Jagen- Schiessen- Wiederladen
Erfolgreich
Optimal
Effizient
Suchbegriff eingeben
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

.416 Rigby Teil 2

Jagdkaliber

Fabrikmunition .416 Rigby

  • NORMA mit 25,9g/400grs SWIFT A-Frame Vo 716m/s Eo 6642J (61cm Lauf)

  • NORMA mit 25,9g/400grs BARNES BANDED SOLID Vo 700m/s Eo 6348J (61cm Lauf)

  • FEDERAL mit 25,9g/400grs TROPHY BONDED BEAR CLAW Vo 701m/s Eo 6369J

  • FEDERAL mit 25,9g/400grs TROPHY BONDED SLEDGEHAMMER SOLID Vo 722m/s Eo 6765J

  • FEDERAL mit 25,9g/400grs BARNES TRIPLE SHOCK-X Vo 740m/s Eo 6935J

  • FEDERAL mit 25,9g/400grs BARNES BANDED SOLID Vo 740m/s Eo 6935J

  • FEDERAL mit 25,9g/400grs SWIFT A-Frame Vo 716m/s Eo 6653J

  • HORNADY Dangerous Game Series mit 400grs DGX- Teilmantelgeschoss Vo 736m/s Eo 7014J (24"Lauf)

  • HORNADY Dangerous Game Series mit 400grs DGS- Vollmantelgeschoss Vo 736m/s Eo 7014J (24"Lauf)


Von der von NORMA propagierten African PH-Serie mit 29,2 Gramm /450grs Geschossgewicht stellt keine aussenballistische Verbesserung dar. Die erzielte Mündungsenergie reduziert sich unter Beibehaltung des Höchstgasdrucks gegenüber den Standardpatronen deutlich. Für moderne Waffen kann die .416 Rigby problemlos mit einer deutlich gesteigerten Energieleistung geladen werden. Damit wird die von vielen Großwildjägern als Optimalgeschwindigkeit angesehenen 2400 F/S mit 731m/s erreicht.
Den Schritt von NORMA, bewährten Großwildpatronen mittels überschweren Geschossen zu einer besseren wundballistischer Wirkung verhelfen zu wollen, ist unrealistisch.

Patronendaten, Komponenten, Laborierungen



Geschossangebot an Teil- und Vollmantelgeschossen:
Seit einigen Jahren haben alle renommierten Geschosshersteller aus den Fehlern der vergangenen Jahre in Bezug auf unzureichende Tiefenwirkung durch zu weich aufgebaute Geschosse bzw. Geschosszerlegungen reagiert und bieten z.T. deutlich verbesserte oder neue Geschosskonstruktionen an.
Auch das Angebot von zuverlässigen Vollmantel bzw. Solid-Messinggeschossen ist umfangreicher geworden. Die Vollmantelgeschosse sind entweder traditionell mit einem Bleikern und einem verstärktem Geschossmantel versehen oder bestehen aus einer festen, homogenen Schwermetalllegierung wie Messing oder Bronze. Damit sollen Kursablenkungen im Wildkörper verhindert werden
(die Stückpreise für gute Geschosse im Kaliber .416 im Fachhandel sind weiter unten in einer Tabelle aufgelistet).  

A-SQUARE:
Als Urvater der Premiumgeschosse gilt der Gründer Art Alphin. Während seiner beruflichen Tätigkeit als Offizier war er für die Entwicklung von Waffensystemen für das amerikanische Militär tätig. Als passionierter Großwildjäger hat er seine ballistischen und in der Jagdpraxis erworbenen Erfahrungen in die Entwicklung und Produktion von neuen, tiefenwirksamen Hochleistungsgeschosse, vornehmlich für die Jagd auf Großwild, einfließen lassen.

Die Dead Tough Geschosse waren die ersten Teilmantelgeschosse, die kompromisslos für stärkste zielballistische Belastungen konzipiert wurden. Diese Geschosse haben einen extrem stark ausgeführten Mantel und sind zusätzlich mit dem Bleikern verlötet. Die Geschossspitze ist in einer annähernden Vollradiusform gestaltet. Die Dead Tough sind unabhängig von der Härte des Zielwiderstandes sehr tiefenwirksam.
Die Bezeichnung "amerikanisches Starkmantelgeschoss" würde es in deutscher Nomenklatur am besten beschreiben.

