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.416 Rigby Teil 1

Jagdkaliber


Patronenbezeichnung:
.416 Rigby

Kaliber:
.416/ 10,57mm

Einsatzbereich:
Großwild

Erscheinungsjahr:

1911

Hülsenabmessungen:

L3: 73,30mm

Schulterwinkel: 45°

Gasdruck:

3500bar

Geschossgewicht:

350-450grs

Geschwindigkeit:

Vo 732m/s                            400grs Geschoss

Energie:

Eo 6942Joule                         aus 61cm Lauf

Geschichte
Das Großwildkaliber .416 ist eines der besten, gleichzeitig auch eines am meisten erprobten und bewährten Universalkaliber für alles Großwild in Afrika. Es verfügt über sehr zuverlässige Tötungseigenschaften und liefert eine ausgezeichnete Tiefenwirkung bei Schüssen auf alles weltweite Großwild einschließlich Dickhäuter wie kaum ein anderes Kaliber. Die .416 Rigby ist durch ihren überaus erfolgreichen, mittlerweile über 106-jährigen Einsatz in Afrika bereits
legendär und genießt nicht nur unter vielen Afrikajägern "Kultstatus".

Die Geschichte der .416 Rigby und deren Verbreitung ist absolut beeindruckend. Es gibt eine Statistik über die sechzig erfahrensten Elefantenjäger Afrikas, die im Zeitraum von 1900 und 1950 jeder einzelne mehrere hundert (oder sogar tausende) Elefanten erlegt haben. Nach der .577 NE war die .416 Rigby zusammen mit der .500 NE das am zweithäufigsten eingesetzte Kaliber unter Großwild- und Elfenbeinjägern. Und dies noch deutlich vor der .450 3
1/4 No.2, .404 und .450-400 N.E., was allerdings nicht bedeutet, dass diese keine guten Großwildkaliber wären.

Dies ist umso erstaunlicher, insofern die Rigby erst 1912 richtig vermarktet wurde. Die Liste beinhaltet Namen wie Blunt, Taylor, Rushby, Lawrence, Dyer, Sanchez-Arino und auch der legendäre Samaki Salmon, der alleine mehr als 4.000 Elefante
(!) erlegte und dazu ein Pärchen .416 Rigbys benutzte. Ausser auf der Elefantenjagd genoss die Rigby schon damals einen hervorragenden Ruf, z.B. bei der Löwenjagd, und wurde u.a. von John Taylor und George Rushby mit großem Erfolg eingesetzt. Dies ist allerdings in erster Linie auf die gut konstruierten und damit sehr zuverlässig wirkenden Geschosse der John Rigby Munition zurückzuführen.

Der bislang größte, jemals erlegte Elefant mit einer Schulterhöhe von über 4,30m(!) wurde übrigens auch mit einer Repetierbüchse im Kaliber .416 Rigby erlegt. Auch wenn die .416 Rigby längst nicht an die Stoppwirkung der dicken englischen Expresskaliber zwischen .470 und .600 Nitro Express heranreicht, kann man der Patrone insbesondere auf Dickhäuter ein außergewöhnlich hohes Durchschlagsvermögen attestieren.

Als nach fast 40-jähriger Pause (Produktionseinstellung aller Großwildpatronen bei KYNOCH und RIGBY) in den frühen 90iger Jahren endlich wieder frische Munition auf den Markt kam, begannen auch immer mehr Waffenhersteller und Büchsenmacher, neue Repetierbüchsen auf der Basis des superzuverlässigen langen MAUSER 98-Magnumsystems für die bewährte Großwildpatrone zu bauen.

Die .416 Rigby besitzt gegenüber den 9,3mm und .375er Kalibern neben der größeren Schockwirkung auch eine deutlich höhere und zuverlässige Durchschlagskraft, d.h. Eindringtiefe mit Vollmantel- oder Solidgeschossen auf Büffel und Dickhäuter. Die Liste der Afrikajäger, welche sich des .416er Kalibers bedien(t)en oder im Laufe der Jahre darauf umgestiegen sind, ist lang.

