.22 Hornet - JASW

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.22 Hornet

Jagdkaliber


Patronenbezeichnung:
.22 Hornet

Kaliber:
.224/ 5,69mm

Einsatzbereich:
Raubzeug+ Raubwild

Erscheinungsjahr:

Deutschland: ca. 1920 (5,6x35R Vierling) USA: 1930

Hülsenabmessungen:

L3: 35,64mm

Schulterwinkel: 5,6°

Gasdruck:

3000bar

Geschossgewicht:

35-45grs

Geschwindigkeit:

Vo 751m/s                            45grs Geschoss

Energie:

Eo 822 Joule                         aus 56cm Lauf

Geschichte
Die Hornet ist, was ihr Alter angeht, eigentlich schon eine steinalte Patrone. Ihren Ursprung hat sie jenseits des Atlantiks, wo sie in den USA vom Patronenhersteller Winchester als .22 Winchester Centerfire im Jahr 1885 ursprünglich mit Schwarzpulver geladen war und mit einem 45grs schweren Bleigeschoss eine Vo von etwa 470m/s erreichte.

Die Patrone wurde hierzulande als "Vierlingspatrone" beliebt, wo sie mit NC-Pulver und 45grs-Geschossen zunächst auf Mündungsgeschwindigkeiten um 530m/s, und später bis zu 700m/s erzielte. Als Winchester eine stärker geladene, geringfügig modifizierte .22 WCF mit modernen rauchlosen Pulvern und 45grs (3,0 Gramm) schweren Geschossen im Jahr 1930 herausbrachte, wurde diese Patrone unter dem zugkräftigen Namen .22 Hornet angeboten. Mit dem Namen sollte die Leistungsfähigkeit in Bezug auf die für damalige Verhältnisse hohe Mündungsgeschwindigkeiten hervorgehoben werden.

Der gute Ruf des Kalibers
als eine sehr effiziente Patrone bewirkte eine rasche Verbreitung bei allen amerikanischen Waffenherstellern. Im zweiten Weltkrieg wurden sogar Waffen (Militärrepetierer) zu Überlebenszwecken in .22 Hornet produziert.

Jagdliches Einsatzgebiet
Die .22 Hornet ist der Beweis dafür, dass man mit dem richtigen Konzept einer Jagdpatrone über Generationen bestehen kann. Die Patrone hat ein sehr gutes Verhältnis in Bezug auf den Aufwand zum jagdlichen Nutzen. Generell ist die sichere Erlegung von starkem Raubwild wie Winterfuchs und Dachs auf Distanzen bis etwa 150 Meter kein Problem. Die jagdlich umsetzbaren Schussdistanzen liegen beim Dämmerungs- und vor allem beim Nachtansitz wesentlich kürzer. Hier punktet die Hornet durch eine ausreichend hohe Energie- und
Tiefenwirkung mit dem richtigen Geschoss.  

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass es auch bei den Patronen, die zur Erlegung der stärksten Raubwildarten verwendet werden, immer besser ist, in jedem Fall Ausschuss zu haben. Hierzu müssen geeignete Geschosse verwendet werden. Die Erfolgsquote von Nachsuchen auf angeschossene Füchse ohne Schweiss ist extrem niedrig! Wer
Zerlegungsgeschosse einsetzt, muss sich darüber im Klaren sein, dass dies nicht immer gut geht und das eine oder andere Stück zwangsläufig verloren geht, weil keinerlei Schusszeichen, geschweige denn Schweiss zu finden sind!         

Wer die .22 Hornet führt, wird neben der guten Wirkung auch von der Bandbreite des Wildes begeistert sein, das man mit der Patrone erfolgreich erbeuten kann. Nicht nur Raubwild, sondern auch starke Spezies wie Waschbär, Nutria und auch der beliebte Weihnachtsbraten in Form eines Kugelhasen sind mit der Hornet eine sichere+ lohnende Beute. Je nach Gesetzeslage ist in verschiedenen Ländern teilweise sogar die Verwendung auf Jungfrischlinge mit nach oben begrenzter Gewichtsklasse erlaubt und auch sehr gut möglich.   


Möchte man die Hornet auf Fuchs, Dachs, Nutria und Waschbär aber stets sicher einsetzen, d.h. auch bei ungünstigen Treffersitzen, muss man bei den Geschossen immer auf Folgendes achten:
- keine Zerlegungsgeschosse
- keine leicht aufgebauten Hohlspitzgeschosse
- Geschossgewicht nicht unter 2,9 Gramm

Die .22 Hornet bietet unter gewissen Voraussetzungen auch die Möglichkeit des Einsatzes auf schwaches Rehwild und Kitze, auch wenn die Patrone berechtigterweise nicht dafür zugelassen ist. Dies gilt allerdings nur unter der Voraussetzung, dass mehrere wichtige Faktoren zwingend eingehalten werden.
Jungjägern und Schützen ohne langjährige jagdliche Erfahrung ist davon aber dringend abzuraten.