A-Square brachte ebenfalls als erster Hersteller Messingvollgeschosse als Alternative zu Vollmantelgeschossen mit Bleikern heraus. Einziges Manko der an sich sehr guten Geschosse ist bzw. war der leider viel zu hohe Preis (siehe Tabelle weiter unten). Insbesondere auch deshalb, wenn man berücksichtigt, dass diese Konstruktionen immer noch von "der ersten Stunde" der Premiumgeschosse abstammen und seitdem unverändert ohne Weiterentwicklung oder Facelift angeboten wurden.  

BARNES:
Das BARNES-X war als eines der ersten Premiumgeschosse aus Vollkupfer mit einer viereckigen Hohlspitze, dass als massestabiles Deformationsgeschoss Restgewichte von 85-99% auch auf stärkstes Wild lieferte. Nur wenige Expansionsgeschosse liefern eine derart große Tiefenwirkung in der .416. Die T(T)SX-Geschosse sieht man inzwischen fast überall auf der Auslandsjagd. Auch für die .416 Rigby gilt: mit einem schweren TSX-Geschoss ist die größtmögliche Wund- und Tiefenwirkung auf Großwild wie z.B. auf die schussharten "dicken Brocken" zu erzielen.  

Heute sind die Zeiten längst vorbei, als es mit den damaligen X-Geschossen noch Präzisionsprobleme durch exzentrische oder schiefe Hohlkammern und starke Laufverschmierungen im Lauf gab. Die neuen TSX-Geschosse im Kaliber .416 gibt es in 3 Geschossgewichten und haben zur Verringerung dieses Effektes bis zu 5 umlaufende Rillen im Schaftbereich. Das Paradepferd für die .416 Rigby beim Einsatz ist das 400grs schwere TSX. Unter Insidern ist es d a s Büffelgeschoss schlechthin mit einem idealen Verhältnis von Energieabgabe und Durchschlagskraft. Auf dem Foto links ist gut zu erkennen, wie und wie tief die Hohlkammer im vorderen Teil des Geschosses ausgeführt ist. Im Fertigungsprozess wird das Geschoss zunächst angebohrt und abschließend mit einem Werkzeugdorn aufgeweitet. Dies bewirkt die Aufrollung in 4 Fahnen beim Expansionsprozess. Sehr gut abwärtskompatibel in der .416 Rigby ist das 350grs leichte TTSX. Damit kann die starke Großwildpatrone auch auf Flächenwild eingesetzt werden. Das Geschoss hat einen sehr guten BC-Wert durch die Polymerspitze und den Heckkonus.
                    
Auch die BARNES- Vollmantel-Messinggeschosse wurden im Laufe der Jahre immer weiter verbessert und tragen aktuell den Namen "Banded Solids" (weitere Erläuterungen und Erfahrungen mit den Solid-Geschossen sind weiter unten aufgeführt). Es ist übrigens kompletter Unsinn, dass die Solids in irgendeiner Weise einen Lauf beschädigen können.

Ganz im Gegenteil: das Messing hat einen geringeren Laufwiderstand als herkömmliche Mantelgeschosse. Diese Tatsache kann man auch spürbar beim Rückstoss bemerken.
Aus diesem Grund schiessen sich aus gleich laborierten Patronen die Messinggeschosse deutlich angenehmer als die normalen Teil- oder Vollmantelgeschosse.   
 

DEGOL
Von der belgischen Geschoßschmiede in Zonhoven werden unter anderem sehr gute Teilmantelverbundgeschosse für die Großwildjagd hergestellt. Die Wandstärke des Geschossmantels im Kaliber .416 liegt zwar weit unter den Dicken-Angaben des deutschen Distributors, aber ist im Gegensatz zu anderen Teilmantelgeschossen mit Bleikern mit einer Stärke von 2,4mm recht beeindruckend. Geschossgewichte: 270grs, 310grs, 350grs, 400grs und 410grs.

Degol-Teilmantelgeschosse in der Starkmantelausführung gehören z.Z. zu den besten Großwildjagdgeschossen mit Bleikern auf dem Markt. Die Geschosse haben einen sehr gut durchdachten Aufbau des Geschossmantels mit diversen Abstufungen und Übergangsradien. Dennoch haben auch diese Geschosse einen Nachteil: der weiche Bleikern. Im direkten Vergleich mit anderen Teilmantelgeschossen ist die hellglänzende Bleilegierung extrem weich. Hier haben einige Konkurrenzhersteller eindeutig die Nase vorn und kommen bei gleichem Restgewicht sogar ohne Bonding aus.