Hier einige jagdliche Erfahrungen und Meinungen zur .416 Rigby:
" ...Nach einer mehrstündigen, spannenden Pirsch konnte er dem (Wasserbüffel-)Bullen auf einer riesigen Sumpffläche die Kugel antragen. Trotz der bewährten .375 H&H Magnum mit Vollmantelgeschossen waren Fangschüsse erforderlich. Keines der Vollmantelgeschosse hatte einen Ausschuss ergeben, und selbst das Geschoss des Fangschusses blieb im Wildkörper..."
(Auszug aus JWW 06/1991)

"...Übrigens verwendete ein amerikanischer Jäger, der sich zwei Tage im gleichen Camp wie ich aufhielt, Geschosse eines Fabrikates, dass auch in Deutschland angeboten wird. Als er damit einen Löwen beschoss, drang das später geborgene Solid-Geschoss im Kaliber .375 H&H nur 15cm tief ein...."
(Auszug aus JWW 06/1991)  

"...Bei Afrikareisen fühlte ich mich mit der 9,3x64 Mauser auf Großantilopen und Büffel immer ausreichend munitioniert... Wir hatten uns an eine große Büffelherde herangepirscht und... das Zielabkommen saugte sich tiefblatt am Bullen fest. Als der Schuss brach, war die Hölle los... Am Anschuß entdeckten wir keinen Schweiß, nur die Eingriffe des Bullen waren deutlich zu erkennen... nach fast 800 Metern... Der Wildhüter signalisierte mir, dass es dass es der beschossenen Büffel war. Ich schoss sofort; der Büffel brach nach links aus. Zweimal schoss ich nach; der Bulle brach zusammen. Die erste Vollmantel hatte tiefblatt die Herzspitze zerschossen und steckte deformiert im Oberarmknochen auf der linken Seite. Die 3 Nachschüsse saßen alle auf der linken Blattseite; keines der Projektile hatte die Decke auf der rechten Seite durchschlagen. Nach diesem Erlebnis kaufte ich mir eine .416 Rigby und denke mir meinen Teil, wenn in Jagdzeitschriften über die gute Wirkung von 8- oder 9,3mm-Patronen berichtet wird!"
(Auszug aus JWW 10/1990, Prof. P. Müller)

"...Ich erlegte mit der .416 Rigby Elefant, Löwe, Büffel und Großantilopen. Die Wirkung war im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend. Löwe und Büffel benötigten je nur einen Schuss und bleiben am Anschuss.* Der Elefantenbulle ging auf den Kammerschuss, der Knochen fasste, sofort in die Knie. Der sicherheitshalber danach noch abgegebene Hirnschuss, der eigentlich nicht mehr nötig gewesen wäre, durchschlug den Schädel komplett...

...Auch die Großantilopen bleiben weitestgehend im Feuer und benötigten nur einen Schuss, wobei die längste Fluchtstrecke 50 Meter betrug. Der mich begleitende Berufsjäger musste kein einziges Mal nachschiessen und war von der Wirkung der .416 begeistert. Die kürzestete Entfernung, auf der ich sie einsetzte, betrug 20 Meter. Die weiteste immerhin 180 Meter. Ein Schuss auf diese Distanz wäre mit einer .458 Winchester wohl kaum ruhigen Gewissens zu vertreten...

...Die Wirkung war auf schwaches wie starkes Wild gleichermaßen hervorragend. Die Universalität der .416 führte dazu, dass meine beiden anderen mitgeführten Büchsen im Kaliber .300 Win.Mag bzw. .375 H&H kaum zum Einsatz kamen..."

(Auszug aus JWW 06/1991)  

Das .416er Kaliber wird zunehmend auch in Nordamerika und Alaska auf Bison, Elch und vor allem auf starke Bären geführt. Insbesondere bei der Jagd auf die schweren Braun- bzw. Kodiakbären steht mit einer .416 z.B. mit 300-350grs Geschossen auch auf weite Distanzen eine enorme Stoppwirkung sowie eine flachschiessende Flugbahn wie die .375 H&H Magnum zur Verfügung, allerdings mit deutlich mehr Power!  