Foto oben: wenn Meister Reinecke doch immer so nah käme...


Vorsicht: Man sollte nicht den Fehler begehen, sich diesbezüglich auf Meinungen oder Pauschalaussagen von
anonymen Teilnehmern aus Internetforen zu verlassen (was ebenfalls nicht überprüfbare Fotos beinhaltet).

Eine der
wichtigsten Vorteile der Hornet ist der relativ schwache Schussknall. Im Vergleich zur .222 Remington ist dieser noch gering genug, um die Möglichkeit eines "Kombi-Ansitzes" und damit eine bunte Strecke inkl. Schalenwild zu ermöglichen.
   

Leistungsdaten
Das optimale Geschossgewicht für die .22 Hornet liegt bei etwa 3 Gramm (45grs). Mit Fabrikmunition werden folgende Leistungswerte erzielt:
Vo: 740m/s
Eo: 800 Joule
V
100: 528m/s
E
100: 410 Joule
Mit wiedergeladener Munition sind aus praxisgerecht gestalteten Büchsen ohne Drucküberschreitung je nach Lauflänge Geschwindigkeitswerte um 800m/s und 940 Joule möglich. Das Wiederladen verlangt allerdings einiges an Disziplin+ Erfahrung ab, um Streukreise <10mm zu erreichen.
Was die Wenigsten wissen: die .22 Hornet
verfügt über eine der höchsten EG- zu EGes Werte.



"Raubwild-Beutewerkzeuge":
.22 lfB, .22 Magnum, .17 HMR und .22 Hornet

Geschosse
Für Raubzeug, Langohren und kleines Raubwild bis zum Marder können natürlich auch Zerlegungsgeschosse zwischen 30-35grs Geschossgewicht verwendet werden. Bei stärkerem Raubwild und Nagetieren wie auf Fuchs, Dachs, Waschbär und Nutria hingegen sind ausschließlich tiefenwirksame 45grs schwere Geschosse zu verwenden,
die auch Ausschuss für eine Schweissfährte liefern.
Nachsuchen bei ungünstigen oder guten Treffersitzen mit schrägem Schusswinkel ohne Schweissfährte sind äußerst schwierig und müssen dann oft ohne Ergebnis abgebrochen werden!     

Einsteckläufe und Waffen
Generell gibt es 3 Einsatzmöglichkeiten: in Kipplaufbüchsen, Einsteckläufen von kombinierten Waffen wie z.B. in BF, BBF und Drillingen oder in Repetierbüchsen als Einzelwaffe. Für den letzteren Zweck spricht, dass man mit einer richtig abgestimmten Büchse ein deutliches Plus an Präzision+ Handhabung im Gegensatz zur Kombilösung zur Verfügung stehen hat.  

Und was die Präzision angeht: Der von einigen Zeitgenossen totgesagte+ und "ach so unpräzise" flache Schulterwinkel der kleinen Randpatrone ermöglicht kurioserweise Einloch-Schussbilder. Manche davon werden sogar mit Fabrikmunition erzielt.    

Wie bereits oben erwähnt, können Liebhaber von Kipplaufwaffen mit dem Einbau eines .22 Hornet ihre Waffe deutlich aufwerten, was das jagdliche Einsatzgebiet angeht. Die beste Lösung ist und bleibt aber eine maßgeschneiderte und auf den Verwendungszweck ausgerichtete Repetierbüchse.

Ein weiterer Vorteil der .22 Hornet ist die große Auswahl an Waffen mit einem günstigen Preis- Leistungs-Verhältnis.
Aber auch hier sind diejenigen im Irrtum, die glauben, ohne jegliche Modifikationen an der Waffe bzw. bei der Montage+ irgendwelcher Optik sofort eine taugliche Raubwildbüchse zur Verfügung zu haben, das ist natürlich nicht so!

In diesem Jagdspektrum ist es im Gegensatz zu vielen anderen Jagdarten von elementarer Bedeutung, wie präzise und sicher die Waffe tatsächlich eingesetzt werden kann. Wer hier am falschen Ende spart, hat schon verloren und natürlich auch sein beschossenes Wild.

Fazit
Die .22 Hornet ist eine der besten Patronen für den und Einsatz auf Raubzeug und Raubwildpatronen auf normalen Distanzen und aus meiner Sicht ist sie die beste Fuchspatrone überhaupt.
Aus dem richtigen Waffenkonzept verschossen vereint die kleine Randpatrone alles, was einer Patrone auf der Jagd für Raubwild und jagdbare Kleintiere abverlangt wird:

  • Hohe Präzision

  • Sehr gute+ zuverlässige Wirkung mit geeigneten Geschossen

  • Geringer Schusslärm



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