Immerhin bietet Degol mit seinem schweren 26,6 Gramm ein zuverlässiges Premiumgeschoss für die .416 Rigby an. Das Geschoss trägt den Erfordernissen für schweres Großwild Rechnung und man hat nicht den Fehler wie Woodleigh gemacht, für das Kaliber .416 überschwere Geschosse mit 450grs anzubieten, die deutliche Leistungseinbußen und mangelnde Richtungsstabilität im Wildkörper zeigen.               


.416 Rigby mit geborgenen 400grs HORNADY-Teilmantelgeschossen

HORNADY  
Einer der größten Geschosshersteller (inkl. eigener Munitionsproduktion) aus den USA mit einem sehr guten Preis- Leistungsverhältnis. Die Geschosse sind sehr präzise und werden in hoher Qualität gefertigt. Das Angebot für das Kaliber .416 wurde inzwischen ausschliesslich auf die Konstruktionen DGX und DGS mit Geschoßgewichten von 400grs beschränkt. Das jagdlich ausgezeichnet bewährte Interlock mit seinem starken Mantel wurde leider ausgemustert. Wir können das DGX-Geschoss nicht empfehlen, da es sich teilweise komplett zerlegt.

Das Hornady Interlock Teilmantelgeschoss im Kaliber .416 hatte in der letzten Version eine leicht veränderte Geschossform. Der vordere Teil war von der Geschossspitze bis zum Führungsteil leicht konisch. Die Spitze des Geschosses war stark eingezogen und sehr gut vor Deformierungen im Magazin geschützt. Es war zudem ein preiswertes Teilmantelgeschoss für das Training und hat sich wegen des
starken Mantelaufbaus mit der speziellen Bleilegierung sogar auf Büffel bewährt.

Die Interlock-Geschosskonstruktion von Hornady war in den Kalibern ab .375 eines der besten und stabilsten Geschosse, die nicht verlötet sind. Die links abgebildeten Geschosse der .416 Rigby zeichnen sich durch eine sehr hohe Tiefenwirkung und ein hohes Restgewicht aus. Das Erstaunliche dabei ist, dass sie sogar den gebondeten Konstruktionen von DEGOL um nichts nachstehen. Die Restgewichte liegen zwischen 77% und 86%. Wie bereits oben erwähnt, hat Hornady die Produktion diese guten Teilmantelgeschosses zu Gunsten des DGX
eingestellt, sodass man nur noch auf Rest- oder Altbestände zurückgreifen kann.

NOSLER
Die bewährten Trennkerngeschosse gibt es nun auch im Kaliber .416. Das Partitionsgeschoss mit der 400grs Teilmantel-Spitzversion hat seinen speziellen Einsatzbereich, genauso wie das 400grs schwere Solidgeschoss, das aus einer Messinglegierung mit Flachkopf besteht.

SPEER
Preiswerte, sehr präzise und gut verarbeitete Geschosse.
Im Kaliber .416 gibt es u.a. das 350grs Teilmantel Mag-Tip Hot Cor-Verbundgeschoss. Es eignet sich für mittelschweres afrikanisches und schweres skandinavisches sowie nordamerikanisches Wild und aufgrund des Preis-Leistungsverhältnis sehr gut zum Übungsschiessen.   

Ein weiteres Geschoss ist das Kupfermantelgeschoss Bear Claw mit verlötetem Bleikern bei 400grs Geschossgewicht. In der Jagdpraxis kommt es bei der Verwendung auf Großwild zu einer unbefriedigenden Geschosswirkung z.B. durch abbgebrochene Expansionsfahnen und damit zu einer unzureichenden Tiefenwirkung. Früher bestand das TBBC aus einer Kupferlegierung, die zuverlässig aufpilzte und in der Wirkung mit den WOODLEIGH Teilmantelgeschossen vergleichbar war. Seitdem aber der Mantel aus einer Bronzelegierung hergestellt wird, gibt es Probleme. Es bleibt zu hoffen, dass die Munitionshersteller FEDERAL und NORMA bald reagieren. Aber der gute Ruf, den das TBBC unter Afrikajägern früher hatte, ist hin.

Als Vollmantelversion wird das 400grs Slegdehammergeschoss aus einer Bronzelegierung mit einem hinten liegenden, verlöteten Bleikern zu einem sehr hohen Stückpreis angeboten. Bei diesen Geschossen ist allerdings kein gravierender Unterschied zu den anderen Geschosskonstruktionen zu bemerken, der einen derartig hohen Preis auch nur annähernd rechtfertigen würden.  