Vergleich .416 Rigby mit .416 Remington und .416 Ruger

.416 Remington:
- relativ hohe Geschoßgeschwindigkeit mit hohem Gasdruck (4300bar)
- geringes Hülsenvolumen, daher Pressladungen
- eingeschränkte Zuverlässigkeit durch Gürtel
- zeitweise eingeschränkte Vollmantelpatronenverfügbarkeit

.416 Rigby:
- randlose Patrone, hohe Eigenpräzision  
- großes Hülsenvolumen mit hohem Leistungspotential nach oben
- niedriger Gasdruck von ca.3300bar, keine "festgebackenen" Hülsen bei hohen Temperaturen  
- günstige Anschaffungskosten von Waffe und Patronen

Es ist übrigens falsch, die .416 Rem.Mag. oder die .416 Ruger leistungsmäßig über die Rigby zu stellen. Beide Patronen, die Remington wie die Ruger sind bei ihrem Gebrauchsgasdruck und ihrem Hülsenvolumen bereits am Limit (insbesondere bei Geschossen mit hoher Setztiefe wie das Barnes TSX oder Banded Solids), während die Rigby wiedergeladen deutlich mehr Energie liefert, wenn sie in einen geringfügig höheren Druckbereich geladen wird, z.B. um 3500bar.



Waffen
Die
JOHANNSEN Safari-Büchsen mit dem langen Mauser-System genießen zu recht einen hervorragenden Ruf und haben ein verbessertes Mauser- Magnumsystem. Allerdings haben Sie nach meiner Auffassung zwei entscheidene Nachteile: Sie sind nach meiner Auffassung mit 10.000 Euro immer noch deutlich zu teuer.
Unverständlicherweise ist die Waffe mit nur teilweise ca.3,8kg Gewicht viel zu leicht ausgeführt. Grund dafür sind die teilweise filigranen Läufe, die das Schiessen mit den dicken Afrika-Kalibern zum reinsten Horror machen können!
Im Kaliber .505 Gibbs ist wenigstens ein LW-Lauf mit 19,5mm Mündungsdurchmesser angebracht. Das ist allerdings immer noch zu wenig, weil die erforderliche Schwerlastigkeit und Masseträgheit (=>Rückstoss) für eine Waffe in dieser Kaliberdimension nicht gewährleistet ist. Weiterhin ist die Mündungspartie äußerst unschön, da der Laufring des Korns deutlich hinter der Mündung ausfällt (wie sieht das denn aus?).  

Auch die über
MAUSER zu beziehenden Repetierer aus der Fertigung von Gottfried PRECHTL waren eine der besten Großwildrepetierbüchsen mit ausreichend schweren Läufen (z.B. mit Integralläufen von Lothar Walther mit Visierschiene und einem Mündungsdurchmesser von über 20mm und wunderschönen, starken Schäften. Aber auch hier sitzt der Kornträger deutlich hinter(!) der Laufmündung. Vor einigen Jahren wurden diese Büchsen zu Verkaufspreisen von 11.000 Euro angeboten. Als Extras wurden allerdings z.B. aus dem Vollen gefräste Läufe, Expressvisier, Sperrhebelsicherung, Rigbydeckel oder Magazindeckelsicherung  berechnet. Inzwischen hat Mauser dem Preisdruck aufgrund der weltweit wachsenden Konkurrenz nachgeben müssen und bietet ihre große Büchse mit dem Original-Mausersystem für 8.500€ an, jedoch nicht mehr in der gleichen Ausstattungsqualität wie vor einigen Jahren.  

Gleiches kann man über die
DAKOTA- Repetierer sagen. Es sind zwar gute Büchsen einem nachgebauten Mauser M98-Magnum System und guter Präzision, aber mit sehr langen Lieferzeiten und 9000 Euro auch leider deutlich zu teuer. Und dass man in dieser Preisklasse ein Expressvisier nur gegen Aufpreis erhalten kann, zeugt von keinem guten Geschäftsgebaren.

