihr auch die .458 Winchester verschiessen kann. Leider ist diese Möglichkeit nur eine Notlösung, da je nach Pulver bereits nach wenigen Schüssen im Patronenlager eine Ringerosion beginnt, die mit zunehmender Stärke nicht nur unschöne Marken auf der Lott-Hülse erzeugt, sondern fortschreitend auch zu Hülsenklemmern führen kann.   

Leistungsdaten
Was die .458 Lott auszeichnet, ist ihre deutlich höhere Leistung gegenüber der .458 Winchester Magnum. Mit 500grs schweren Geschossen ist ein Plus von 50-70m/s an Mündungsgeschwindigkeit zu erzielen, was Energiewerten um 8000 Joule entspricht.
Wesentlich wichtiger im jagdlichen Einsatz ist das Penetrationsvermögen. Während die .458 Winchester Magnum teilweise sogar von .375er Kalibern hinsichtlich der maximalen Eindringtiefe geschlagen wird, erreicht die .458 Lott ungefähr das gleiche Penetrationsvermögen wie das einer .416 Rigby, allerdings mit dem großen Unterschied eines größeren Wundkanals und einer Geschossmasse von 32,4 Gramm.
Das größere Kaliber erzielt damit auch eine höhere Schockwirkung, für das schon die klassischen .450er Großwildkaliber bekannt waren und die nochmals einen merklichen Unterschied zu kleineren Kalibern in der Praxis ausmacht.
Wiederladen
Das Laden von maßgeschneiderten Laborierungen für die .458 Lott ist zwar nicht unproblematisch, aber dennoch kein Hexenwerk, wenn man die kaliber- und hülsenspezifischen Parameter berücksichtigt.
   


.458 Lott mit 500grs Hornady Vollmantel


.458 Lott mit geborgenem 500grs Hornady IL-Geschoss

Waffen
Die aktuelle Popularität des Kalibers wird auch von der Tatsache untermauert, dass renommierte Waffenhersteller die .458 Lott in die Serienfertigung aufgenommen haben, welche Repetierbüchsen in dem starken Kaliber herstellen, wie z.B. Mauser, Heym, Sauer, Ruger und CZ.

Der scharfe Rückstoss der .458 Lott erfordert allerdings ein ausreichendes Waffengewicht. Bei einem Umbau einer vorhandenen Waffe oder einer Sonderanfertigung sollte dies in jedem Fall berücksichtigt werden. Hierzu empfiehlt sich eine abgestimmte Schäftung und das Einlegen eines geeigneten, aber nicht zu langen Laufes. Die notwendigen Investitionen lohnen sich schon alleine wegen des deutlich angenehmeren Schußverhaltens aufgrund des Ergonomie und der besseren Gewichtsverteilung.

Wer einmal die Lott aus einer Repetierbüchse unter 4kg Gesamtgewicht geschossen hat, muss aufpassen, keine negativen Abläufe bei der Schussabgabe zurückzubehalten. Hierzu ist das anschließende Training mit
einer anderen Waffe in einem kleinen oder einem leichten Mittelkaliber mit einem vergleichbaren, praxisgerecht stehenden Abzug sehr hilfreich.

Gebrauchsgeschosse für Großwild
Dickhäuter (Elefant, Rhino, Hippo)

In den ersten Jahren nach ihrer Standardisierung durch die Munitionsindustrie und Herstellern von günstigen Repetierbüchsen primär von PH's eingesetzt, erfüllt+ übertrifft die .458 Lott die Forderungen in der Praxis, welche
die .458 Win.Mag. damals bei ihrer Einführung erfüllen sollte.
Vergleicht man die Durchschlagskraft der .458 Winchester mit
von 500grs schweren Vollmantelgeschossen mit der .458 Lott der gleichen Gewichtsklasse, ergibt sich ein immenser Unterschied in der Tiefenwirkung. Dort, wo sich die Winchester schon längst die Zähne ausgebissen hat, gehen die Geschosse aus der Lott mit einer 40-50% höheren Durchschlagsleistung deutlich tiefer in die Zielmasse hinein. Das heißt in der Praxis, dass Schädel von Elefanten i.d.R. komplett durchschlagen werden.

Mit Premium-Solidgeschossen wie A-Square MS, Barnes BBS oder Nosler Solid wird das volle Leistungspotential hinsichtlich Geschosskanallänge und Richtungsstabilität erreicht. Vollmantelgeschosse haben immer eine mehr oder weniger starke Tendenz zur Anstauchung und damit zu Richtungsabweichungen, egal wie stark sie von der Mantelstärke aufgebaut sind (selbst Degol- oder Woodleighgeschosse machen da keine Ausnahme).