SWIFT
Die inzwischen legendären A-FRAME Teilmantel- Trennkerngeschosse in 350grs und 400grs.
SWIFT-Geschosse sind eine der besten Teilmantel-Deformationsgeschosse mit Bleikern, die z.Z. am Markt erhältlich sind. Sie ergeben nicht nur eine hervorragende Augenblickswirkung, sondern generieren auch tiefe und gleichzeitig voluminöse Wundkanäle. Auf stärkstes Wild ist diese Geschosskonstruktion in seinem Element und arbeitet immer dann absolut zuverlässig, wenn der Jagdzweck zum Kaliber passt. Man kann von hohen Restgewichten über 85% ausgehen. Mittlerweile hat sich das SWIFT unangefochten an die Spitze aller Bleikerndeformationsgeschosse gearbeitet und genießt nicht nur unter vielen PH in Afrika einen exzellenten Ruf.

WOODLEIGH
Der Gründer Geoff McDonald fertigt in Australien sehr gute, tiefenwirksame Teilmantelverbundgeschosse (Mantel mit Bleikern verlötet), die im Kaliber .416 in Geschossgewichten von 340grs-450grs erhältlich sind. Ausserdem haben die Geschosse eine gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Die Geschossmäntel wurden zwar inzwischen von 1,6mm auf 2mm Dicke verstärkt. Nicht wenige
PH's berichten über Fälle, bei denen sich die Geschosse vorzeitig zerlegen.  

Die neueste Entwicklung bei Woodleigh ist das sog. "Hydrostatisch stabilierte Geschoss". Ziel dieser Zwitterkonstruktion ist es, eine starke Energieabgabe wie bei Deformationsgeschossen einerseits und gleichzeitig eine tiefe, geradlinige Bahn im Zielmedium wie bei Vollmantel- bzw. Solidgeschossen zu bekommen. Das Messinggeschoss mit den interessanten Konturen an der Geschossspitze als "eierlegende Wollmilchsau" kommt aber in der Praxis nicht an die zielballistisch gepriesene Wirkung heran.  


Fazit
Für eine zeitgemäß wirkende zielballistische Wirkung eignen sich je nach jagdlichem Anwendungsbereich in der .416 Rigby auf Großwild folgende Deformationsgeschosse:

  • A-SQUARE DT

  • BARNES TSX

  • DEGOL Starkmantel

  • NOSLER Partition

  • SWIFT A-Frame


Es ist allerdings zu beachten, dass innerhalb der o.a. Gruppe teilweise erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Wirkung existieren. Jede Geschosskonstruktion hat ihre Stärken und Schwächen, sodass man selektieren muss, bevor man "sein" Geschoss in der .416 Rigby
auf schwerstes Großwild optimal einsetzen kann.

BARNES BS
Ausser der hohen Durchschlagskraft und der Zuverlässigkeit der Messinggeschosse gibt es in der .416 Rigby einen weitereren, entscheidenden Vorteil: Bei der Laborierung mit dem BS wird mit der gleichen Pulverladung wie für Teilmantelgeschosse bei der Verwendung von progressiven Pulvern eine Pulverfüllung von 100% erreicht, da das lange Geschoss sehr weit in den Hülsenraum hineinreicht. Selbst, wenn die Ladung noch auf über 730m/s gesteigert wird, sind mit einem geeigneten Pulver keine Anzeichen von Überdruck festzustellen. Dies ist ein großer Vorteil der großvolumigen Hülse der Rigby.

Der Schusskanal in Elefanten ist geradlinig, die Geschosse sind absolut richtungsstabil und zeigen keinerlei Anzeichen von Deformationen oder Ablenkungen, bevor sie zum Stillstand kommen. Bei Vergleichtestbeschüssen in abgelagertem Hartholz ist die Penetration der 400 grs BARNES Solid- Geschosse aus der .416 Rigby mit einer Eindringtiefe von 75cm(!) enorm.  

Eine besonders angenehme Tatsache ist, dass sich Barnes Messinggeschosse grundsätzlich sogar deutlich angenehmer schießen lassen als Teilmantelgeschosse. Dies ist die Folge der reduzierten Reibungskraft des Messinggeschosses im Lauf. Ebenfalls erwähnenswert sind die sehr gute Präzision und die geringen Laufablagerungen. Sie sind deutlich weniger als mit Kupfergeschossen.  