HEYM-Express
Die Heym ist eine der schönsten und qualitativ hochwertigsten Repetierbüchsen für die .416 Rigby aus dem oberen Preissegment. Aus dem Vollen gefrästes System mit langem Auszieher und Double Square Bridges, 3-Stellungssicherung, 4-Schuss Magazin, Expressvisier mit 1 Klappe, klassisch gerader Schaft mit schlanker Linienform mit 24"/61cm Lauflänge. Mit einem Gewicht von 4,3kg liegt die Büchse zwar an der unteren  Grenze für eine .416er, aber: für rund 8000€ erhält man eine der besten, elegantesten+ absolut zuverlässigsten Repetierbüchsen, die qualitativ noch besser sind als die deutlich teuren "High-End"-Custombüchsen anderer Hersteller.

Übrigens ist die Heym Express eine der wenigen Repetierbüchsen, die wirklich zu 100% "Made in Germany" sind und als echte deutsche Wertarbeit von erfahrenen Fachleuten gefertigt werden.
Diese Waffe ist aus unserer Sicht damit sehr empfehlenswert.     

BROWNING BMM African
Eine schwere und hervorragend verarbeitete Großwildbüchse mit einem verstärkten Mauser Magnum Verschlußsystem, das über 3 Zapfen bei einem Verschlußdurchmesser von 19 mm in einem verstärkten Verschlußgehäuse verriegelt. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem belgischen Büchsenmacher Ernest Dumoulin entwickelt. Die Magazinkapazität beträgt 4 Patronen. Die Büchse hat einen sehr schönen ölgeschliffenen Nußbaumschaft und ein bunt gehärtetes Gehäuse mit feiner Hülsengravur. Durch den kräftigen, fast zylindrischen 64cm Lauf bringt sie 4,7 kg auf die Waage. Sie ist neben der .416 Rigby auch in den .500er Stopperkalibern erhältlich.

Wer die Gelegenheit hat, eine Browning im Kaliber .505 Gibbs in Augenschein zu nehmen, wird von dem imposanten Erscheinungsbild durch die schieren Größe der Waffe mit dem wuchtigen Lauf wirklich sehr beeindruckt sein. Eine Besonderheit ist die gelungene Schaftausführung. An diesem Beispiel ist zu sehen, wie man die Schäftung einer Großwildbüchse richtig und sehr effektiv gestalten kann, ohne den Fehler zu machen, einen geraden Schaft zu verbauen. Allerdings ist der Preis leider ebenso exklusiv wie bei den anderen Mauser Magnum- Repetierern aus den Edelwaffenschmieden.   

RUGER MK II Magnum  
Gute, ausreichend schwere und kompakte Waffe mit starkem 58cm Lauf. Allerdings sind sowohl Schaftlänge, als auch Abzugsgewicht sowie der Kammerstengel stark verbesserungsbedürftig. Besonders die kurze Schaftlänge von nur 34,5cm erfordert die aufwendige und sorgfältige Einarbeitung einer Zwischenlage aus einem optisch und maßlich passendem Schaftholz, wenn man am Schaftende keinen langen, unschönen Klotz einer überlangen Rückstosskappe haben möchte. Die Magazinkapazität beträgt leider nur 3 Patronen, was in Afrika noch als zu wenig angesehen wird.
In Bezug auf das zuverlässige Repetieren gab es mit dem MK II-System in der Vergangenheit Porbleme. Der Lehrgangsleiter für Jagd- und Touristenführer in Zimbabwe berichtete, dass bei
der Handhabungsprüfung bei 7 von 8 Ruger-Repetierbüchsen im Kaliber .416 die Hülsen nicht ausgeworfen wurden, wenn der Kammerstengel zu energisch betätigt wurde. Seitens des Herstellers wurden diesbezüglich Modifikationen vorgenommen, welche diesen Mangel beseitigen sollten. Leider hat Ruger die Büchse im Moment aus seinem Lieferprogramm genommen und durch das Modell Hawkeye im Kaliber .416 Ruger ersetzt. Gelegentlich gibt es noch Bezugsquellen aus Restlagerbeständen und auf dem Gebrauchtwaffenmarkt.
 