Starkes
Großwild (Büffel)
Im originären Einsatzbereich Afrikas ist die Standardgewichtsklasse für die .458 Lott 500grs (32,4 Gramm). Beste Ergebnisse hinsichtlich Durchschlagskraft erbringen die gebondeten Konstruktionen mit sehr starker Mantelstärke bzw. 2-Kammergeschosse. Von den Barnes TSX-Geschossen ist wegen der langen Setztiefe die 450grs Gewichtsklasse am besten geeignet. Die 500-Grainer der TSX nehmen zu viel Pulverraum in Anspruch, was die erzielbare Leistung in der .458 Lott begrenzt.

Ebenso grenzwertig ist wegen des (immer noch begrenzten) Pulvervolumens der .458 Lott das Nosler Partition, das durch seine Setztiefe ebenfalls zu viel vom Hülsenvolumen verbraucht und in der Patrone seine Leistung daher nicht optimal entfalten kann.     

Andere Geschossgewichte
Für Spezialzwecke macht es durchaus Sinn, die .458 Lott mit leichteren Geschossen abwärtskompatibel zu machen. Die maximale Einsatzreichweite in Bezug auf die Schussdistanzen erhöht sich dadurch jedoch nicht. Ein Paradegeschoss in dieser Gewichtsklasse für die .458 Lott sind
die 350grs schweren Geschosse. Dazu zählt u.a. das 22,7 Gramm schwere Teilmantel-IL Rundkopfgeschoss von Hornady, das auf starkes Wild ausser Großwild aus der .458 Lott eine phänomenale Wirkung entfalten kann. Mit einer ausreichenden Geschwindigkeit geladen, ist die Augenblickswirkung bei einem guten Geschossdurchgang im Wildkörper extrem hoch.
Das Geschoss ist im Einsatz auf viele Wildarten noch fest genug aufgebaut, um bei Kurzdistanzen weder im Wildkörper zu splittern, noch sich zu zerlegen. Die Wirkung ist dann sofort tödlich. Bei einem guten Treffersitz kann damit jedes Stück am Anschuss liegen. Vorsicht bei den 300grs schweren Teilmantelhohlspitzkonstruktionen! Sie halten auf der Jagd nur Geschwindigkeiten bis etwa 650m/s stand und können zerlegen sich aufgrund ihres dünnwandigen Mantels vorzeitig zerlegen.

Das 350grs schwere Hornady-IL Teilmantelrundkopf- und das Flachkopfgeschoss kann man in der .458 Lott z.B. hervorragend auf fast alles starke Wild weltweit (außer den "dicken Brocken" in Afrika und Australien) einsetzen. Das Geschoss ist sehr robust und zerlegt sich selbst bei relativ hohen Geschwindigkeiten nicht. Die Wirkung ist absolut beeindruckend und an den Platz bannend (korrekter Treffersitz zum Stück natürlich vorausgesetzt). Man sollte die Schussentfernung allerdings auf eine Distanz von max. 100 Meter begrenzen, wobei der geringe BC-Wert und der harte Rückstoss bei Full House-Ladungen ohnehin eine Barriere darstellen. Generell kann man sagen, dass die Interlock Teilmantelkonstruktionen wie die 350grs Hornady Teilmantel Rund- oder Flachkopfgeschosse ganz hervorragende Geschosse sind, die man sehr gut auf starkes Wild außer Großwild einsetzen kann.








.458 Lott mit 22,7 Gramm Teilmantel HORNADY-Interlockgeschoss
Ladedaten für Speziallaborierungen auf Anfrage.
=>Kontakt<=

Fazit
Die .458 Lott ist eine sehr wirkungsvolle und inzwischen auch bewährte Großwildpatrone. Ihre Leistungsklasse liegt, wenn sie voll geladen wird, deutlich über den alten Nitro-Expresspatronen der Kaliber .450, .465, .470 und .475, sowohl was die Energie- als auch die Penetrationswerte angeht (insbesondere dann, wenn Premiumgeschosse verwendet werden).

Die beiden gravierenden Nachteile der Patrone bleiben allerdings der Gürtel, der den Repetiervorgang im Magazin behindert und das leider noch zu geringe Hülsenvolumen. Dies
erfordert bei den Top-Laborierungen immer noch starke Pressladungen.

Wer die Anschaffung einer starken Büffel- oder Elefantenbüchse im Kaliber .450 plant, sollte eine Großwildpatrone auswählen, die störungsfrei und sicher aus einer Repetierbüchse zugeführt werden kann, die mit einem moderatem Arbeitsgasdruck arbeitet sowie eine hohe Leistung+ Durchschlagskraft erzielt.
         (siehe Kapitel =>.460 JASW<=)
 


Nächstes Kapitel:
=>.505 Gibbs<=

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