Präzision der .416 Rigby mit starker +P Ladung (V
3 740m/s) 400grs Barnes Solid
2.+3. Schuss nach Korrektur 1. Schuss (Schusspflaster am Hülsenmund)
Schussdistanz 60 Meter, schnell repetierend geschossen. Waffe: Modifizierte
Brünner CZ550 Magnum mit Custom-Lauf und div. Änderungen am System.    


Völlig intaktes (nicht beschädigtes), aus 75cm Tiefe geborgenes .416 BARNES-Solid


BARNES hat sein Solidgeschosse stetig weiter entwickelt und bietet die Vollmessinggeschosse mit Entlastungseinstichen an der Führungsmantelfläche jetzt in 2 verschiedenen Versionen an: eine mit abgeflachter Spitze (Flat Nose)und ein mit der Rundkopfform (Round Nose) zur störungsfreien Verwendung in Repetierbüchsen an. Dass die stumpfe Kopfform der "Banded Solids" in Dickhäutern jegliche Ablenkungen im Schusskanal verhindert, hat sich in der Jagdpraxis nicht bestätigen können.

Wirklich erstaunlich ist der Zustand von geborgenen BARNES Solid-Geschossen. Sie sind auch nach einem 3/4 Meter Eindringtiefe in hartes Holz absolut verformungs- und biegefrei (was ein Rolltest auf einer ebenen Glasplatte beweisen konnte). Eine geringere Eindringtiefe zu WOODLEIGH- Vollmantelgeschossen ist nicht festzustellen, eher umgekehrt.

Fazit
Wer ein Versagen durch Geschossablenkung aufgrund Deformierungen und Aufstauchungen 100%ig ausschließen möchte, sollte zu Homogengeschossen wie z.B. dem A-Square Monolithic Solid oder dem Barnes Banded Solid greifen. Diese Geschosse bleiben im Zielmedium bei höchster Durchschlagsleistung
immer richtungsstabil.

Anmerkung zum Thema Ablenkung bei Vollmantel- und Solidgeschossen:
Bei Schüssen auf Elefanten gibt es mit Vollmantelgeschossen je nach Kopfform
starke Ablenkungen. Dies ist besonders bei den Geschossen der Fall, die eine strömungsgünstige Verjüngung im Kopfbereich aufweisen. Diese Geschosse driften im Wildkörper oft stark ab. Auch die Erfahrungen des Großwildjägers Finn Aagaard bestätigen genau dieses Phänomen selbst mit starkwandigen, im vorderen Teil abgeflachten Vollmantelgeschossen. Nach seinen Angaben ist dies z.B. beim Trophy Bonded Sledgehammer und dem SPEER AGS Solid* der Fall. Die Folge sind undefinierbare Kursabweichungen bei Schüssen auf Dickhäuter, die eine unzureichende Wirkung zur Folge haben.
*wird nicht mehr hergestellt

Leistungsvergleich .416 Rem.Mag. - .416 Rigby
Um einen Überblick über das Leistungspotential der beiden Patronen zu bekommen, haben wir einige ballistische Daten aus verschiedenen Wiederladehandbüchern von insgesamt 74 Laborierungen ausgewertet. Das Ergebnis ist vor allem deshalb so überraschend, weil bei den Patronenherstellern im allgemeinen die Remington mit einer höheren Mündungsgeschwindigkeit (und damit auch einer höheren Energie) gelistet wird.
Durchschnittswerte:
.416 Remington Magnum:
Vo: 710m/s Eo: 6519 Joule
.416 Rigby:
Vo: 725m/s Eo: 6982 Joule

Was heißt eigentlich "Magnum"?
"Genauso wie bei vielen anderen Patronen, ist die Bezeichnung "Magnum" nichts anderes als ein Werbegag:

Wenn es einen
Gürtel hat, muss es eine Magnum sein."

"Aufgrund der Tatsache, dass die
.416er Rigby und die Weatherby signifikant größere Hülsen haben
und dadurch auf höhere Geschwindigkeiten geladen werden können, sind sie die wahren Magnums."