RUGER M77 African und HAWKEYE im Kaliber .416 Ruger:
Die Patrone ist eine interessante Entwicklung in Zusammenarbeit von HORNADY und RUGER und eine gute Alternative zur störungsanfälligen Gürtelhülse .416 Remington Magnum. Das Kaliber ist sehr kompakt und kann leicht in ein Standard-Mauser 98 System eingelegt werden. Ruger baut mit dem Modell M77 Hawkeye African und einen sehr robusten und handlichen Allwetterrepetierer in Edelstahlausführung zu einem sehr fairen Preis an. Die Waffe hat einen Schichtholzschaft und einen 51cm langen Lauf (leider mit einer unsinnigen 7cm langen Mündungsbremse, die aber zum Glück abgeschraubt werden kann). Der Hauptnachteil ist, dass die Waffe mit ca.3,7kg viel zu leicht ist. Man kann sich leicht ausmalen, wie schwierig es ist, eine solch federleichte Waffe im Kaliber .416 mit über 85 Joule Rückstossenergie (ohne Zielfernrohr) sauber zu schiessen. Das gleiche gilt für das brünierte Modell African.

Wir empfehlen den Neubau auf der Basis eines zuverlässigen Repetiersystems mit einer speziellen Schäftung, ausgewähltem Lauf und ausreichendem Gewicht.

Beim Rifa Trainingslehrgang in Zimbabwe sind die WEATHERBY-Repetierbüchsen im Kaliber .416 Weatherby Magnum berüchtigt für ihre unangenehme Eigenschaft, schon beim Entsichern loszugehen. Es kommt ebenfalls vor, dass sich die Hülsen nach wenigen Schüssen im Patronenlager fest fressen. Dies passiert sowohl bei der .416 als auch bei der .460 Weatherby. Diese sind dann nicht mehr auszuwerfen, was in erster Linie die Folge des hohen Gasdrucks der Weatherby-Fabrikmunition ist.

Nach Angaben des (oben genannten) Lehrgangsleiters für Jagd- und Touristenführer in Zimbabwe ist die REMINGTON Modell 700 das Schlusslicht in Punkto Fehlfunktionen. Bei den von ihm durchgeführten Funktionsprüfungen kommt es bei diesem Modell besonders in den Kalibern .375 H&H und .416 Rem.Mag. regelmäßig zum Abbrechen des kleinen Ausziehers, dem Herausspringen der Patronen aus dem Magazin sowie zu Patronendoppelzuführungen.

Im positiven Sinne erwähnenswert ist die
WINCHESTER Modell 70 Safari mit dem pre 64’er System im Kaliber .416 Remington Magnum mit langem Auszieher. Nach einem Produktions-Stopp vertreibt Winchester diese Repetierer inzwischen wieder. Leider wird die Verarbeitungsqualität aus den Serien v o r der eingestellten Produktion nicht mehr erreicht. Grundsätzlich ist die Winchester aber eine recht gute Waffe unter den bezahlbaren Repetierern, die man in diesem Kaliber bekommt. Dazu zählen u.a. die Systembettung, ein nachträglich sehr gut zu überarbeitender Abzug, Querstollenverschraubungen und eigentlich eine solide Ausführung. Es gibt allerdings immer wieder Mängel an der Büchse, die der geforderten Zuverlässigkeit einer Großwildbüchse nicht zuträglich, oder besser gesagt, völlig inakzeptabel sind.
 
Hauptnachteil ist auch die Tatsache, dass die begrenzte Systemlänge der Winchester Safari die großen Patronen wie die .416 Rigby nicht mehr aufnehmen kann und dass die Büchse leider nur für das Kaliber .416 Rem.Mag. mit der unzuverlässigen und technisch überholten Gürtelhülse ausgestattet ist.