(Zitat NORMA RLM 2004)

.416 Rigby und .416 Ruger
Die Eckdaten der Patrone .416 Ruger:

  • Flaschenhülse ohne Gürtel

  • Hülsenlänge L3: 65,33mm

  • Bodendurchmesser: 13,45mm

  • Hülsenvolumen: 100grs

  • Vo: 732 m/s Eo: 6935 Joule aus 61cm Lauflänge

  • Gasdruck: 4275bar

Die Munition gibt es z.Z. von HORNADY mit dem 400grs DGX Starkmantel und dem 400grs DGS Vollmantelgeschoss. Obwohl die Patrone deutlich kleiner ist, leistet die .416 Ruger durch ihren hohen Arbeitsgasdruck tatsächlich im Grunde das Gleiche wie die Rigby mit dem Standardgasdruck von 3250bar. Was es bedeutet, diese Patrone aus der nur 3,5kg leichten Stainless-Steel Allwetterbüchse M77 Hawkeye Alaskan mit 51cm-Lauf zu schiessen, macht der Vergleich mit einer .416 Rigby-Büchse deutlich:
Ruger Alaskan .416 Ruger: Gesamtgewicht mit Zielfernrohr ca.4,2kg, Vo: 696m/s Eo: 6437 Joule, Rückstossenergie 85 Joule
Brünner CZ550 Magnum Custom .416 Rigby: Gesamtgewicht mit Zielfernrohr ca.5,2kg, Vo: 730m/s Eo: 7086 Joule, Rückstossenergie 74 Joule.

Leistungspotential .416 Rigby
Während für die Ruger bei 6500 Joule leistungsmäßig Schluß ist, kann die Rigby auch hier durch ihr größeres Volumen (ca.30grs) bei einer moderaten Arbeitsgasdruckerhöhung von ca. 3500bar mit dem richtigen Pulver noch deutlich an Leistung bis auf über 7500 Joule zulegen.

Im Barnes Reloading Manual 2001 waren damals für die .416 Rigby sogar „Heavy modern Rifle“ Ladungen von durchschnittlichen Vo:783m/s mit Mündungsenergiewerten von 8100 Joule gelistet. Das ist allerdings im wahrsten Sinne des Wortes sehr harter Stoff.
Wer einmal eine Maximalladung aus dem Hodgdon Manual mit 107 Grains IMR 7828 Pulverladung verschossen hat (Ladeangabe ohne Gewähr), die laut Tabelle mit ca. 740 m/s gelistet ist, wird die extrem unangenehm zu schiessende Laborierung nicht so schnell vergessen.

Ein weiterer Vorteil der .416 Rigby ist, dass man ohne große Tricks selbst die richtig schweren Geschosse mit 410grs bis 450grs unterbringen und auf die "magische" Mündungsgeschwindigkeit von 2400f/s (732m/s) beschleunigen kann. Das große Hülsenvolumen und der 12,6mm lange Hülsenhals begünstigt die Verwendung von Geschossen mit einer hohen Setztiefe.

Das Leistungspotential der .416 Rigby wird mit Laborierungen deutlich, die in einem etwas höheren Druckbereich bis zu max. 3500bar arbeiten. Praxisgerecht für die .416 Rigby sind unter Berücksichtigung des großen Brennvolumens der Hülse Lauflängen um 24", auch wenn Büchsen mit 58cm und 65cm lange Läufe auch zu führen sind.








Rückstoss
Wer sich eine .416 Rigby anschaffen möchte, muss über eine ausreichend große mentale und körperliche Konstitution verfügen (Rückstossunempfindlichkeit), um das Kaliber stressfrei und präzise zu schiessen.
Die Rigby schiesst sich zwar angenehmer als eine .458 Lott, ist aber im Vergleich zur .458 Winchester Magnum deutlich härter zu nehmen. Ladungen mit 400grs schwere Geschossen und einem Waffengewicht von z.B. 4,3kg entwickeln Rückschlagenergien um die 80 Joule. Das ist zwar stehend freihändig noch problemlos zu verkraften, aber wenn es darum geht, die Waffe für eine Laborierung sitzend aufgelegt einzuschiessen, wird das ohne Schiessbock mit Klemmfunktion zur echten Herausforderung.
(Anm.: eine .375 H&H liegt bei dem gleichen Waffengewicht bei angenehmen 48 Joule).

Um a
ndererseits bei der "echten" Schußabgabe im sitzend aufgelegten Anschlag ohne jegliche Hilfsmittel den Pegel in Bezug auf den gefühlten Rückstoss nicht zu hoch werden zu lassen, ist die richtige Anschlagstechnik anzuwenden. Beim stehend freihändigen Schiessen oder mit dem Zielstock ist es elementar, mit der Positionierung und der richtigen Schiesstechnik immer einen sicheren Stand bei der Schussabgabe zu haben. Es ist interessant zu beobachten, dass einige Afrikajäger und selbst manche PH's nicht das Optimum der Rückstossbewältigung beim Schiessen mit Großwildbüchsen herausholen.      

Die nachfolgenden Bilder einem unserer Videos zeigen den Rückstossverlauf einer Repetierbüchse im Kaliber .416 Rigby bei einer noch moderaten Gebrauchsladung mit einem 25,9 Gramm Geschoss (Vo 716m/s):


       


Reduzierte Laborierungen
Der Sinn ist schnell formuliert: Praxis mit Waffe und Kaliber kann nur jemand erlangen, der auch regelmäßig, konzentriert und konsequent mit dem starken Kaliber schießt. Dies gilt natürlich sinngemäß für alle starken Kaliber.

Wer schon mal 10 Schuss (manchmal auch schon weniger) mit einer normalen .416er Gebrauchsladung aus einer sitzend Position auf dem Schießstand abgegeben hat, sehnt sich schnell nach einer reduzierten Übungslaborierung, z.B. mit einem leichten 350grs Geschoss. Diese leichte Gewichtsklasse erhöht natürlich auch die jagdlichen Einsatzmöglichkeiten der .416 Rigby auf Flächenwild wie Eland oder nordisches Wild wie Elch und Braunbär.   

 
.416 Rigby Laborierung mit
350grs SPEER HotCor Verbundgeschoss

Mit dem geeigneten Pulver hinter dem recht preiswerten 22,7g leichten SPEER MagTip Teilmantel-Verbundgeschoss werden in der .416 Rigby aus einem 61cm langem Lauf eine V3 von 686m/s und eine Eo von 5333 Joule erzielt. Der Lohn ist eine gut schießende Laborierung mit "nur" 65 Joule Rückstoßenergie und eine Erweiterung des Anwendungsbereiches der Patrone zur Auslandsjagd auf mittelschweres afrikanisches Wild bis Bongo+Eland, nordamerikanischen Elch, Bison und Braunbär.

Und wer das volle Leistungspotential des 350grs leichten Geschosses in der Patrone ausnutzen möchte, z.B. als flachschiessende Laborierung für weite Distanzen auf afrikanisches Plains Game bis Eland, sollte sich die Höchstladung bei den weiter unten aufgelisteten Laborierungen anschauen.

Es macht wenig Sinn, ein echtes Großwildkaliber wie die .416 Rigby im Sinne von Übungsladungen mit stark nach unten
reduzierten Ladungen zu schiessen. "Übungslaborierungen" mit 400-500m/s an Mündungsgeschwindigkeit eignen sich nicht mehr zum Training für die Großwildjagd.  

Effekt von Pressladungen
Im Übrigen sind (Fabrik-)Patronen mit stark komprimierter Pulverladung nicht unbegrenzt haltbar. Dies trifft besonders auf die .416 Rem. Mag. und die .458 Win. Mag. zu. Die Geschosse fangen nach einer gewissen Zeit an, sich aus der Hülse zu drücken und verursachen somit Probleme bei der Zuführung und, was wesentlich schlimmer ist, die Mündungsgeschwindigkeit und die Leistung nimmt stark ab.
Diesen Effekt konnten wir bei einigen .458 Win Mag Patronen nach
einem Jahr trotz starkem Rollcrimp beobachten. Daher sollten Wiederlader auf jeden Fall darauf achten, dass die Pulvercharge in der Patrone niemals zu sehr komprimiert wird. Diese Probleme, die leider auch einige andere Großkaliberpatronen damit haben, genug Pulver für starke Treibladungen dauerhaft und sicher in der Hülse unterzubringen, hat man bei der .416 Rigby jedenfalls nicht.
Der einzige "Wehrmutstropfen"
Allerdings soll hier ein Nachteil der Patrone nicht verschwiegen werden:

Die steile Schulter. Die kurze und mit 45° extrem steile Schulter der Hülse neigt dazu, sich beim Geschoßsetzen aufzubauchen oder beim Aufschlagen der Patronen mit der Geschossspitze im Magazin aufzustauchen. Daher ist eine 100%-Kontrolle der Munition (in Form eines Ladetests), insbesondere der Patronen, die auf der Jagd im Magazin dem Rückstoss ausgesetzt waren, zwingend erforderlich!