Randlos statt Gürtel
In diesem Zusammenhang möchten wir auf eine interessante Entwicklung der letzten Jahre eingehen: Allmählich zeichnet sich das Ende aller Gürtelpatronen ab. Immer mehr Waffen- und Munitionshersteller wie z.B. Blaser, Dakota, Remington, Rigby, Ruger, Winchester entwickeln gleich starke, großvolumige, gegenüber den bisherigen Magnumpatronen (teilweise sogar druckreduzierte) Kaliber ohne Gürtel. Auch Norma plant eine eigene Serie unter der Bezeichung mit .300 Norma Magnum, .338 Norma Magnum und .375 Norma Magnum, alle o h n e Gürtel.
Dies hat seinen Grund: Der Gürtel einer sogenannten Magnumpatrone ist erstens rein konstruktiv und gasdrucktechnisch gesehen gar nicht notwendig, denn er bildet lediglich den Verschlussabstand. Zweitens ist der grösste Nachteil des Gürtels, dass er den flüssigen Repetiervorgang der übereinanderliegenden Patronen in einem Magazin durch den vorstehenden Rand beeinträchtigt.

Unabhängig von den einzelnen Konzepten wie "Magnum" (identisches Hülsenvolumen bei gleichem Druck ohne Gürtel), "Ultra" (langes, großes Brennvolumen für grösstmögliche Vo/Eo) oder "Short Magnum", "Compakt Magnum" oder "Short Action Ultra Magnum" (relativ kurze, aber volumige Patronen mit großem Hülsenvolumen und schnellerer Pulverdurchzündung zur besseren Leistungsausnutzung bei kurzen Läufen), zeigen alle diese Entwicklungen, dass es einfach besser und präziser ohne Gürtel geht.     

BRÜNNER CZ550 Magnum
Der Repetierer aus der tschechischen Waffenschmiede im Kaliber .416 Rigby ist mit einem langen Zylinder im Hülsenkopfdurchmesser von 36,5mm mit zwei kräftigen Warzen, einem langen Auszieher sowie einer hinten liegenden Sicherheitsverschlusswarze (wie beim Mauser Magnum System) ausgestattet. Das Schloss ist durch seine geschlossene Bauweise sehr gut gegen Schmutz geschützt und hat einen Knopf zum Entspannen und Zerlegen des Systems.

Die seitliche Sicherung der CZ550 Magnum sperrt bei Betätigung Abzug+ System, kann mit einem Trick aber genauso wie eine 3-Stellungssicherung gehandhabt werden: siehe =>
Hier<=
 
Im Gegensatz zur Ruger MKII ist der Magazinkasten der Brünner groß genug, um 4 Patronen im Kaliber .416 Rigby sicher+ zuverlässig aufzunehmen (das ist mit geringem technischen Aufwand möglich).  
Die CZ550 Magnum ist eine wirklich zuverlässige und gute Waffe. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn man ein paar Tuningmaßnahmen an Abzug und System vornimmt. Das Magazin ist selbst in der Rigby- Ausführung noch gut 4mm länger als die lange Patronen in der .416 Rigby, wie z.B. das 416er TM DEGOL Starkmantel- Geschoss mit 410grs Gewicht. Einer der grössten Vorteile der Waffe ist u.a. der sehr große Magazinkasten.
Originales, unmodifiziertes Brünner CZ550 Magnum-Modell im Kaliber .416 Rigby mit Zielfernrohr

Die Brünner ist die einzige Großwild-Repetierbüchse, die in diesem Preissegment ohne Rigby-Deckel im Magazinkasten problemlos 4 Patronen aufnehmen kann. Die direkten Konkurrenten, die Ruger MKII Magnum und die Winchester Safari Express kommen jeweils nur auf 3 Patronen (je nach freiem Restweg der Magazinfeder des Magazinzuführtellers ist zwar ein Laden einer weiteren Patrone möglich, man muss dies jedoch sorgfältig üben, damit es keine Patronenklemmer gibt und um den Auszieher nicht zu beschädigen).

Im Bild rechts ist sehr gut zu erkennen, wie viel Fläche der mauserähnliche lange Auszieher des Brünner
CZ550 Magnum-Systems besitzt. So sollte ein Auszieher konstruiert sein, der eine sichere und kontrollierte
Zuführung gewährleistet und für einen zuverlässigen Hülsenauswurf trotz aller möglichen Störungen sorgt.


Schwachpunkt der Waffe ist neben dem scharfkantigen und zu kurzen Kammerstengel eindeutig der Lauf. Er ist mit 63,5cm 1. zu lang und 2. mit einem Mündungsdurchmesser von nur 18mm fehlt der Waffe die notwendige Kopflastigkeit und Masseverzögerung. Ausserdem neigt das Laufinnere schon nach wenigen Schüssen zu extremer Tombak- bzw. Kupferverschmierung, die in mühevoller Arbeit wieder mit Tombakreiniger entfernt werden muß.




Eine richtig überarbeitete Brünner CZ550 Magnum lässt sich gut und sehr weich repetieren, führt alle Patronen sicher zu und wirft die Hülsen auch zuverlässig wieder aus, egal wie man die Waffe hält oder wie schnell man repetiert.

Bemerkenswert ist der butterweiche Schlossgang, wenn das System richtig überarbeitet wurde. Die CZ550 Magnum ist mit einem solchen System mit den Großwildrepetierern der gehobenen Luxusklasse hinsichtlich der Geschmeidigkeit und flüssigen Patronenzuführung inkl. Hülsenauswurf zu vergleichen.  

Insgesamt steht die Qualität der Waffe (vor allem des Repetiersystems) in einem sehr guten Verhältnis zum Anschaffungspreis.

Tuning Brünner CZ 550 Magnum
Aus unserer Sicht ist für die .416 Rigby die Brünner eine sehr gute Wahl, was das Preis-Leistungsverhältnis in Bezug auf die "Grundausstattung" angeht. Mit einigen technischen Umbaumaßnahmen kann man sich diese Büchse zu einer maßgeschneiderten und hochwertigen "Custom-made"-Großwildrepetierbüchse umbauen lassen:

  • Praxisgerechter Abzug

  • System der Anwendung einpassen

  • Magazinkapazität erhöhen

  • Magazin modifizieren

  • Schwächen Originallauf beseitigen  

  • Trageweise verbessern

  • Individuelle Rückstossoptionen wählen


Detaillierte Informationen zum Umbau und mehr gibt es im Kapitel
                          =>
.416 Rigby Teil 3<=

Fazit Brünner CZ550 Magnum
Durch geeignete Maßnahmen lässt sich auch ohne "Tricks" wie Magnaport, Mündungsbremse oder Kick-Stop deutlich besser schiessen. Das Hochschlagen der Mündung, die Rückstossgeschwindigkeit werden reduziert und das Einschiessen auf dem Schießstand aus der aufgelegten Position mit der .416 Rigby wird dadurch viel erträglicher.

Vom finanziellen Gesamtaufwand liegt man in der Summe aller Komponenten für den kompletten Umbau weit unter dem, was man für andere Repetierbüchsen in diesem Kaliber mit gleichem Zielfernrohr veranschlagen muss. Man hat ausserdem eine zuverlässige Waffe. Das Energiepotential der Rigby, die eine Vorliebe für progressive, d.h. langsam verbrennende Pulver hat, kann damit optimal ausgeschöpft werden.

Die Kosten für einen Umbau der CZ550 Magnum im Kaliber .416 Rigby von allen Komponenten sind je nach Aufwand und der Qualität der Ausführung inkl. zusätzliche Erweiterungen je nach Ausführung und Qualität noch moderat. Mit den richtig gewählten Modifizierungen
können wir die Brünner jedem wärmstens empfehlen, der sich eine erstklassige, zuverlässige und trotzdem preisgünstige Grosswildrepetierbüchse in diesem Kaliber zulegen möchte.


                                                  Nächstes Kapitel:
                                              =>.416 Rigby Teil2<=
                                

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