Tipp
Man ist sehr gut beraten, jede einzelne, neu geladene Patrone vor dem jagdlichen Einsatz zur Probe in der Waffe ins Patronenlager einzuführen.
Dabei ist zu beachten, dass sich der Verschluss leichtgängig betätigen und ganz normal verriegeln lässt. Dies ist ebenfalls ein absolutes "Muss" für alle Patronen, die im Magazin bereits ein- oder mehrmals dem Rückstoss ausgesetzt waren.

In jedem Fall sollte man die Patronen in der Repetierbüchse mit einer kräftigen Repetierbewegung ins Patronenlager laden und dabei immer die vollständige Verriegelung des Kammerstengels überprüfen.

Wenn sich der Verschluss nicht ganz schliessen lässt, muss die Patrone durch den Verschluss wieder sicher ausgezogen und ausgeworfen werden können. Und das können nur Systeme mit einem großen Auszieher wirklich zuverlässig. Es ist ratsam, eine regelmäßige Kontrolle mit jeder Patrone durchzuführen, auch um im Fall einer
Störungsbeseitigung auf der Jagd die Nerven zu behalten und ruhig zu bleiben.      

Welche Pulver eignen sich für die .416 Rigby?
Man sollte immer daran denken, das auch die Rigby zu den Patronen zählt, die zur optimalen Leistungsausnutzung langsam abrennende Pulversorten und damit zwangsläufig Lauflängen um 60cm benötigt. Es gibt z.Z. viele hervorragende Nitrozellulosepulver, die sich aufgrund ihrer progessiven Abbrandeigenschaften für das große Brennvolumen der Hülse eignen, dazu gehören alle mittelprogressiven Nitrozellulosepulver.

Unsere bevorzugten Laborierungen:
Darunter sind auch die legendären Vo 2400 f/s Ladungen, also mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 732m/s, den unter Afrikajägern besonders zuverlässige Tötungseigenschaften zugeschrieben werden. Dies ist allerdings nicht bewiesen.
Man muss sich allerdings darüber bewusst sein, dass man bei diesem starken Ladungen doch einiges an Rückstoss bewätigen muss:
Waffengewicht 4,5kg: Rückstossenergie 85 Joule, Rücklaufgeschwindigkeit 6,2m/s
Waffengewicht 5,2kg: Rückstossenergie 74 Joule, Rücklaufgeschwindigkeit 5,4m/s

350grs SPEER MAG TIP Teilmantelspitz
gem. Vo: 687m/s Eo: 5333 Joule
gem. Vo: 770m/s Eo: 6720Joule
gem. Vo: 790m/s Eo: 7053 Joule
Lauflänge: 61cm / Präzise Laborierung, sehr gut geeignet für Elch, Bär, Löwe und Flächenwild

400grs HORNADY Teilmantel- Rundkopf (wird nicht mehr hergestellt)
Min.: gem. Vo: 695m/s Eo: 6270 Joule
Max.: gem. Vo: 731m/s Eo: 6925 Joule
Lauflänge: 61cm / Gute Jagd- und Trainingslaborierung mit starkwandigem+ robustem Teilmantelgeschoss
 
400grs BARNES SOLID Homogengeschoss
Min.: gem. Vo: 715m/s Eo: 6645 Joule
Max.: gem. Vo: 732m/s Eo: 6943 Joule
Lauflänge: 61cm / Durchschlagsstarke Dickhäuterlaborierung und Follow-Up Shots auf Büffel

410grs DEGOL Teilmantel- Rundkopf
Min.: gem. Vo: 716m/s Eo: 6809 Joule
Max.: gem. Vo: 734m/s Eo: 7158 Joule
Lauflänge: 24"/ Stabiles Verbundgeschoss, ideal für schwerstes Großwild wie Banteng, Kaffernbüffel und Wasserbüffel
Mittlere Geschwindigkeit mit einem Lichtmessungs-Schrankenanlage 3m vor der Mündung gemessen.

Wir haben die o.a. Laborierungen speziell für die Verwendung in modernen Repetierbüchsen im Kaliber .416 Rigby ausgearbeitet und getestet.  
Auf Wunsch erstellen wir Ihnen gerne auch Ladedaten für Wunschlaborierungen aus Ihrem vorhandenen Pulverbestand (sofern geeignet) zu günstigen Konditionen, sprechen Sie uns über E-Mailkontakt an.


                    =>Wiederladedaten .416 Rigby<=


                                                  Nächstes Kapitel:
                                                   .416 Rigby Teil3
                                

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü